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Lastenrad-Wut in Köln„Da wirst du weggeklingelt und angepöbelt“

Lastenfahrräder stehen auf einem Bürgersteig.

Lastenfahrräder stehen auf dem Bürgersteig in Lindenthal.

Wut auf Lastenrad-Fahrer und -Fahrerinnen: Immer mehr Reaktionen bei EXPRESS.de.

Als sich EXPRESS.de-Leserreporter Dieter K. Ende vergangener Woche über rücksichtslose Fahrer und Fahrerinnen von Lastenrädern beschwerte, stach er in ein Wespennest. Seitdem melden sich immer mehr Kölner und Kölnerinnen zu dem Thema.

Unter anderem schilderte Leserreporter Denis K. die Lage in Nippes: „Hier herrscht die allgemeine Meinung: Wer Lastenrad fährt, hat immer recht!“ Leserreporterin Tina H. pflichtet ihm jetzt voll und ganz bei.

„Denis trifft es voll auf den Punkt. Als Fußgänger hat man es nicht einfach in Nippes, alles ist zugestellt mit Rädern, sodass ältere Menschen mit Rollatoren auf die Straße ausweichen müssen“, schreibt sie an EXPRESS.de.

Wenn man aus der Haustüre kommt, müsse man erst schauen, sonst würde man umgefahren. „Weil Erwachsene jetzt den Gehweg benutzen zum Radfahren. Da wirst du weggeklingelt und angepöbelt“, erzählt Tina H. Jeder Schilderpfahl werde dazu genutzt, sein Fahrrad abzuschließen, unzählige Räder würden Häuserwände säumen. „Was den Gehweg auch nicht breiter mache“, fügt sie ironisch hinzu. 

Ihr Vorschlag: „Man sollte sich mal Gedanken darüber machen, ob man nicht Nummernschilder einführt, damit man im Falle eines Falles auch im Versicherungsfall abgesichert ist.“ Autos, Mofas, Roller – alle würden bezahlen, nur ein Radfahrer nicht.

„Die machen schließlich auch viel kaputt: Hauswände, Poller, unsere Pflanzen usw. Gleiches Recht für alle“, fordert die Kölnerin. 

Hans R.: Viele fühlen sich als diejenigen, die alles dürfen

Laut EXPRESS.de-Leser Hans R. zeigen die Berichte über die Lastenradproblematik eindrucksvoll das Ergebnis grüner Politik in der Stadt. „Seit Jahren wird das Fahrrad als DAS Heilsmittel und Mittelpunkt des Verkehrs bezeichnet und das Auto verteufelt. Viele Nutzer fühlen sich durch diese Politik als diejenigen, die daher alles dürfen“, erklärt er.

Im Verbund mit E-Rollern würden Fußgänger auf Gehwegen gejagt und gefährdet. Die Erfahrungen der EXPRESS.de-Leser und -Leserinnen könne er nur bestätigen. Hans R.: „Viele Helikoptereltern sind hier ein besonders ärgerliches Beispiel unter dem Motto ‚mein Kind zuerst‘. Von Lieferanten wie „wolt“ z.B. ganz zu schweigen. Bitte bleib sie weiterhin an diesem Thema dran.“

Auch Gudrun K. verfolgt die EXPRESS.de-Berichterstattung mit großem Interesse. „Das Problem ist nicht nur auf den Straßen und Parks gegeben, sondern auch an einem Ort, wo die Leute Ruhe suchen und um ihre Verstorbenen trauern“, berichtet sie.

So würden auf dem Melatenfriedhof Radfahrer/E-Bikefahrer immer mehr zunehmen. „Wir selber sind sogar schon von Fahrradfahrern angeklingelt worden und morgens fahren die Kinder mit oder ohne Eltern über den Friedhof zur Schule“, schildert Gudrun K.

Sie seien selbst intensive Radfahrer und würden alles, was geht, mit dem Rad erledigen. Aber auf dem Friedhof würde sie für Radfahrer nicht mehr an die Seite gehen, was ihr allerdings schon böse Bemerkungen und Beinaheunfälle beschwert habe. 

Gudrun K.: „Meine Meinung nach müsste die Stadt da mal durchgreifen, da es immer mehr werden.“