Die englische New-Wave-Band Fischer-Z blickt auf 50 Jahre ihres Bestehens zurück. Der Deutschland-Auftakt der Jubiläumstour sorgte in Köln für ein ausverkauftes Haus. Auch ein prominenter Fan feierte mit.
Ausverkauftes JubiläumskonzertTatort-Star feiert britische Musik-Legende in Köln

Copyright: Alexander Schwaiger
Sänger und Gitarrist John Watts gab mit seiner Band Fischer-Z am Mittwochabend (14. Oktober 2026) ein ausverkauftes Konzert im Theater am Tanzbrunnen.

Dass ein Rockstar sechs Jahre nach Gründung seiner Band und dem großen kommerziellen Durchbruch diese wieder auflöst, weil sich diese inzwischen zu sehr von ihren Idealen entfernt habe, ist eher untypisch.
John Watts ist aber ein Zeitgenosse, der nie den Weg gegangen ist, den viele erwartet hätten. 1976 gründete der heute 71-Jährige während des Psychologiestudiums die New-Wave- und Post-Punk-Band Fischer-Z. Der Bandname war ein Wortspiel mit „Fish’s head“ (Fischkopf), auch typisch Watts.
Fischer-Z: 24 Alben und 269 Songs in 50 Jahren Bandgeschichte
Nachdem dieser das Meilenstein-Album „Red Skies over Paradise“ veröffentlicht hatte, versuchte es der Sänger, Gitarrist und Dichter erst einmal solo. 1987 wurde die Band mit neuen Mitgliedern reaktiviert. In diesem Jahr feiert Fischer-Z trotz der zwischenzeitlichen Pause ihr 50-jähriges Bestehen.
Der Deutschland-Auftakt der Jubiläumstour ging am Mittwochabend (14. Oktober 2026) im restlos ausverkauften Theater am Tanzbrunnen über die Bühne. Viele Fans der früheren Jahre waren gekommen, um noch einmal die Klassiker des Briten zu hören.
Im Publikum saßen auch Schauspieler Jan Josef Liefers (62) und Planschemalöör-Sänger und Schauspieler Juri Rother (35). Beide kamen direkt von den Dreharbeiten zum 51. Münster-Tatort „Edle Spender“, die gerade in Köln zu Ende gebracht wurden.

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Schauspieler Jan Josef Liefers (r.) war auch gekommen, um sich Fischer-Z anzuschauen. Er kam mit Planschemalöör-Frontmann Juri Rother direkt von den Tatort-Dreharbeiten.
„Professor Boerne“ erlebte eine Musik-Legende, die immer noch voller Spielfreude sprüht, auch wenn die unverwechselbare Stimme nicht mehr ins Falsett kommt und die Songs inzwischen mit ein paar PS weniger gespielt werden. Dass Fischer-Z als Begleitband auf Bob Marleys allerletzter Tournee aufgetreten ist, schimmerte bei zahlreichen Reggae-Einflüssen in den Songs immer wieder durch.
Zum Jubiläum hatte der Bandleader ein äußerst schlichtes Bühnenbild gewählt. Ein weißer Vorhang, ein paar Glühbirnen, Nebel – im Mittelpunkt sollten die Songs stehen. Dabei griff Watts hauptsächlich auf die Anfangswerke zurück. Zehn der 19 Titel stammten von den ersten drei Alben, inklusive der Hits „The Worker“, „So Long“ und „Berlin“.

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Der Kölner Marian Menge (r.) ist seit vielen Jahren der Gitarrist bei Fischer-Z. Er feierte im Tanzbrunnen sein Heimspiel.
Wie aktuell die Titel von „Red Skies over Paradise“ immer noch sind, zeigte sich beim Protestsong „Cruise Missiles“ gegen das atomare Aufrüsten, der seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wieder gespielt wird. „Die Marschflugkörper kannst du inzwischen secondhand bei eBay kaufen. Das macht die Welt nicht stabiler“, sagte der Frontmann. Vom jüngsten Werk „X-Ray Serenade“ gab es den Titel „Perfect“.
24 Alben hat der Songschreiber in 50 Jahren veröffentlicht. Er blickt auf 269 Songs zurück. Die Idee, dass Fans zu Beginn der zweiten Konzerthälfte einen möglichst schrägen Liedwunsch hineinrufen sollten, scheiterte am Ende daran, dass Watts den passenden Text nicht auf seinem Laptop fand. So improvisierte er mit seinem Solo-Stück „Bigbeatpoetry“.

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Die britische Rockgruppe Fischer-Z feierte ihr Jubiläum mit einem Konzert im ausverkauften Theater am Tanzbrunnen.
Für den Kölner Marian Menge war der Abend übrigens ein Heimspiel. Als im Mai 1979 das erste Fischer-Z-Album „Word Salad“ veröffentlicht wurde, war der glühende FC-Fan gerade mal ein halbes Jahr alt. 2008 spielte er dann mehrere Konzerte als Support der legendären Band, wurde Aushilfsbassist und ist inzwischen seit zehn Jahren fester Gitarrist.
Da im Saal Stühle aufgestellt waren, hatte die Jubiläumsparty lange eher was von einem Theaterbesuch. Immer wieder sprangen Fans bei einzelnen Höhepunkten wie „Marguerite Yourcenar“ auf. Beim größten Hit „Marliese“ war es dann endgültig vorbei mit der Zurückhaltung. Das Publikum feierte einen eigenwilligen Künstler, der sein Werk mit 71 Jahren nicht bloß nostalgisch verwaltet, sondern noch mit Lust und Energie präsentiert.
