Tennis-Drama in Paris: Korpatsch siegt, Gegnerin tobt
Sensation und EklatDeutsche Korpatsch siegt, Gegnerin verweigert den Handschlag

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Tamara Korpatsch überrascht bei den French Open.
Tennis-Drama in Paris! Tamara Korpatsch (31) feiert bei den French Open den größten Triumph ihrer Laufbahn. In einem packenden Duell schlug sie die Chinesin Wang Xinyu mit 6:2, 2:6, 6:3 und sichert sich damit erstmals einen Platz in Runde drei bei einem der vier großen Turniere.
Unter der Gluthitze von 30 Grad und bei strahlendem Sonnenschein nutzte die deutsche Außenseiterin nach 2:13 Stunden Spielzeit ihren zweiten Matchball. Als Nächstes wartet auf die Spielerin aus Hamburg entweder die Ukrainerin Jelina Switolina oder Kaitlin Quevedo aus Spanien.
Zoff auf dem Platz: Chinesin verliert die Nerven
Die Stimmung heizte sich bereits gegen Ende des ersten Satzes auf, als Wang eine Entscheidung des Unparteiischen nicht anerkennen wollte. Die Chinesin debattierte hitzig mit der Schiedsrichterin, die von ihrem Stuhl herabstieg, um den Ballabdruck zu kontrollieren. Als Wang dann sogar Korpatschs Spielfeld betrat und die Deutsche zur Rede stellte, erhielt sie folgerichtig eine Verwarnung.
Nachdem Wang, die körperlich nicht auf der Höhe schien, eine Vorhand ins Aus schlug und Korpatsch so ihren siebten Satzball verwandelte, folgte der Höhepunkt der Unsportlichkeit: Sie verweigerte am Netz den Handschlag. Die frühere Bundestrainerin Barbara Rittner analysierte bei Eurosport den Auftritt von Wang, die sich 65 Fehler ohne Not leistete, unmissverständlich: „Einfach völlig daneben.“
Expertin lobt Korpatschs Leistung
Rittner stellte jedoch klar, dass die schwache Vorstellung der Gegnerin die Leistung von Korpatsch nicht herabwürdigen dürfe: „Die macht das gut, die ist hellwach, die hat sich was überlegt, die spielt höhere Spinbälle, bewegt sich gut und bleibt mutig.“ Korpatsch selbst spielte aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Licht erneut mit einer Sonnenbrille.
Abrechnung mit dem Verband
Dieser Triumph ist für Korpatsch eine besondere Genugtuung, da sie auf der Tour als Einzelkämpferin bekannt ist. Unterstützung erhalte sie fast nur von ihrer Familie, erklärte sie nach ihrem Sieg in der ersten Runde in Roland Garros. „Ich und meine Eltern haben einfach alles alleine geschafft. Ich bin wirklich sehr stolz, dass ich so gut wie die einzige Spielerin bin, die es in die Top 100 geschafft hat ohne irgendwelche Hilfe“, so die Spielerin.
Ihr Vater ist ihr Coach, ihre Mutter hilft auch mal als „Besaiterin und jetzt auch Hundesitterin“ aus, berichtete Korpatsch. Die Anerkennung und den Support vom Deutschen Tennis Bund habe sie im Gegensatz dazu des Öfteren „ein bisschen vermisst“. (dpa/red)
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