Ein gestresster Hund, angebunden im Hochsommer ohne einen Tropfen Wasser: Was aufmerksame Kölner an einem Baum entdeckten, hat nun ein juristisches Nachspiel.
„Es ist erschütternd“Hunde-Szene in Köln macht extrem wütend

Copyright: PETA Deutschland e.V.
Bei Hitze und ohne Wasser wurde der Hund in Köln vermutlich über Stunden an einen Baum gebunden.

Mitten auf der trockenen Wiese sitzt ein Hund – allein, angebunden, die Leine kurz. Wer vorbeikommt, sieht: Das Tier wirkt gestresst. Wasser ist nicht in Reichweite.
Diese Situation aus Köln hat eine unbekannte Person der Tierrechtsorganisation Peta geschildert, wie diese mitteilt. Demnach soll der Hund bei Temperaturen von über 30 Grad während der Arbeitszeit seines Halters mutmaßlich mehrere Stunden an einem Baum festgebunden gewesen sein – ohne Wasser.
Peta meldet Fall dem Veterinäramt – Strafanzeige gestellt
Laut Peta bemerkte die hinweisgebende Person den Vierbeiner am vergangenen Mittwoch (15. Juli) vor dem Sitz eines Unternehmens.
Aufmerksame Menschen hätten den Hund schließlich mit Wasser versorgen können. Zudem sei der Halter ausfindig gemacht worden.
Die Organisation habe die mutmaßlichen Missstände umgehend dem Veterinäramt der Stadt Köln gemeldet und am Donnerstag (16. Juli) Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen den Halter erstattet. Peta erhebt schwere Vorwürfe.
„Es ist erschütternd, dass der Mann seinen Hund bei großer Hitze allein an einem Baum angebunden und ohne Wasser zurückgelassen hat. Ein Tier ist kein Gegenstand, den man während der Arbeitszeit einfach ‚parken‘ kann. Dieses Verhalten ist unverantwortlich und tierschutzwidrig“, so Björn Thun, Fachreferent bei Peta.
„Für den Vierbeiner bedeutet eine solche Situation nicht nur extreme körperliche Qualen, sondern auch Angst, Hilflosigkeit und seelisches Leid. Wir hoffen, dass der Halter zur Rechenschaft gezogen wird und der Hund nie wieder unter solchen Bedingungen leiden muss.“
Bereits am Vortag ähnlicher Verdacht
Peta zufolge soll der Hund offenbar bereits am Vortag über einen längeren Zeitraum bei hochsommerlichen Temperaturen ohne Versorgung allein vor dem Gebäude gesessen haben. Aus Sicht der Organisation bestünden erhebliche Zweifel, dass die tierschutzrechtlichen Anforderungen an eine verhaltensgerechte Unterbringung und Versorgung erfüllt wurden.
Insbesondere, dass dem Hund bei den hohen Temperaturen Wasser vorenthalten und er länger ohne ausreichende Schutzmöglichkeiten angebunden worden sei, könne laut Peta zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag führen.
Forderung nach Hundeführerschein
Peta weist darauf hin, dass Hunde schnell überhitzen können: Sie kühlen sich hauptsächlich über Hecheln ab und besitzen sonst nur wenige Schweißdrüsen.
Die Tierrechtsorganisation nutzt den Fall auch für eine Forderung: Ein gesetzlich geregelter Sachkundenachweis vor der Aufnahme eines Tieres könne dazu beitragen, dass Hundehaltende ihre tierischen Begleiter besser verstehen und deren Bedürfnissen gerecht werden.
In Niedersachsen ist ein sogenannter Hundeführerschein laut Peta seit 2013 verpflichtend. Seit dem 1. Juli 2026 benötigten auch in Bremen Personen, die einen Hund aufnehmen möchten, einen Sachkundenachweis. Österreich habe zum 1. Juli 2026 bundesweit einen verpflichtenden Hundeführerschein eingeführt. In NRW ist ein Sachkundenachweis bislang nur für Hunde bestimmter Rassen und ab einer bestimmten Körpergröße erforderlich.
