Radweg statt Autospur: Am 10. Dezember soll über den geplanten Umbau an der Rheinuferstraße entschieden werden.
Autospur soll weichenMehr Platz für Radweg: Stadt plant Umbau für 1,6 Millionen Euro

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Am Rheinufer in der Kölner Altstadt kommt es an vielen Stellen zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern.
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Mehr Platz fürs Rad: Die Stadt Köln möchte den Radverkehr am Rheinufer neu gestalten. Dafür soll zwischen Schokoladenmuseum und Rheinufertunnel eine Fahrbahn weichen.
Statt der bisher drei Spuren für Autos, sollen künftig nur noch zwei Bahnen zur Verfügung stehen. Die dritte Spur soll zugungesten eines breiten Radweges weichen.
450 Meter Radweg für 1,6 Millionen Euro
Mit diesem Plan will Mobilitätsdezernent Ascan Egerer die Kölner Politik jetzt doch noch überzeugen. Ganz neu ist das Vorhaben nicht. Schon in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl im September 2025 lag es dem Stadtrat vor. Der schob die Entscheidung damals auf. Am 10. Dezember 2026 ist nun der neu zusammengesetzte Rat am Zug.
Was genau ist geplant? Im Mittelpunkt steht ein 450 Meter langer Abschnitt an der Rheinuferstraße. Dieser soll auf bis zu fünf Meter verbreitet und für beide Fahrtrichtungen freigegeben werden. Weichen muss dafür dann eine der drei Autospuren in Fahrtrichtung Zoobrücke. Ab der Holzgasse würde die bahn dann in den radweg umgewandelt.
Busse sollen laut Plan an der Ampel Großen Witschgasse Vorrang bekommen. Zudem würde Am Filzengraben die Fußgängerquerung übersichtlicher. Am Heumarkt will die Stadt dann die Fläche über dem Rheinuferboulevard neu ordnen und die Bereiche für Fußgänger und Radfahrer klarer voneinander trennen.
Gerade auf dem Rheinboulevard kommt es nach Angaben der Stadt seit Jahren zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern. Der Abschnitt ist zugleich Teil des internationalen Rheinradwegs und des Radroutennetzes NRW. Er wird von Touristen und im Kölner Alltagsverkehr genutzt.

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Radweg auf der Rheinuferstraße zwischen Schokoladenmuseum und Rheinufertunnel
Ein eigener Radweg ist dort im Radverkehrskonzept nicht vorgesehen. Wegen der vielen Fußgänger, Touristen und Kreuzfahrtteilnehmer müsste eine solche Trasse zu oft überquert werden.
Inzwischen wird die Zahl der Radfahrer von der Stadt auf rund 6000 pro Tag beziffert. Bei einer Zählung im Jahr 2022 waren es etwa 5000. Eine aktuellere Zählung gibt es nicht.
Noch bis zum 6. November 2025 gab es einen provisorischen Radweg auf der rechten Autospur. Angesichts der klammen Kassen wurde das Provisorium wieder abgebaut. Seitdem haben Autofahrer in Richtung Norden wieder drei Spuren, jede etwa 3,25 Meter breit.
Für die Radfahrer bleibt ein Weg direkt neben der Fahrbahn. Je nach Abschnitt ist er 1,80 bis 2,80 Meter breit. Wer Richtung Süden fährt, wird wieder über den Rheinboulevard mitten durch die Fußgängerzone geschickt.
Rund 1,6 Millionen Euro soll das Projekt laut Verwaltung insgesamt kosten. Davon entfallen laut Stadt etwa 1,1 Millionen Euro auf die Straßenbauarbeiten. Dazu kommen die Umbauten an drei Kreuzungsbereichen. Für die neuen Ampeln an der Großen Witschgasse und am Filzengraben veranschlagt die Stadt rund 500.000 Euro. Außerdem wird die Fläche am Heumarkt neu geordnet. Eingerechnet sind Planungskosten und Zuschläge für erschwerte Arbeiten in der Innenstadt, etwa Sperrungen und Nachtarbeit.
Baubeginn frühestens 2027
Beim ersten Versuch, kurz vor der Kommunalwahl, gab es noch ordentlich Gegenwind. Den Prüfern fehlten wichtige Unterlagen, darunter ein Baugrundgutachten und ein Konzept für die Verkehrsführung bei Hochwasser. Außerdem wurde der Verkehrsausschuss bei den Planungen außen vor gelassen. Daher vertagte der Rat die Entscheidung. Jetzt wird der Mobilitätsausschuss beteiligt.
Inzwischen zeichnet sich auch eine Mehrheit ab. Neben den Grünen, Volt und der Linken unterstützen grundsätzlich auch SPD und FDP/KSG das Radweg-Projekt. Die SPD verlangt aber zunächst ein Konzept für die gesamte Nord-Süd-Verbindung am Rhein. Durch haltende KVB-Busse befürchtet Ralph Sterck (FDP/KSG) das Entstehen eines neuen Nadelöhrs. Gegen das Vorhaben wendet sich die CDU. „Eine weitere Einschränkung des Autoverkehrs zugunsten eines zusätzlichen Radwegs lehnen wir ab“, sagt Niklas Kienitz. Auch die AfD lehnt die Planung ab. Sie sei zu einseitig auf den Radverkehr ausgerichtet und berücksichtige die Interessen der übrigen Verkehrsteilnehmer nicht ausreichend.
Erst Baumaßnahmen würden frühestens im dritten Quartal 2027 in Angriff genommen. Ursprünglich wollte die Stadt ein Jahr früher beginnen. Durch die Vertagung verschob sich der gesamte Zeitplan. Für die Bauarbeiten waren zuletzt rund drei Monate vorgesehen.
Auf lange Sicht soll der Radverkehr durch den Rheinufertunnel geführt werden. Somit sollen auch die Konflikte auf der Altstadtpromenade verringert werden. Voraussetzung dafür wäre aber eine umfassende Sanierung des Tunnels. Laut der Stadt seien dafür vor allem am nördlichen Tunnelende weitere Untersuchungen nötig.
Ein Termin dafür steht nicht fest. Frühestens in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre könne die Sanierung nach derzeitiger Einschätzung der Stadt beginnen. (red)
