3

Bei Moderation zum Anschlag in BergheimIrrer Blackout bei der WDR-Lokalzeit Köln

Die WDR-Lokalzeit Köln fiel am 2. September 2026 aus.

Copyright: WDR

Die WDR-Lokalzeit Köln fiel am 2. September 2026 aus.

Erst war der Ton weg, dann war das bewegte Bild weg, dann war Köln weg und Bonn auf Sendung: Tausende Zuschauer, die am Mittwochabend um 19.30 Uhr die gewohnte „Lokalzeit Köln“ im WDR-Fernsehen einschalteten, erlebten einen kuriosen Mix aus Pleiten, Pech und Pannen.

Was war passiert? Die „Aktuelle Stunde“ samt Wetterbericht und dem Hinweis auf eine Reportage über Erlebnisbäder lief noch einwandfrei, doch die anschließende Schalte in das „Lokalzeit Köln“-Studio war der Startschuss zu einem irren Blackout.

Zunächst war zwar das Bild von Moderatorin Julia Kleine da, aber der Ton fehlte. Die 41-Jährige begrüßte die Zuschauer und moderierte das erste Thema an, doch von ihren Worten war nichts zu hören. Viele Zuschauer drückten da wohl verzweifelt schon auf ihre Fernbedienungen und powerten die Lautstärke hoch – vergebens.

Verwirrung um Kölner WDR-Lokalzeit

Dann sollte das visuelle und musikalische „Intro“ der Sendung kommen, das aber nicht eingespielt wurde. Irritiert stand Kleine nun da und schaute abwartend in die Kamera. Schließlich zog das Bild auf und sie lief ein paar Schritte durch das Studio, um vor einem leicht unscharfen Monitorbild stehen zu bleiben und ihre Moderation zu starten.

Das gelbe Dreieck mit dem schwarzen Blitzpfeil hinter ihr warnte vor elektrischer Spannung. Doch um welches spannende Thema es sich handelte, erfuhr der Zuschauer immer noch nicht.

Der Tonausfall, nun schon über eine Minute, hielt an. Kurz sah man nach einem Schwarzbild anhand von Szenen, dass es um den Anschlag auf das Umspannwerk von Amprion in Bergheim ging. 

Doch auch als hier knapp zehn Sekunden alles stumm blieb, wurde die „Störungstafel“ eingeblendet. Es folgten knapp zweieinhalb Minuten Kölner Stadtszenerien, unterlegt mit hämmernden Beats.

Mit Hochspannung in die technische Störung: Einen Sendeabbruch hatte Julia Kleine, seit 2015 bei der Lokalzeit Köln, auch noch nie erlebt.

Copyright: WDR

Mit Hochspannung in die technische Störung: Einen Sendeabbruch hatte Julia Kleine, seit 2015 bei der Lokalzeit Köln, auch noch nie erlebt.

Dann kam endlich wieder das Bild einer Moderatorin – doch ohne Vorwarnung war das Publikum nun in der „Lokalzeit aus Bonn“ gelandet. Und ein Comeback nach Köln gab es bis zur anschließenden „Tagesschau“ nicht mehr.

Was war da also los?

WDR-Sprecherin Heike Foerster sagte auf EXPRESS.de-Anfrage: „Aufgrund einer technischen Störung eines Geräts, an dem die Mischung für Bild und Ton erfolgt, konnte die Lokalzeit Köln am 2. September nicht wie gewohnt gesendet werden.“

Die Kölner sahen die „Lokalzeit Bonn“ mit Sonja Fuhrmann.

Copyright: WDR

Die Kölner sahen die „Lokalzeit Bonn“ mit Sonja Fuhrmann.

Dieser „Bildmischer“ ist eine Schaltzentrale, die sämtliche Bildquellen (Studio-Kameras, Satelliten-Leitungen, Grafiken) an einem Ort zusammenführt.

Und dieses Pult gab Punkt 19.30 Uhr seinen Geist auf. Folge: In der ARD-Mediathek, die alle „Lokalzeit“-Sendungen der vergangenen Jahre abrufbar hat, wird der 2. September fehlen.

Symbol RB27
Bahn-Störung in Köln
Weiterhin mehrere Linien betroffen – DB äußert sich