Zweiter Tag in Wimbledon: Bei den Herren gab es zwei Erfolgsmeldungen, bei den Damen lief es weniger gut.
Tag zwei in WimbledonHanfmann überrascht – Zverev hat Mühe

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Alexander Zverev musste in der ersten Runde dreimal in den Tiebreak und gab einen Satz ab.
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Alexander Zverev steht in Wimbledon nach einem Viersatzerfolg in der zweiten Runde. Der French-Open-Sieger hatte in seinem Erstrundenmatch gegen den Belgier Alexander Blockx zwar Probleme, setzte sich aber mit 6:4, 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 7:6 (7:0) durch. Damit trifft der Hamburger am Donnerstag auf den Franzosen Valentin Royer.
Gut drei Wochen nach seinem Finalerfolg in Paris darf sich die deutsche Nummer eins auch beim Londoner Rasenklassiker Chancen auf ein erfolgreiches Abschneiden ausrechnen. Hinter dem italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner ist Zverev angesichts des Fehlens des Spaniers Carlos Alcaraz an Position zwei gesetzt.
Allerdings ist Wimbledon sein bisher schwächstes Grand-Slam-Turnier. Noch nie kam er weiter als bis ins Achtelfinale. Im vergangenen Jahr war der deutsche Spitzenspieler in der ersten Runde ausgeschieden.
Hanfmann mit seinem allerersten Sieg in Wimbledon
Premiere an der Church Road: Yannick Hanfmann hat erstmals die zweite Runde von Wimbledon erreicht. Der Karlsruher setzte sich am Dienstag gegen den Franzosen Giovanni Mpetshi Perricard mit 6:7 (6:8), 7:6 (11:9), 6:2, 6:3 durch. Nach Jan-Lennard Struff überstand damit der zweite deutsche Tennisprofi bei den Herren Runde eins.
„Das bedeutet mir sehr viel. Ich habe ein paar Freunde da, die sind alle happy und trinken wahrscheinlich ein, zwei Bierchen. Vielleicht feiere ich heute auch noch ein bisschen“, sagte Hanfmann bei Prime Video: „Ich habe in Wimbledon noch nie ein Match gewonnen. Heute hat es endlich geklappt.“
Hanfmann steht zum vierten Mal im Hauptfeld des Rasenklassikers, bei den vorherigen drei Teilnahmen war er jeweils an seiner Auftakthürde gescheitert. Der Weltranglisten-56. trifft nun auf den an Nummer 19 gesetzten Russen Karen Chatschanow oder den Briten Billy Harris.
Gegen den gewaltigen Aufschläger Mpetshi Perricard, der schon nach dem ersten Satz zwölf Asse auf dem Konto hatte, überzeugte auch Hanfmann bei eigenem Service. Nachdem er den ersten Durchgang im Tiebreak unglücklich verlor, behielt der 34-Jährige in einem packenden Finish des zweiten Satzes die Oberhand. Nun war Hanfmann der bessere Spieler, nach 2:40 Stunden Spielzeit auf Court 8 war sein erster Erfolg an der Church Road perfekt.
Drei deutsche Frauen am Dienstag ausgeschieden
Eva Lys hat eine Überraschung in Wimbledon verpasst, auch für Laura Siegemund und Ella Seidel war beim bedeutendsten Tennisturnier des Jahres am Dienstag Schluss. Nach dem zweiten Turniertag ist bei den Frauen somit nur noch eine Deutsche dabei: Tatjana Maria (38) trifft in der zweiten Runde am Mittwoch auf die 18-jährige Iva Jovic aus den USA.
Lys gab beim 5:7, 1:6 gegen French-Open-Halbfinalistin Diana Schnaider (Russland) im ersten Satz eine 5:2-Führung aus der Hand. Siegemund verlor gegen Elise Mertens (Belgien/Nr. 25) 2:6, 4:6 und schimpfte mit der Schiedsrichterin. Seidel hielt beim 4:6, 3:6 gegen die starke Tschechin Linda Nosková, Siegerin beim Vorbereitungsturnier in Berlin, unerwartet gut mit.
Am Montag war bereits Tamara Korpatsch ausgeschieden. Eine derart schwache Bilanz hatten deutsche Spielerin zuletzt 2008, damals erreichte nur Julia Görges die zweite Runde. In den Jahren darauf feierten Spielerinnen aus Deutschland in Wimbledon etliche Erfolge. Sabine Lisicki und Angelique Kerber standen 2013 und 2016 im Finale, Kerber holte 2018 sogar den Titel.
Bei Swiatek fließen Tränen
Titelverteidigerin Iga Swiatek hat in Wimbledon ihre schwierige Erstrundenaufgabe trotz eines wackligen Auftritts gelöst. Die sechsmalige Grand-Slam-Siegerin bezwang am Dienstag auf dem Centre Court die US-Amerikanerin Taylor Townsend 6:1, 2:6, 6:3. Zwischenzeitlich war Swiatek allerdings komplett aus dem Konzept geraten – nach dem Match zeigte sie sich höchst emotional.
„Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es waren schwierige Wochen für mich – in einer Saison, in der noch nicht viel geklappt hat“, sagte Swiatek, nachdem sie noch auf dem Court ein paar Tränen verdrückt hatte. „Ich bin froh, durch so ein Match durchgekommen zu sein. Das sind wichtige Momente.“
Die Polin hatte im Vorfeld des Turniers die mentale Seite der Titelverteidigung als herausfordernd beschrieben. „Wenn ich mir meine Spiele vom letzten Jahr anschaue, erinnere ich mich, dass ich einfach auf das Ziel fokussiert war“, sagte Swiatek: „Ich war sehr ruhig und hatte großes Vertrauen in meine Schläge. Ich hatte kaum Zweifel. Das ist es, was einem am Ende den Sieg beschert.“
Shelton verliert gegen Qualifikanten
Ben Shelton, Nummer fünf der Weltrangliste und Sieger des Vorbereitungsturniers in Stuttgart, ist in der ersten Runde ausgeschieden. Der 23-Jährige aus den USA unterlag dem Finnen Otto Virtanen nach 4:21 Stunden 4:6, 6:3, 7:6 (10:8), 2:6, 6:7 (9:11). Im entscheidenden Tiebreak im fünften Satz vergab der große Favorit einen Matchball.(sid)
Shelton hatte in den vergangenen beiden Jahren in Wimbledon überzeugt, 2024 im Achtel- und 2025 im Viertelfinale verlor er jeweils erst gegen Jannik Sinner. Im vergangenen Jahr holte sich der Italiener anschließend seinen ersten Titel im All England Club. Shelton galt in der Hälfte von Alexander Zverev als einer der Hauptkonkurrenten des deutschen French-Open-Siegers.
Virtanen (25) war über die Qualifikation ins Hauptfeld des bedeutendsten Tennisturniers der Welt gekommen. In der Vorbereitung hatte die Nummer 140 der Weltrangliste bei den zweitklassigen Challenger-Turnieren in Birmingham und Nottingham jeweils das Finale erreicht. Der Sieg über Shelton kam dennoch völlig unerwartet. In Wimbledon hatte Virtanen bis dato in seiner Karriere erst ein Match gewonnen.
„Ich hatte einen großartigen Monat, habe viele Matches auf Rasen gewonnen“, sagte Virtanen, der das Turnier im vergangenen Jahr wegen einer Verletzung verpasst hatte. „Ich wusste, wenn ich gesund bin, werden die Resultate kommen – und hier stehen wir“, sagte Virtanen unter dem Jubel des Publikums. (sid/dpa)
