Das Programm der Lachenden Kölnarena startet stets mit einem bunten Einmarsch. Der Mitveranstalter hat nun untersagt, dass Kinder unter acht Jahren daran teilnehmen. Das sorgt für Unmut und Wirbel.
Lachende KölnarenaWirbel um Kult-Format: Eltern sauer auf Veranstalter

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Traditionell immer ein bunter Höhepunkt bei der Lachenden Kölnarena: der Einzug der zahlreichen Vereine, Tanzgruppen und Musikzüge.
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Die Lachende Kölnarena sorgt auch in dieser Session wieder für 15 ausgelassene Karnevals-Abende in der Lanxess-Arena.
Vor rund 15.000 Menschen treten die beliebtesten kölschen Bands auf. Dank der Selbstverpflegung herrscht in der Halle immer eine ganz besondere Atmosphäre.
Lachende Kölnarena: Kinder unter acht Jahren nicht beim Einzug
Traditionell startet der Abend immer mit dem Einmarsch der Veedelsvereine, Tanzgruppen und Musikzüge samt Kölner Dreigestirn. Moderator Marco Ages brüllt sich stets die Stimme aus dem Hals, wenn er Neppeser Naaksühle, Ihrefelder Chinese oder De Klabautermänner ankündigt.
Doch um diesen Auftakt in die Lachende gibt es jetzt Wirbel. Am vergangenen Donnerstag (15. Januar 2026) erreichte die teilnehmenden Vereine ein E-Mail von der Gastspieldirektion Otto Hofner, die das Kult-Programm zusammen mit der Lanxess-Arena ausrichtet.
Darin wurde den Vereinen mitgeteilt, dass ab sofort Kinder unter acht Jahren nicht mehr am Einzug teilnehmen dürfen. Aufgebrachte Eltern meldeten sich daraufhin bei der EXPRESS.de-Redaktion.
„Die Kinder werden doch wunderbar durch diesen Moment an das Brauchtum herangeführt. Außerdem tragen die Jüngsten alle Hörschutz“, sagt ein Vater. „Man sollte die Entscheidung, ob die Kinder mitgehen können, schon uns Eltern überlassen.“

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Die Vereine drehen zu Beginn der Lachenden Kölnarena immer eine Runde um den Innenraum der Lanxess-Arena.
Er könne jetzt auch nicht mehr am Einmarsch teilnehmen, weil er seine Kinder währenddessen nicht unbeaufsichtigt in den Katakomben zurücklassen könne, sagte er. „Der Einmarsch ist um 18.30 Uhr. Spätestens um 19 Uhr sind wir immer raus aus der Halle. Das ist auch für Kinder unter acht Jahren zumutbar“, sagt er.
Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess Arena, will das Gespräch suchen. „Ich kann den Unmut der Eltern verstehen“, sagt er zu EXPRESS.de. „Das sollten wir noch einmal diskutieren. Wenn ein Kind da eine Runde durch die Arena dreht, ist es mit dem jecken Virus infiziert. So schaffen wir Nachwuchs für den Karneval“, so Löcher.
Natalie Drmota von der Gastspieldirektion verdeutlicht im EXPRESS.de-Gespräch jedoch die Hintergründe des Verbots. „In engen Räumen mit Alkoholkonsum müssen Kinder explizit geschützt werden. Wir können die Gänge nicht komplett absichern. Uns geht es nicht um Verbote, sondern um den Schutz der Kinder.“
Das Mindestalter von acht Jahren sei bewusst gewählt worden. „Selbst wenn Kinder in die Schule kommen, sind wir der Meinung, dass sie Gefahrensituationen weiterhin nicht richtig einschätzen können. Deshalb haben wir diese Regelung getroffen.“
Zu Beginn der diesjährigen Session habe sie beobachtet, wie Babys auf Armen durch die Halle getragen worden sind, sagt Drmota. „Wir finden, dass wir da als Veranstalter eingreifen müssen. Wir stehen in der Verantwortung und wir möchten nicht, dass etwas passiert.“
Es sei auch nicht richtig, dass dadurch die Heranführung an das Brauchtum verweigert würde. „Wir haben sofort allen familienfreundlichen Vereinen angeboten, dass die Kinder bei der Lachenden Pänzarena einmarschieren können.“
