Deutsche American-Football-Fans könnten in der NFL schon bald einen Landsmann zu Gesicht bekommen. Die Houston Texans haben bereits in der zweiten Runde des Drafts einen 23-jährigen Kölner ausgewählt.
Draft in 2. RundeKölscher Jung mischt bald die NFL auf: „Traum Realität geworden“
Der Kölner Marlin Klein (23) ist im NFL-Draft überraschend früh von den Houston Texans ausgewählt worden und steht vor einer Karriere in der besten Football-Liga der Welt.
Der Tight End, der zuletzt am College in Michigan gespielt hatte und in Köln aufgewachsen ist, wurde in der Nacht zu Samstag in der zweiten Runde an Position 59 gezogen. Früher waren nur zwei Deutsche jemals gedraftet worden: Björn Werner an Position 22 und Sebastian Vollmer an Position 58.
Marlin Klein: „Ich wollte von Anfang an nach Houston“
„Ich wollte von Anfang an nach Houston. Meine Verlobte und meine Familie können das bestätigen“, sagte Klein. Houston sei „ein hartes, körperbetontes Footballteam. Genau für so eine Mannschaft spiele ich gerne, davon möchte ich ein Teil sein.“ Die Texans waren noch nie Meister, standen zuletzt aber regelmäßig in den Playoffs.
Klein galt unter Experten eigentlich als Pick für die späteren Runden, nun kämpft er in Houston um einen Platz in der Offensive Line, die Verstärkung benötigt. Er gilt als relativ unerfahren, allerdings mit großem Potenzial. Bei den Michigan Wolverines war er zuletzt wie einst Football-Ikone Tom Brady Teamkapitän. In der NFL hat er als Rookie ein Millionen-Gehalt sicher.
Nach seiner Wahl war Klein überwältigt. „Ich denke an den kleinen Jungen in Deutschland, der damals NFL geschaut hat und davon geträumt hat, einmal selbst auf diesem Niveau zu spielen“, sagte er: „Heute ist dieser Traum Realität geworden. Aber gleichzeitig weiß ich: Das ist nur der Anfang. Ich bin dankbar für jede Unterstützung auf diesem Weg, und jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.“
Eine Alternative zu seinen NFL-Plänen hatte Klein, der 2019 nach dem Schulabschluss in die USA gegangen war, nach eigenen Angaben nie. „Manchmal sage ich: Reifen wechseln. Aber ich weiß es nicht. Mein Plan A war immer: Ich ziehe in die USA und schaffe es in die NFL. Und Plan B war immer, dass Plan A läuft“, sagte er im SID-Interview.
Mehr um einen Platz zittern müssen die anderen sechs Deutschen im Draft Paul Rubelt (Frankfurt/Oder), Mark Petry (Hochheim), Florian Stahler (Köln), Maurice Heims (Hamburg), Felix Leppen (Witzenhausen) sowie Leo Blumentritt (Weichs). (sid)

