Tote Petra Nohl (†24)Wende im Cold Case? Zeuge überrascht mit Aussage vor Kölner Gericht

Die 24-jährige Petra Nohl wurde am 14. Februar 1988 in Köln getötet.

Die 24-jährige Petra Nohl wurde am 14. Februar 1988 in Köln getötet.Hier ein undatiertes Archivfoto.

Im Kölner Karnevalsmord-Prozess hat der wichtigste Zeuge seine Aussage geändert. Das könnte Konsequenzen für den möglichen Täter haben.

Der Cold-Case-Prozess um den Kölner Karnevalsmord: Die 24-jährige Petra Nohl wurde am 14. Februar 1988 in Köln getötet.

Am Montag (18. September 2023) haben die Verteidiger beantragt, den Angeklagten wegen fehlenden dringenden Tatverdachts aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Kölner Cold Case: Zeuge kann sich an wichtige Details nicht mehr erinnern

Zuvor hatte am Montag der Hauptbelastungszeuge in dem Fall ausgesagt und war dabei vage geblieben. „Der Zeuge konnte nicht sagen, der Angeklagte sei hinter der Frau hergegangen. Er konnte die Frau auch nicht identifizieren“, sagte ein Verteidiger. Das Gericht entschied zunächst nicht über den Antrag.

Alles zum Thema Aktenzeichen XY

Der am Montag angehörte Hauptbelastungszeuge hatte mit dazu beigetragen, dass der Fall überhaupt erst vor Gericht kam.

Er hatte sich nach einer Behandlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ im vergangenen Dezember gemeldet und einen Hinweis auf den Angeklagten gegeben.

Ein Test auf DNA am Tatort ergab einen Treffer, der Angeklagte wurde im Februar festgenommen. Der heute 56-jährige Mann soll am Karnevalssonntag vor 35 Jahren in Köln die damals 24-jährige Petra Nohl ermordet und ausgeraubt haben.

Der Angeklagte verdeckt mit einem Aktenordner sein Gesicht. Seit dem 4. September 2023 läuft im Landgericht Köln der Mordprozess im sogenannten Karnevalsmord.

Der Angeklagte im Gerichtssaal des Kölner Landgerichts. Seit dem 4. September 2023 läuft hier der Mordprozess im sogenannten Karnevalsmord.

Am Montag berichtete der heute 54-jährige Zeuge, er könne sich noch erinnern, dass er und der ihm seit seiner Jugend bekannte Angeklagte in der Tatnacht an einem Taxistand gestanden hätten. Dort habe er auch eine Frau gesehen, die das spätere Opfer „sein könnte“.

Er widersprach ausdrücklich einem Vernehmungsprotokoll der Polizei, wonach er die Frau am Taxistand als das spätere Opfer identifizierte.

Am 14. Februar 1988 wurde Petra Nohl in Köln getötet. Im Verlauf des Tages zog ein Karnevalszug am Tatort vorbei.

Der 14. Februar 1988: links der Tatort, rechts Teile des Karnevalszugs.

Die Frau habe den Taxistand dann verlassen, der Angeklagte und er wenig später ebenfalls. Anders als es in dem Protokoll heiße, habe er aber nicht behauptet, dass der Angeklagte der Frau gefolgt sei.

Kölner Karnevalsmord: Angeklagter soll sein Aussehen verändert haben

Auffällig sei jedoch gewesen, dass der Angeklagte wenige Tage nach dem Verbrechen an der 24-Jährigen sein Aussehen verändert habe.

Als er ihn damals auf die Tat angesprochen und gefragt habe, ob das Opfer nicht womöglich die Frau vom Taxistand gewesen sei, „da hat er sehr aufbrausend reagiert“. Nach mehrstündiger Befragung unterbrach das Gericht die Befragung. Sie soll am Donnerstag (21. September) fortgesetzt werden. (mit dpa)