Mehr als ein Jahr nach seinem Tod Sperma-Streit um ehemaligen Wunderhengst Totilas

Der deutsche Dressurreiter Matthias Alexander Rath reitet auf Totilas während des Mannschaftsfinals der Reit-EM in Aachen. (zu dpa: Totilas-Kauf vor zehn Jahren: Hype um den Wunderhengst) +++ dpa-Bildfunk +++

Wunderhengst Totilas, hier am 13. August 2015, ist im Dezember 2020 im Alter von 20 Jahren verstorben.

Wunderhengst Totilas ist bereits im Dezember 2020 verstorben. Aber auch mehr als ein Jahr nach seinem Tod wird noch immer tiefgefrorenes Sperma von ihm verkauft – um das es jetzt einen Rechtsstreit gibt.

Sperma-Streit um totes Star-Pferd! Um das Ejakulat des vor etwas mehr als einem Jahr gestorbenen Dressur-Ausnahmepferdes Totilas ist bereits im Sommer 2021 ein Streit ausgebrochen.

Dabei stehen sich der letzte Totilas-Besitzer Paul Schockemöhle (77) und der Vorbesitzer und Züchter Kees Visser gegenüber. Der Hengst Totilas war im Dezember 2020 im Alter von 20 Jahren an einer Kolik (schmerzhafte Krämpfe im Bauch) verstorben.

Tiefgerfrorenes Sperma von totem Totilas wird noch immer verkauft

Totilas war auch erfolgreich im lukrativen Deckeinsatz. Auch nach seinem Tod wird noch immer tiefgefrorenes, teures Sperma verkauft. Die Decktaxe beträgt laut der Webseite des Gestüts Schafhof seines früheren Reiters Matthias Alexander Rath 4000 Euro.

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Nach Angaben der „Bild“ soll Visser laut Schockemöhle entgegen Absprachen Sperma des Pferdes zurückgehalten haben, als Schockemöhle Totilas im Oktober 2010 für zehn Millionen Euro gekauft hatte. Der Unternehmer aus dem niedersächsischen Mühlen und frühere Weltklasse-Springreiter erwirkte eine einstweilige Verfügung, durch die Visser der Verkauf untersagt wurde.

Paul Schockemöhle: „Ich sehe der Sache ziemlich beruhigt entgegen“

Visser hat die Absprache bestritten und klagt nun seinerseits gegen Schockemöhle in den Niederlanden. „Ich sehe der Sache ziemlich beruhigt entgegen“, sagte der 77-jährige Schockemöhle.

In seiner sportlichen Karriere war Totilas bestaunt und bewundert worden wie kein Dressur-Pferd vor ihm. Als er im Herbst 2010 von Schockemöhle in Deutschland vorgestellt wurde, gab es einen riesigen Medienrummel um den vermeintlichen Gold-Garanten.

Totilas konnte Erwartungen in Deutschland nicht erfüllen

Seine größten Erfolge feierte Totilas unter seinem niederländischen Reiter Edward Gal. Bei der WM 2010 – wenige Monate vor dem Verkauf nach Deutschland – gewannen Totilas und Gal dreimal Gold in Lexington in den USA.

Nach dem Verkauf an Schockemöhle konnte Totilas die Erwartungen mit seinem neuen Reiter Rath auch aus gesundheitlichen Gründen nicht erfüllen. Nach der EM 2015 in Aachen wurde er aus dem Sport genommen. Zuletzt war Totilas auf dem Schafhof in Kronberg im Taunus bei Rath und seiner Familie. Nachkommen von Totilas sind begehrt. (dpa)

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