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1.800 Personen in Chat: Schock-News von Kölner Polizei: Kinderporno-Ring noch schlimmer

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Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob spricht von einer unglaublichen Dimension des Falls.

Foto:

dpa

Köln -

Der furchtbare sexuelle Missbrauch von sechs Kindern – es ist alles noch viel schlimmer!

Inzwischen sind 130 Polizeibeamte damit beschäftigt, den schweren Missbrauch aufzuklären, der in Bergisch Gladbach bekannt geworden war. Dort hatten die Beamten einen Familienvater (42) verhaftet, der seine eigenen Kinder und Stiefkinder missbraucht und gefilmt und fotografiert haben soll. Hunderte Datenspeicher wurden gefunden, dazu 469 Chatverläufe mit 1800 Mitgliedern und 113.000 Nachrichten – die alle das gezeigte Material erhielten. Ein Datenspeicherspürhund fand weiteres Material bei einer weiteren Durchsuchung beim Hauptverdächtigen in Bergisch Gladbach.

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Äußerlich Familien-Idylle. Doch in diesem Haus in Bergisch Gladbach wurden Kinder vom Vater missbraucht.

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Guido Wagner

Polizei findet Fessel-Werkzeug und Sex-Spielzeug

Inzwischen konnte die Polizei durch weitere Ermittlungen einen Familienvater aus Krefeld und anschließend in Viersen verhaften, die ihre eigenen Kinder missbraucht haben sollen. Neben Fessel-Werkzeug und Sex-Spielzeug wurden auch handgeschriebene Liebesbriefe der Kinder sichergestellt. Fünf Männer aus Bergisch Gladbach, dem Kreis Wesel, Langenfeld, Krefeld und Wiesbaden sind inzwischen in Untersuchungshaft. Die Beschuldigten sind zwischen 26 und 42 Jahre alt.

Missbrauch: Acht Kinder bislang als Opfer identifiziert

Insgesamt konnte die Polizei acht geschädigte Kinder identifizieren. Sie werden nun von Spezialisten betreut, ebenso die Beamten, die extrem psychisch bei der Auswertung des Materials belastet seien, erklärte Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob.

Missbrauchsfall hat unvorstellbare Ausmaße angenommen

Welche Dimension der Fall hat, erläuterte der Polizeipräsident: „Wir haben ein Handy, auf dem 130 000 Bilder und 1300 Videos sind, die ausgewertet werden müssen. Ein Beamter habe ihm mitgeteilt, dass er allein zur Auswertung dieses Handys rund 100 Tage benötigen würde.“

Entsprechend habe man die gesamte Ermittlung aller beteiligten Behörden zur Staatsanwaltschaft Köln, der Abteilung „ZAC“ (Zentrale zur Bekämpfung von Cyber-Verbrechen) verlegt. Vier Staatsanwälte seien mit der Aufklärung der schweren Verbrechen beschäftigt.

Missbrauch: Polizei will anonyme Teilnehmer identifizieren

Durch sehr aufwendige Recherche versuche die Polizei nun, anonymisierte Chatverläufe zu rekonstruieren und die Identität der Kinderporno-Konsumenten zu klären. Dabei sei zu erwarten, dass es weitere Festnahmen geben werde. Auch sei es zu erwarten, dass die Zahl der Opfer-Kinder steigen könnte.

Missbrauchsfälle: Schock sitzt auch bei den Beteiligten tief

Bei der Pressekonferenz im Kölner Präsidium war den Beteiligten von Staatsanwaltschaft, Polizei und Kripo deutlich anzusehen, wie sehr dieser Fall auch sie erschüttert.