Zum elften Mal startet eine jecke S-Bahn im Rheinland. Erneut wurden verschiedene Protagonisten aus dem Kölner Karneval als Wimmelbilder auf dem Zug verewigt.
Jeckes JubiläumJetzt kann jeder mit Kölner Legenden durchs Rheinland fahren

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Sie sind alle auf der neuen jecken S-Bahn zu sehen: Julie Voyage (Ken Reise), Lukas Wachten, Björn Heuser und Manuel Sauer (v.l.) freuten sich, Ludwig Sebus bei der Präsentation zu treffen.
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D’r Zoch kütt. Und mit ihm echte Legenden. Die neueste Karnevals-S-Bahn ist fertig und feiert ein jeckes Jubiläum. Zum elften Mal wurde ein Zug für die Session gestaltet. Er ist mit den bekannten Gesichtern ab sofort auf den Schienen unterwegs.
Wimmelkünstler Heiko Wrusch hatte erneut die Aufgabe übernommen, die Motive für den Karnevals-Zug zu gestalten. Am Freitag (23. Januar 2026) wurde das fertige Werk im DB-Werk in Nippes präsentiert.
Jeckes Jubiläum: 11. Karnevals-Zug im Netz der S-Bahn unterwegs
Auf dem Zug ist auch Grandseigneur Ludwig Sebus zu sehen. Der 100-Jährige schaute begeistert auf sein Bild. „Ich würde sagen, ich sehe auf dem Zug aus wie mit 99. Ich bin mir nur bis jetzt nicht sicher, ob ich live oder auf dem Zug besser aussehe“, scherzte er.
Der Jahrhundertkölner stand sofort im Mittelpunkt des Geschehens. „Sie sind ein Riesen-Vorbild mit ihrer Leidenschaft, dem Optimismus und dem klaren Blick nach vorn“, sagte Frederik Ley, der neue Vorstand Regio Bus.
Während die Kölner S-Bahn am 1. Juni 1975 ihre erste Fahrt unternahm, erinnerte sich Sebus an seine ersten Bahnerlebnisse im Alter von fünf Jahren. „Damals waren drei Lokomotiven nötig, um einen Zug nach Münster zu ziehen. Es wird heute immer viel auf die Bahn geschimpft. Natürlich muss man überlegen, wo Verbesserungen nötig sind und wo Geduld gefragt ist.“
Mit dieser jecken Bahn ginge alles einfacher. „Mit dem Zug nehmen die Leute auch gerne mal fünf Minuten Verspätung in Kauf“, sagte der Sänger und hatte gleich noch einen Appell gegen das Schwarzfahren parat: „Es sollten möglichst viele mit dieser Bahn fahren, um die Kosten für den Zug wieder hereinzubekommen.“

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Auf der Bahn zu sehen: Das Kölner Dreigestirn mit Jungfrau Aenne, Prinz Niklas und Bauer Clemens (v.l.).
Sebus ist direkt neben Bläck-Fööss-Ikone Tommy Engel und Jürgen Fritz zu sehen. Ganz an der Spitze sind die Veedelperlen verewigt. Nach den Grüngürtelrosen sowie Laut aber Schief fährt also wieder ein Chor mit. Auch Julie Voyage (Ken Reise), Mitsingkönig Björn Heuser, Eldorado-Frontmann Manuel Sauer und Moderator Lukas Wachten sind zu sehen.
Die Kölschrocker von Kasalla haben es zum 15. Jubiläum ebenfalls auf die Bahn geschafft. Da die Musiker nach den ersten drei Sessionswochen gesundheitlich angeschlagen sind, mussten sie ihr Kommen bei der Präsentation kurzfristig absagen.

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Die Kölner Veedelperlen wurden 2022 als einer der größten Frauenchöre der Stadt gegründet. Auch sie sind nun auf der S-Bahn verewigt.
Auch Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn, der zu seinem Abschied auch noch einmal „mitfährt“, fehlte aufgrund eines dringenden Termins. Ihn vertrat Vizepräsidentin Christine Flock.
„Mit der Bahn sind die ABCD-Jecken perfekt unterwegs“, sagte sie und meinte damit die Karnevalsfans aus Aachen, Bonn, Colonia und Düsseldorf. Denn der Zug ist ab sofort planmäßig auf allen Linien der S-Bahn Rheinland unterwegs. Die zahlreichen Hände auf der Bahn symbolisieren übrigens das Sessionsmotto „Mer dun et för Kölle“.

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Ludwig Sebus vor seinem Bild auf der neuen S-Bahn. Neben ihm sind Tommy Engel (r.) und Jürgen Fritz zu sehen.
Das Dreigestirn ist natürlich auch wieder mit „an Bord“. „Ich finde, wir sind relativ gut getroffen“, sagte Prinz Niklas I. Allerdings ist er ohne seinen obligatorischen Dreitagebart zu sehen. „Dabei weiß doch jeder: Wenn ich mich rasiere, kann ich auch Linus als Kinderprinz ablösen“, sagte er. „Dennoch: Als Dreigestirn jetzt auch noch durch die Stadt zu fahren, ist eine große Ehre.“
Landrat Sebastian Schuster scharrt als VRS-Verbandsvorsteher schon mit den Hufen. „Ich frage mich, wie lange ich das Projekt noch unterstützen muss, bis ich auch mal draufkomme.“ Er hob noch eine weitere Besonderheit hervor. „Die Karnevals-Bahnen werden nicht durch Graffiti verunstaltet, weil alle Respekt vor der Kunst haben. Wenn eines Tages die ganze Flotte aus jecken Zügen besteht, wird kein Zug mehr versaut.“

