Kommentar zu Olympia in Peking DSV-Trainer Maier hat „null Wertschätzung“ für IOC – völlig zu Recht

Die Olympischen Winterspiele in Peking finden vom 4. bis 20. Februar 2022 statt.

Der beleuchtete Olympiaturm ist in Peking am 31. Januar 2022 hinter der olympischen Fahne zu sehen.

Winterspiele in Peking? Am Freitag geht es los, doch statt Vorfreude herrscht bei vielen Sport-Fans traurige Fassungslosigkeit beim Blick auf China.

Der Countdown läuft, am Freitag (4. Februar 2022) beginnen die Olympischen Winterspiele in Peking. Bis zum 20. Februar schaut die Welt nach China. Doch ist es wirklich die Welt? Immer mehr wenden sich ab von Olympia. Gigantismus und Vergabe in Länder wie China sorgen für massive Kritik am IOC. Zu Recht, wie unser Autor in seinem Kommentar meint.

Olympia, das Fest der Jugend. So war es einmal. Vor den Winterspielen in Peking ist die Empörung so groß und die Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) so heftig wie nie. Hintergrund: Im Reich der Mitte werden Menschenrechte teils mit Füßen getreten. Mehr als 1,5 Millionen Uiguren, Kasachen, Kirgisen und andere Minderheiten muslimischen Glaubens sollen in China in Umerziehungslagern gefangen gehalten und teilweise brutal misshandelt werden.

Zu den olympischen Werten gehören Respekt, Freundschaft und Fairness – wie kann das IOC die Spiele da an ein Land vergeben, dass diese Werte mit Füßen tritt?

Olympia: Es ist nie zu spät, um auf Missstände aufmerksam zu machen

Das IOC und viele Athletinnen und Athleten argumentieren, dass Sport unpolitisch sei. Außerdem käme die Diskussion um ein Gastgeberland wie China einige Jahre zu spät, schließlich wurde schon 2015 bekannt gegeben, dass die Spiele in China stattfinden werden. Allerdings: Es ist nie zu spät, um auf massive Missstände aufmerksam zu machen. Und weil das IOC diese Kritik nicht akzeptiert, verliert es an Respekt.

Wolfgang Maier, Alpinchef des DSV, hat in der ARD-Doku „Spiel mit dem Feuer – Wer braucht noch dieses Olympia?“ deutliche Wort gefunden: „Du musst, wenn Du zu Olympia willst, sein wie ein Schaf. Du musst alle Persönlichkeitsrechte abgeben, du wirst getrieben. Du musst dich unterwerfen, tust du das nicht, darfst du nicht mitmachen.“

Maier wird dann deutlich, wie er die olympische Entwicklung findet: „Ich war in den vergangenen zwölf Jahren immer ein sehr kritischer Betrachter. Da geht es um die Umstände, wie man dieses Sportfest feiert. Was immer mehr überwiegt, das ist sicher nicht der Sport und das sind sicher keine olympischen Werte.“

Alpinchef Maier: Sportler werden vom IOC missbraucht

Maiers Urteil über das IOC fällt verheerend aus: „Das ist eine Institution, der ich null Wertschätzung gebe persönlich. Warum müssen wir Sportler in ein Land gehen, dass überhaupt keinen Bezug zum Wintersport hat? Dann kommt die andere Seite und sagt: ‚Hier kann man neue Märkte erschließen, hier kann man Kommerz machen.‘ Und dafür verwendet ihr uns? Da finde ich, werden Sportler missbraucht.“

Hinter den Kulissen soll sich sogar andeuten, dass Olympische Spiele bald in Katar stattfinden könnten. Das IOC, der nächste internationale Verband, der über Leichen gehen würde, um Milliarden zu scheffeln. Beim Bau der Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 sollen Tausende Arbeiter tödlich verunglückt sein. Und Menschenrechte werden in Katar ebenfalls mit Füßen getreten. Das widert viele Sport-Fans an – und sie wenden sich ab.

Jetzt kann man natürlich nicht vom Sport alleine verlangen, dass autokratische Staaten boykottiert werden. Auch politisch und wirtschaftlich muss es endlich Konsequenzen geben. Nicht nur, wenn Olympische Spiele gerade einen Scheinwerfer auf Länder wie China richten. Und das IOC hat die riesige Chance, mit seinen Werten voranzugehen. Der Sport muss endlich Zeichen setzen, wenn Olympia eine Zukunft haben will.

Denn Spiele in China, Russland oder Katar können keinem Menschen Freude bereiten, wenn in den Ausrichterländern Tausende Sklavenarbeiter ums Leben kommen, Millionen Andersgläubige einkaserniert und misshandelt werden, Homosexuellen die Todesstrafe droht oder Frauen zwangssterilisiert werden. Das IOC darf nicht weiter die Augen verschließen.

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