Rosenmontag 2022 Zoff eskaliert: Köln zeigt klare Kante gegen Düsseldorfs Zoch-Absage

Ein Motivwagen zum Coronavirus zieht beim Rosenmontagszug 2020 über die Strecke in Düsseldorf.

Wie wird der Rosenmontag 2022 in Köln aussehen (hier ein Motivwagen zum Coronavirus beim Rosenmontagszug 2020 in Düsseldorf): Dazu hat sich das Festkomitee Kölner Karneval nach der Düsseldorfer Absage erneut beraten.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat Düsseldorf den Rosenmontagszug abgesagt und auf Mai 2022 verschoben. Aber wie reagiert Köln? Am Nachmittag hat das Kölner Festkomitee dazu klar Stellung bezogen.

Jetzt ist es offiziell: Der Kölner Rosenmontagszug soll wie geplant am 28. Februar 2022 stattfinden. Am Donnerstagnachmittag (25. November 2021) bestätigte das Festkomitee Kölner Karneval in einer Mitteilung, was EXPRESS.de bereits am Vormittag berichtet hatte. Demnach lehnen nicht nur Köln, sondern auch Bonn und Aachen „die willkürliche Verschiebung der Session“ strikt ab. 

Rosenmontag 2022: Zoch-Absage in Düsseldorf – Köln kontert

Unter Berücksichtigung der aktuellen Coronaschutzverordnung wollen die Städte die Session planen. Köln zeigt in der Mitteilung des Festkomitees klare Kante gegen die Entscheidung der Düsseldorfer. 

„Die Vertreter der drei anderen rheinischen Karnevalsstädte zeigten sich überrascht und irritiert über diese Entscheidung und lehnen eine solche Verschiebung klar ab. Der Karneval ist kein reines Partyevent, das man beliebig planen und verschieben kann. Er ist ein jahrhundertealtes Brauchtum und bewegt sich als solches in einem festen zeitlichen Rahmen“, erklärt das Kölner Festkomitee in der aktuellen Pressemitteilung.

Rosenmontag in Köln: Christoph Kuckelkorn macht Düsseldorf klare Ansage

Auch Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, bezieht im Schreiben klar Stellung.

„Es ist mehr als traurig, dass in Düsseldorf rein wirtschaftliche Gründe dafür sorgen, dass alle Regeln des Brauchtums über Bord geworfen werden. Wir haben in Köln im vergangenen Jahr zeigen können, dass Karneval mehr sein kann als bunte Partys und kommerzielle Events. Wenn die Pandemie es nicht anders zulässt, werden wir auch in diesem Jahr notfalls wieder kleine kreative Lösungen finden müssen. Das entspricht aber viel mehr der Seele des Karnevals, als einfach alle Sitzungen und Züge ins Frühjahr zu verlegen. Wir wollen nicht um jeden Preis feiern!”, betont Kuckelkorn.

Köln: Zoff über Verlegung des Düsseldorfer Rosenmontagzugs

Nach EXPRESS-Informationen zeigte man sich schon vorab hinter den Kulissen auf einer Sondersitzung des Festkomitees am Mittwochabend (24. November) verwundert und verärgert, denn das Vorgehen aus Düsseldorf sei keineswegs mit den anderen rheinischen Karnevalshochburgen Aachen, Bonn und Köln abgestimmt gewesen.

Dennoch habe die Zochleitung gemeinsam mit dem Festkomitee entschieden, an den Plänen festzuhalten. 

Am frühen Mittag dann eskalierte die Lage nach EXPRESS.de-Informationen: Die Düsseldorfer Veranstalter sind von den Vertretern der anderen Karnevalshochburgen Aachen, Bonn und Köln aus dem gemeinsamen Gespräch mit der NRW-Staatskanzlei ausgeladen worden. Zu groß ist der Unmut über die unabgestimmte Düsseldorfer Entscheidung. Gemeinsam sind die rheinischen Städte „immaterielles Weltkulturerbe“ - doch jetzt dürfte ein tiefer Riss entstanden sein.

Köln: Stadt sieht Verlegung des Rosenmontagszuges kritisch

Die Stadt Köln äußerte sich unterdessen am Donnerstagvormittag: „Die Stadt befindet sich wie immer in einem engen Austausch mit dem Festkomitee. Beide blicken mit großer Verantwortung auf die kommende Session und haben dabei stets die aktuelle Pandemie-Lage im Blick", so Stadt-Sprecher Alexander Vogel. 

Eine Verlegung, ähnlich wie in Düsseldorf, käme aber wohl nicht in Frage. „Eine mögliche Verschiebung des Rosenmontagszuges außerhalb der üblichen Brauchtumszeit sieht die Stadt Köln sehr kritisch. Karneval kann man nicht einfach an einem beliebigen Datum feiern. Zumal für eine Großstadt wie Köln ein Rosenmontagszug mit Tribünen und allem was dazu gehört, an einem Frühlings- oder Sommerwochenende kaum durchführbar ist.“

Karneval in Köln: Grund für das Festhalten am Rosenmontagszug

Der wichtigste Grund für das Festhalten am Kölner Rosenmontagszug soll den Informationen zu folge der zu frühe Zeitpunkt einer Absage gewesen sein. Noch könne man nicht sicher sagen, was zu diesem Zeitpunkt an Corona-Schutzmaßnahmen gelte.

Das wolle man mit den Behörden absprechen und das weitere Vorgehen eng abstimmen. Sollte es auch behördlich nicht durchführbar sein, wolle man sich dann natürlich daran halten und schweren Herzens den zweiten Zoch in Folge absagen. Dafür sei es aber wie gesagt zu früh.

Der bisherige Plan für den Zoch 2022 sah vor, dass Zuschauer in Köln am kommenden Rosenmontag mit der 3G-Regel am Wegesrand stehen dürfen. Das sollte vom Ordnungsamt und der Polizei stichprobenartig kontrolliert werden. Ob und wie auch eine eventuelle 2G-Regel für Zochbesucher durchsetzbar – und vor allen Dingen durchführbar – ist, müsse ebenfalls mit den Behörden abgestimmt werden.

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