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Streik-Aufruf sorgt für Zoff in Köln DFB mit harter Kritik: „Solche Aktionen schaden dem Fußball“

Fußball-Szene in einer Partie des Kölner Amateurfußballs.

Steht der Kölner Amateurfußball vor einem Chaos-Spieltag? Ein Streik-Aufruf sorgt für Unruhe. Das Symbolfoto wurde im März 2022 beim Spiel des SV Schlebusch (in gelb) gegen Borussia Lindenthal-Hohenlind (Landesliga) aufgenommen.

Das könnte im Chaos enden! Ein Streik-Aufruf im Amateurfußball sorgt aktuell für Unruhe. Vom DFB und den Landesverbänden gibt es deutliche Kritik.

Während der 1. FC Köln am Samstag (14. Mai, 15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart einen letzten Angriff auf die Europa League startet, geht es am Wochenende auch im Kölner Amateurfußball zur Sache. Viele Ligen stehen kurz vor den Entscheidungen um Abstieg und Aufstieg, für viele Teams stehen die wichtigsten Partien der Saison bevor.

Doch ausgerechnet jetzt macht sich Unruhe breit, ein Streik-Aufruf in Reihen der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter könnte den Amateurfußball in einen Chaos-Spieltag stürzen.

Streik im Amateurfußball: IG Schiedsrichter geht auf die Barrikaden

Aufgerufen zum Streik hat die „IG Schiedsrichter“, eine Interessensvertretung, die durchdrücken will, dass Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter am Sonntag (15. Mai), dem typischen Amateur-Spieltag, deutschlandweit keine Spiele anpfeifen.

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Der Grund: Es soll ein Zeichen gesetzt werden, vor allem im Hinblick auf die zunehmende Gewalt, der sich die Unparteiischen auf Plätzen in Deutschland ausgesetzt sehen.

Gewalt im Fußball: Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter oft das Ziel

Erst kürzlich hatten Fälle aus Essen und Düsseldorf auch in NRW für Schlagzeilen gesorgt. Laut Studien sind in etwa jedem 400. Spiel Gewalthandlungen zu verzeichnen.

„Wir brauchen grundlegende Reformen zum Schutz der Schiedsrichter, Rechtsschutz und Unfallversicherung für ehrenamtliche Schiedsrichter, Kostenübernahme der Verbände im Schadensfall, Stellung eines Rechtsanwalts. Adäquate faire Aufwandsentschädigungen“, erklärt Reiner Kuhn, Leiter der IG Schiedsrichter in einem öffentlichen Statement zu der Aktion. Ein Forderungskatalog mit konkreten Maßnahmen wurde veröffentlicht.

Wie viele Unparteiische beteiligen sich an der Aktion der IG Schiedsrichter?

Im Rahmen des Streiks wichtig zu wissen: Anders als in der Fußball-Bundesliga ist das Nicht-Erscheinen des Schiedsrichters oder der Schiedsrichterin formell kein Grund für eine Spielabsage. Die Vereine müssten also vor Ort eine Person (z.B. Betreuer bzw. Betreuerin) auswählen, der oder die die Spielleitung übernimmt – in den entscheidenden Wochen der Saison in Sachen Fairness ein katastrophaler Fall.

Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM), zu dem auch der Fußballkreis Köln gehört, bleibt auf EXPRESS.de-Anfrage dennoch entspannt. „Aktuell haben wir keine Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Schiedsrichter*innen bundesweit und flächendeckend dem Boykottaufruf des kommenden Spieltags folgen wollen“, heißt es in einem Statement, das auch der DFB und die anderen Landesverbände veröffentlicht haben.

FVM mit deutlicher Kritik: „Aktionen schaden dem Fußball“

Dennoch: Die Aktion an sich sorgt für deutliche Kritik. „Die Verbände vertreten die klare Position, dass es keine zielführende Maßnahme ist, den Amateurfußball für einen Spieltag lahm zu legen. Die Erfahrung zeigt, dass ähnliche Aktionen in der Vergangenheit zu keinen Verbesserungen geführt haben. Im Gegenteil: Sie schaden dem Fußball, speziell dem Amateurfußball“, heißt es im Statement weiter.

Den Hintergrund nehme man aber sehr ernst. „Es ist nicht wegzudiskutieren, dass im Amateurfußball Schwierigkeiten und Herausforderungen im Schiedsrichter*innen-Bereich bestehen.“ Diese wolle man gemeinsam angehen, allerdings mit zielführenden Aktionen. Die Lage werde sich aber nie ändern, wenn man sich dem Thema immer nur auf negative Art nähere. Deutliche Worte in Richtung IG Schiedsrichter!

Welche Art von Spieltag steht dem (Kölner) Amateurfußball bevor? Stand jetzt wären wohl bis auf die IG Schiedsrichter alle Beteiligten froh, wenn man im Nachgang von einem „normalen” Spieltag sprechen könnte.

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