Köln – Semmy D. (17) wurde in Zollstock in die Luft gesprengt – vom Vater seiner Freundin (14).
Am Dienstag wird der Junge in seiner Heimatstadt Düren beerdigt. Doch es gibt offene Fragen. Fragen, die auch die Mutter des Mordopfers quälen. Sie veröffentlichte bei Facebook einen Brief.
Eine ihrer Fragen: Hätte die Polizei den Mordanschlag im Gottesweg verhindern können? 50 Minuten vor der Tat hatte Semmy bei der Polizei angerufen. Die Behörde sagt: Der Junge habe „ruhig und emotionslos“ gefragt, was er bei einem möglichen Angriff tun solle.
„Die hätten zumindest eine Streife vorbeischicken können“, sagt Semmys Mutter. Doch laut Polizei und Staatsanwaltschaft, die das Notruf-Protokoll auswerteten, schien das nicht erforderlich. Keine Stunde später war Semmy tot. Aus der eigenen Wohnung gebombt, stürzte er acht Meter tief auf den harten Asphalt.
Eine Veröffentlichung des Notruf-Protokolls lehnen die Ermittler ab. Das Dokument wird aber im Laufe des Ermittlungsverfahrens oder spätestens beim Gerichtsprozess noch eine Rolle spielen.
Semmys Mörder Fernando S. (52) liegt wegen seiner Brandverletzungen im künstlichen Koma, wird bewacht. Sobald er aufwacht, wird ihm ein Haftbefehl verkündet. Der Gärtner wird beschuldigt, in Semmys Wohnung Benzin verschüttet und angezündet zu haben. Es kam schließlich zur Explosion. Der 52-Jährige soll gewartet haben, bis seine Tochter die Wohnung verlassen hatte. S. war gegen die Beziehung. Zehn Tage vor dem Mordanschlag hatte Semmy die Wohnung in Zollstock bezogen. Dienstag wird ihn seine Familie in Düren zu Grabe tragen.

