Brisante Prozess-DetailsStalker sorgte für Sprengstoff-Einsatz bei Harald Schmidt

Entertainer Harald Schmidt ist gestalkt worden.

Köln – Der Stalking-Prozess um Entertainer Harald Schmidt (60): Beim zweiten Verhandlungstag im  Kölner Landgericht schilderten Polizeibeamte brisante Details. Demnach gab es einen Sprengstoff-Einsatz auf Schmidts Grundstück. 

Koffer auf Harald Schmidts Grundstück abgestellt

Oliver W. (39) war im vergangenen November aus Dublin  zurück nach Köln geflogen. Mit seinem Koffer machte er sich auf den Weg zu Schmidt Haus im Kölner Süden. Das Gepäckstück platzierte W. in der Einfahrt, hinter einem hohen Zaun. Dann verschwand er. Schmidts Umfeld entdeckte den Koffer. Es schien so, dass Drähte  herausragten – Bombenentschärfer rückten an.

Der Koffer wurde geröntgt, dann konnten die Sprengstoff-Experten Entwarnung geben, die „Drähte“ stellten sich als Verstrebungen heraus. Es befanden sich nur Kleidung und Dokumente im Gepäck. Darunter das Abiturzeugnis des Stalkers. „Daran kann ich mich gut erinnern, er hatte einen Notendurchschnitt von 1,6“, berichtete ein Polizist (55).

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Polizei ließ ihn zunächst gehen

Oliver W. hatte sich gar keine Mühe gegeben, seine Identität zu verschleiern. Am Koffer hatte er außerdem noch mehrere Passbilder von sich angebracht. Den Sinn dieser Aktion konnte er beim laufenden Prozess nicht erklären.

Er sagte nur: „Ich wollte nicht, dass man mir den Koffer im Obdachlosenhotel klaut.“ Denn dort am Linder Mauspfad lebte er inzwischen. Und dort suchte ihn die Polizei dann auch auf. In seiner Vernehmung  sagte Oliver W., Schmidt habe ihn krank gemacht. Besondere Bedeutung erlangte ein T-Shirt. Das habe er in einer Show des Entertainers gewonnen, aber nie erhalten.

Verhaftung nach Morddrohung

Weiterer Vorwurf: Schmidt habe ihm auch noch Witze geklaut und dann in seinen Sendungen präsentiert. W.  blieb zunächst auf freiem Fuß. W.  blieb danach auf freiem Fuß. Erst, als er Schmidt und seiner Familie mit Mord drohte (hier alle Details zum Prozessauftakt nachlesen), wurde er verhaftet. Auch hatte W. einen Bombenanschlag in der Kölner Innenstadt angedroht.

Seit 1994 ist Harald Schmidt im Visier des Stalkers. Zuletzt gab es Vorfälle im Jahr 2009 in Köln-Mülheim, wo Schmidt produzierte. Zwischenzeitlich kehrte Ruhe ein, da W. in der Psychiatrie war. Sollte das Gericht ihn als gefährlich einstufen, droht dem Mann die dauerhafte Unterbringung. Nächste Woche soll Harald Schmidt als Zeuge im Prozess aussagen.

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(exfo)