Karneval trotz Krieg? „Man will nicht auf der Bühne sein“: Stars mit emotionalen Statements

Ist ausgelassenes Feiern an Karneval erlaubt und möglich, wenn gleichzeitig in Europa Krieg herrscht. Nach den Neuigkeiten aus der Ukraine haben sich mehrere Stars zu Wort gemeldet.

Krieg und Karneval: Seit den ersten Angriffen der russischen Streitkräfte in der Ukraine in der Nacht auf Donnerstag (24. Februar) und dem fast zeitgleichen Start des Straßenkarnevals in Köln sind die Themen wieder mehr denn je verknüpft. Erinnerungen werden wach an das Jahr 1991, als wegen des Golfkriegs der Rosenmontagszug abgesagt wurde.

Die Stadt Köln, das Festkomitee und alle Jecken stehen nun vor der Entscheidung: Ist ausgelassenes Feiern in dieser Gemengelage in Ordnung? Oder muss der Karneval erneut leiden; werden sogar Teile des Straßenkarnevals kurzfristig abgesagt?

Karneval trotz Krieg: Bernd Stelter mit emotionalem Statement

Das FK hat sich in der Frage (zumindest fürs Erste) klar positioniert. Eine Absage des Karnevals steht nicht zur Debatte, wäre aber auch so kurzfristig nicht mehr möglich. Und: „Wir haben gerade auch in der jüngeren Vergangenheit gelernt, dass der Karneval in Krisenzeiten eine wichtige Funktion für die Menschen hat. Sich die Grenzen des Frohsinns vom einem Despoten diktieren zu lassen, entspricht nicht dem Gedanken des Fastelovends, in dem Freiheit und Gleichheit an oberster Stelle steht.“

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Um das ganze Thema ist nun eine Diskussion entbrannt, mit Argumenten und Anhängern für beide Seiten. Beim Radiosender WDR2 meldete sich Karnevals-Star Bernd Stelter mit einem emotionalen Statement zu Wort.

Bernd Stelter zu Karneval und Krieg: „Ich habe damit ein Problem“

„Bei 9/11 hatte ich auch einen Auftritt, der nicht abgesagt wurde. Aber die Leute haben gesagt, du musst da auftreten, sonst gehen wir pleite. Dann bin ich da auf die Bühne und hab mir gedacht: Was hast du eigentlich für einen Beruf? Wenn so was passiert, dann will man nicht auf Bühnen stehen. Aber: Wenn ich mich umschaue und gucke in diese grauen, griesgrämigen Gesichter, dann denke ich mir, wir haben es aber verdammt nötig. Es sollte mal wieder was Schönes, Normales kommen.“

Bernd Stelter mit Gitarre bei der ARD-Fernsehsitzung im Gürzenich.

Bernd Stelter, hier bei der ARD-Fernsehsitzung am 17. Februar, tut sich schwer mit der Verbindung von Krieg und Karneval.

Stelter hat deswegen auch Verständnis für die, die heute feiern wollen. „Herzlichen Glückwunsch, dass du das kannst, ich habe damit ein Problem.“

Stephan Brings hat Sorge um den Ruf der Kölner über die Stadt hinaus

Mit Stephan Brings hat sich ein weiteres bekanntes Gesicht des Kölner Karnevals zu Wort gemeldet. Brings sagte zum „Kölner Stadt-Anzeiger“, es sei wichtig, jetzt zwei Ebenen zu unterscheiden: „Zum einen sind da die Menschen, die in die Kneipe gehen wollen, ein paar Bier trinken, schunkeln, sich ablenken. Das finde ich absolut nicht verwerflich. Warum sollte sich jetzt jeder zu Hause einschließen und zittern?“

Aber: Das andere sei die offizielle Seite – die Stadt, die Gesellschaften, die Bands, die mit dem Karneval auch Geld verdienen und sich Mühe gegeben haben, der Corona-Lage entsprechend ein bisschen Normalität zurückkehren zu lassen: „Das ist ganz schwierig jetzt. Weil alle Bilder aus Köln jetzt auch wieder nach dem Motto interpretiert werden: Die blöden Kölner, die merken wieder gar nichts.“

Sänger Micky Brühl sieht die Lage diplomatisch: „Meine Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine. Da kommen Erinnerungen an den Golfkrieg hoch. Man sollte in Sachen Karneval Verständnis für beide Seiten haben: Die Menschen, die ein paar schöne Stunden erleben wollen. Aber auch für die, die aus Respekt eben nicht feiern möchten.“

Natürlich war die Lage um Karneval und den Krieg in der Ukraine auch das große Thema beim Empfang des Dreigestirns im Kölner Rathaus. Henriette Reker: „Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind heute vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine. Uns ist heute nicht nach Feiern zu Mute. Aber weder ich noch das Festkomitee können oder wollen Karneval absagen.“

Jeder Jeck müsse selbst entscheiden, ob er oder sie in einer solchen Situation feiern wolle oder nicht, so Reker.

Auch Prinz Sven kann die Entscheidung des Festkomitees nachvollziehen, vor allem aus Verantwortung gegenüber den Jecken. „Es ist nicht einfach, den Hebel umzulegen bei solchen Ereignissen, aber wir sind es auch den Jecken in dieser Stadt schuldig, ihnen ein wenig Freude zu bereiten. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und der werden wir auf jeden Fall nachkommen”, so der Prinz im Rathaus.

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