Geld-Zoff! Droht das Aus für das Neujahrsspringen?
„Ohne uns gibt es keine...“Zoff ums Geld: Neujahrsspringen in Garmisch vor dem Aus?

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Symbol für die Tournee: die goldene Siegertrophäe. (Archivbild)
Im Grunde könnte in der Skisprung-Szene alles bestens sein. Bei der 75. Vierschanzentournee sind im kommenden Winter erstmals auch die Frauen dabei. Die Pläne stehen, ein Konzept existiert, und in Innsbruck gibt es nach ewigem Hin und Her bald sogar Flutlicht am Bergisel. Doch ein bizarrer Streit ums Geld überschattet jetzt alle anderen Themen rund um das Kult-Event.
Drei Sternchen als großes Fragezeichen
Der Konflikt zwischen dem Deutschen Skiverband (DSV) und dem Skiclub Partenkirchen, der für das legendäre Neujahrsspringen zuständig ist, ist dermaßen eskaliert, dass der 1. Januar 2027 im Kalender des Weltverbands FIS nur noch mit drei Sternchen markiert ist. Eine Zusage für den Austragungsort gibt es nicht. Stattdessen liest man in dem Dokument nur „GER“ für Deutschland. Von Garmisch-Partenkirchen ist aktuell keine Spur.
Worum geht es bei diesem Krach, der Anfang Mai kurz nach der Ankündigung der Frauen-Premiere bei der Tournee öffentlich wurde? Vereinfacht gesagt: um die vertragliche Regelung zwischen dem DSV und dem Skiclub. Wer erhält welchen Anteil der Einnahmen? Und wie verändert sich die Lage, wenn im nächsten Winter die Frauen an Silvester dazukommen und das Neujahrsspringen mit Stars wie Andreas Wellinger erstmals unter Flutlicht statt wie gewohnt um 14.00 Uhr über die Bühne geht?

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Vier statt zwei Schanzen: Die Frauen um Nika Prevc bekommen auch eine Tournee. (Archivbild)
Skiclub-Präsident spricht von Fehlbeträgen
Wie die «Bild» zuerst meldete, verlangt der Skiclub in Partenkirchen erheblich mehr als die geringe siebenstellige Summe, die er bisher bekommt. Der Verein streicht zwar die Einnahmen aus dem Ticketverkauf ein, muss aber im Gegenzug die gesamte Infrastruktur für das riesige Ereignis bereitstellen. Bis zu 30 Prozent mehr fordert der Club angeblich vom DSV, der hauptsächlich über TV-Verträge und Sponsoren an der Veranstaltung verdient.
„Wir tragen das komplette Risiko, hatten 22 Jahre lang aber keine signifikanten Zahlungsanpassungen. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir bei der Tournee Fehlbeträge in unseren Kassen“, erklärte Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen, gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Der Deutsche Skiverband räumt ein, dass es seit einigen Jahren Unstimmigkeiten mit dem Olympia-Ausrichter von 1936 gibt.
Tournee fest mit vier Orten verbunden
Doch Garmisch ist für die Vierschanzentournee von zentraler Bedeutung. Das Neujahrsspringen besitzt noch mehr Tradition und einen höheren Wiedererkennungswert als die Wettkämpfe an den übrigen drei Schauplätzen. Zudem ist die Tournee seit ihrer Gründung im Jahr 1953 für die vier Stationen Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen berühmt. Maurer stellte klar: „Ohne uns gibt es keine Vierschanzentournee“.
Die FIS und der DSV sind dementsprechend in der Zwickmühle. Dass dieser Konflikt in der wettkampffreien Phase an die Medien gelangte, ist vermutlich kein Zufall. Die Organisatoren des SC Partenkirchen lenken so öffentlichkeitswirksam die Aufmerksamkeit auf das Problem, das Fans und Fernsehzuschauern bisher völlig verborgen blieb.

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Wellinger und Co. warten seit Langem auf einen Triumph. (Archivbild)
Frauen sollen am Quali-Tag springen
Dabei hatte die FIS erst kürzlich die Tournee-Premiere für die Frauen um die slowenische Top-Athletin Nika Prevc besiegelt und das Event damit enorm aufgewertet. Über diesen Schritt war viele Jahre lang debattiert worden. Für die erste Austragung im Winter 2026/27 ist vorgesehen, dass die Frauen ihre Wettkämpfe jeweils am Qualifikationstag der Männer absolvieren. (dpa/red)
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