Nach 17 Jahren in der Bütt möchte sich Nik Lewin mehr der Musik widmen. Dazu versieht er bekannte Karnevalsklassiker mit einer modernen Rap-Note.
Neuer Sound für bekannte HitsKöln-Legenden begeistert von Karnevalsrap

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Nik Lewin heißt mit bürgerlichem Namen Niklas Milewicz. Er hofft auf den Durchbruch mit seinen Karnevalsrap-Songs.
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Dass sich der Karneval auch musikalisch regelmäßig verändert, ist jährlich an den zahlreichen Neuerscheinungen zu beobachten. Nun kommt ein neuer Stil, der von zwei echten Legenden unterstützt wird: Karnevalsrap.
Der Künstler Nik Lewin (25) hat zusammen mit Ex-Paveier-Frontmann Micky Brühl (64) den Song „Zo Fooss noh Kölle jonn“ neu getextet und aufgenommen. Entstanden ist eine moderne Verbindung aus rheinischer Karnevalstradition und zeitgemäßem Rap.
„Geschwister in der Bütt“ hatten nach 17 Jahren ihren letzten Auftritt
Nik Lewin heißt mit bürgerlichem Namen Niklas Milewicz. Seit 2009 steht er mit seiner fünf Jahre jüngeren Schwester Lena auf der Bühne. „Geschwister in der Bütt“ nennt sich das Duo, das bereits im Alter von vier und neun Jahren im Rheinland angefangen hat.
Zusammen gewannen die Geschwister einige Nachwuchspreise und durften sich bereits auf den größten Bühnen präsentieren. Doch Anfang des Jahres stand nach 17 Jahren der letzte Auftritt als Duo in der Stadthalle Alsdorf an. Ab jetzt wollen sich beide stärker auf die Musik konzentrieren.
Während Lena hauptsächlich die Schlagermusik liebt, hat es Nik Deutsch-Rap und Hip-Hop angetan. Unter dem Namen Hydra Z machte er sich als Rapper, Produzent und Labelgründer einen Namen. „Meine Schwester hatte dann die Idee, dass ich doch einmal zu meinen Lieblings-Karnevalsliedern rappen soll“, sagt der 25-Jährige zu EXPRESS.de.
Er schnappte sich mit „Zo Fooss noh Kölle jonn“ einen seiner Herzens-Songs und rappte dazu. Das Ergebnis nahm er im heimischen Tonstudio auf, zeigte es aber fast ein Dreivierteljahr niemandem. Die Angst vor Kritik in der kölschen Szene war zu groß.
Erst die Zusammenarbeit mit der Partyband Wildbach aus Tirol gab den Impuls. „Wir haben bei einem Auftritt die ‚Hulapalu‘-Version von Andreas Gabalier mit den 257ers gecovert. Das kam sensationell an.“

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Das Cover der neuen Version von „Zo Fooss noh Kölle jonn“, die Nik Lewin mit Micky Brühl produziert hat.
Daraufhin schickte der Sänger seine Karnevalsrap-Premiere an befreundete Karnevalisten wie Ingrid Kühne oder Michael Gerhold. „Die waren begeistert und haben es an Micky Brühl weitergeleitet.“ Auch dem gefiel die moderne Version seines Hits.
„Das hat mich direkt angefixt. Ich fand das großartig“, sagt er zu EXPRESS.de. „Natürlich gibt es auch einige, die meinen, dass man solche Lieder nicht verändern sollte. Aber ich finde, dass es eine Chance ist, die Jugend an den Karneval zu führen. Die ursprüngliche Nummer geht durch die Rap-Version ja nicht kaputt.“

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Micky Brühl ist begeistert von der neuen Karnevalsrap-Version seines großen Hits.
Der Musiker sieht die Zusammenarbeit von Eko Fresh und Brings bei „Bunte Brücke“ ein wenig als Vorbild. Aber ihm haben es vorrangig die Klassiker angetan. „Ich möchte den Hymnen der Stadt einen neuen Anstrich geben“, sagt er zu EXPRESS.de. „Techno ist auch im Karneval sehr im Kommen. Ich möchte jedoch die klassischen Songs in den Fokus rücken.“
Deshalb ist auch schon der zweite Titel fertig. Mit Erry Stoklosa (78) hat er den Bläck-Fööss-Klassiker „Du...(bes die Stadt)“ neu getextet. „Ich möchte respektvoll gegenüber der Tradition, aber auch mutig im Sound der Zukunft sein“, sagt Nik Lewin. „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Jetzt warte ich gespannt auf die Reaktionen.“
