Ein riesiger Bürokomplex sollte einen alten Bunker aus Kriegszeiten ersetzen. Doch dieser Plan ist jetzt geplatzt. Das verantwortliche Unternehmen ist pleite.
Bürokomplex am HauptbahnhofPleite-Hammer stoppt Kölner Bauprojektplan

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So sollte das neue Gebäude aussehen (links).
Eine Hiobsbotschaft für ein Bauvorhaben in direkter Nähe zum Kölner Hauptbahnhof: Wegen finanzieller Schwierigkeiten muss der Entwickler Pandion aus Köln für seine Tochterfirma Officehome Altenberger Str. GmbH & Co. KG den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Dieses Unternehmen war für den Bau des neuen Bürogebäudes „Spark“ an der Kreuzung Altenberger Straße/Domstraße verantwortlich, wo etwa 600 neue Jobs entstehen sollten. Die Webseite des Projekts nennt weiterhin 2028/2029 als Datum für die Fertigstellung.
Pandion hatte vor, das aktuell ungenutzte Bauwerk abzureißen. Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) nutzte das Gebäude bis zum Jahresbeginn 2025 als ihren Hauptsitz, bevor der Umzug in den Süden von Köln erfolgte.
Bauprojekt am Kölner Hauptbahnhof auf Prüfstand
Was das nun für das Bauvorhaben am Hauptbahnhof bedeutet, ist offen. Eine Pandion-Sprecherin erklärte dazu: „Nach Einreichung des Antrags wird im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens zunächst die wirtschaftliche und rechtliche Situation der Gesellschaft und damit auch die weitere Perspektive des Projektes geprüft.“ Eine verlässliche Einschätzung sei vom Unternehmen aus diesem Grund aktuell nicht zu bekommen.
Die Besonderheit des Bauwerks liegt in seiner Geschichte: In den 1980ern errichtete die RWZ ihren Firmensitz direkt um einen dort stehenden, ungenutzten Bunker aus Kriegszeiten. Dieser genießt keinen Denkmalschutz. Der Plan von Pandion sah vor, sowohl den Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg als auch das Gebäude abzureißen und einen Neubau an dessen Stelle zu setzen.
Die erforderliche Baugenehmigung wurde bereits Anfang August erteilt. Allerdings geriet das Vorhaben ins Stocken, da sich im Zeitalter von Digitalisierung und Homeoffice-Optionen kein passender Mieter für die Büroflächen finden ließ. Pandion verfolgte das Projekt aus diesem Grund zunächst nicht weiter.

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So sah der Kriegsbunker früher aus.
Zum angekündigten Insolvenzantrag äußerte sich eine Sprecherin wie folgt: „Im Rahmen der laufenden wirtschaftlichen und finanziellen Überprüfung unseres Projektportfolios hat sich gezeigt, dass derzeit keine realistische Perspektive besteht, das Projekt in der bisherigen Struktur und auf Grundlage der bisherigen Rahmenbedingungen durch Pandion selbst weiterzuentwickeln.“ Das bedeutet: Der Bunker und die ihn umgebende Fassade bleiben bis auf Weiteres erhalten.

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Es geht um das in Weiß eingezeichnete Gebäude.
Mitte August musste der Mutterkonzern von Pandion zusammen mit fünf Tochterfirmen die Zahlungsunfähigkeit erklären. Betroffen war davon auch das Unternehmen, das für die Vermarktung von Wohn- und Büroimmobilien zuständig war. Das Verfahren wird in Eigenverwaltung durchgeführt, sodass die bisherige Geschäftsführung vorläufig im Amt bleibt.
Pleite-Welle erfasst immer mehr Pandion-Firmen
Zu diesem Zeitpunkt gab Pandion bezüglich der für einzelne Bauvorhaben gegründeten Firmen noch Entwarnung: „Die einzelnen Projektgesellschaften sind nicht betroffen. Ziel ist es, die laufenden Projekte bestmöglich fortzuführen und gemeinsam mit den jeweiligen Projekt- und Finanzierungspartnern tragfähige Lösungen für die weitere Umsetzung zu entwickeln.“
Diese Zuversicht hielt jedoch nicht lange an. In den darauffolgenden Wochen mussten elf weitere Projektfirmen Insolvenz anmelden oder ankündigen. In der aktuellen Woche kamen noch zwei hinzu, darunter auch jene Gesellschaft, die für das Bauvorhaben am Kölner Hauptbahnhof verantwortlich ist.
In der Baubranche ist es gängige Praxis, für jedes Projekt eine eigene Firma zu schaffen, um finanzielle Risiken zu separieren. Ein vergleichbares Muster zeigte sich bei der Gerchgroup: Diese wollte das Laurenz-Carré im Süden des Doms realisieren und meldete ebenfalls zuerst als Konzern und anschließend mit den einzelnen Projektfirmen Insolvenz an. (red)
