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„Et hätt noch immer joot jejange“Kölner Gespann einzigartig – die Mission ist geheim

Hundeführerin Desiree und Ted werden im November bei „Tiere suchen ein Zuhause” vorgestellt.

Copyright: WDR (Screenshot)

Hundeführerin Desiree und Ted werden bei „Tiere suchen ein Zuhause” im WDR vorgestellt.

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Vom Tierheim-Hund zum Job beim Inlandsnachrichtendienst: Ted spürt jetzt für den Verfassungsschutz in Köln Sprengstoff auf. Seine Vergangenheit ist düster – sein neuer Auftrag einzigartig in Deutschland.

Ted ist erst zwei Jahre alt – und doch hat er schon mehr erlebt als so mancher Hund in einem ganzen Leben.

Heute arbeitet der belgische Schäferhund-Rüde auf einem Hochsicherheitsgelände in Köln-Chorweiler. Sein Job: Sprengstoff finden. Verdächtige Post, Fahrzeuge und Besucher überprüfen.

Tierischer „Mitarbeiter“ mit besonderer Aufgabe

Und das nicht irgendwo, sondern beim Entschärfungsdienst des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) – als erster Sprengstoffspürhund der Behörde.

Das kölsche Motto der Einheit: „Et hätt noch immer joot jejange“. Dass er diesen speziellen Job in der Zentrale des BfV hat, ist alles andere als selbstverständlich. Denn Ted hat eine sehr düstere Vergangenheit.

Ted und seine Hundeführerin Desiree: Das Gespann ist nicht nur in Köln, sondern deutschlandweit besonders. Es ist ein Pilotprojekt des Nachrichtendienstes. Denn Sprengstoffsuche und -entschärfung sind normalerweise zwei getrennte Bereiche. Ein solches Mensch-Hund-Team in dieser Konstellation ist in Deutschland einzigartig. 

Ted hat seine Ausbildung gerade erst abgeschlossen und ist nun im Einsatzbetrieb angekommen. Geführt wird er von Hundeführerin Desiree, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss. Für sie ist Ted längst mehr als ein Diensthund. „Wir beide können auch gar nicht mehr ohneeinander. Unter dem Strich ist der Hund einfach unbeschreiblich“, sagte sie bereits im November bei „Tiere suchen ein Zuhause“ (WDR).

Das Motto des Entschärfungsdienstes beim Bundesamt für Verfassungsschutz.

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Das kölsche Motto des Entschärfungsdienstes beim Bundesamt für Verfassungsschutzes.

Das blinde Vertrauen zwischen Hund und Hundeführerin ist in diesem Job überlebenswichtig. Denn wenn Ted anschlägt, kann es im schlimmsten Fall um Sekunden gehen – und um die Sicherheit aller, die sich auf dem Gelände oder in der Nähe aufhalten.

Vom Tierheim zum Verfassungsschutz: Teds düstere Vergangenheit

Dass Ted heute diese Aufgabe übernimmt, ist auch deshalb bemerkenswert, weil sein Leben äußerst dramatisch begann. Mit gerade einmal sieben Monaten landete er im Tierheim Koblenz. Er kam aus einer „Obhutnahme“ des Veterinäramts, wurde also sichergestellt. 

Kristin Höfer vom Tierheim Koblenz blickt im WDR zurück: Ted sei so verprügelt worden, „er hat es sehr schlimm gehabt vorher“. Und sie erinnert sich an die ersten Tage: „Wenn ich nur kurz den Arm hochgestreckt habe, hat er sich anfangs weggeduckt.“

Doch im Tierheim zeigte sich auch, was wirklich in Ted steckt. Er blühte auf, es ging immer weiter bergauf. Auffällig war sein extrem hoher Beutetrieb – ein Merkmal, das in der klassischen Vermittlung eher schwierig sein kann, aber bei Suchhunden Gold wert ist. Höfer erkannte das Potenzial: Ted, so ihre Einschätzung, wäre ein perfekter Suchhund.

Desiree erzählt, sie sei eigentlich nie aktiv auf der Suche nach einem Hund gewesen. Aber sie habe ihr Leben lang davon gesprochen, irgendwann einen Schäferhund halten zu wollen – die Rasse sei ihr seit Kindertagen ans Herz gewachsen. Eine Kollegin machte sie schließlich auf Ted aufmerksam.

„Match“ im Tierheim: So fand Ted seine Hundeführerin

Dann ging es schnell: Desiree fuhr ins Tierheim, schaute sich Ted an, ging mit ihm spazieren. Ihr Fazit: „Ja, was soll ich sagen: Match.“

Der Start sei allerdings alles andere als leicht gewesen. Ted habe keine Strukturen gekannt, keinen Grundgehorsam, habe ihre Wohnung auseinandergenommen. „Das war mir aber alles egal, denn er sollte seine Chance bekommen“, sagt Desiree.

Mit Hilfe einer privaten Hundeschule wurde Ted dann Schritt für Schritt „Sprengstoffhund“-tauglich gemacht. Trainiert wurde in einem speziellen Parcours, gezielt auf die Suche nach Sprengstoff. Wie genau die Einsätze ablaufen, ist streng geheim, darf auch nicht gefilmt werden. 

Aus Hund und Hundeführerin wurde allmählich ein eingespieltes Team. Desiree beschreibt Teds Wesen so: „Manchmal ist er verschmitzt, wie Michel aus Lönneberga. Er ist unfassbar sympathisch. Und er hat die Power von Tina Turner in ihren besten Zeiten.“

Ted bekam eine zweite Chance

Im November stellte der Verfassungsschutz seinen neuen Kollegen auch auf Instagram vor – und deutete dort an, wie bewegt Teds Geschichte ist. In dem Beitrag heißt es, Ted habe „zu Beginn seines Lebens einen nicht ganz so schönen Start erlebt“, sei an seinem ersten Wohnort leider nicht gut behandelt, dann vom Veterinäramt sichergestellt und im Tierheim untergebracht worden.

„Dort erkannten sie zum Glück sein tolles Verhaltensbild und seinen treuen Charakter und stellten durch eine Testung seine Diensthundeeignung fest.“ Danach führte „das Schicksal“ Ted zu Kollegin Desi. Seitdem unterstütze er das Entschärfungsteam und helfe auch in der Ausbildung von Operativkräften.

Vom misshandelten Hund zum Sprengstoffspürhund – und nun im Einsatz in Köln, in der Spionage- und Terrorismusabwehr. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg! (mg)

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