Kommentar zum Fall Novak Djokovic So eine Tennis-Nummer eins braucht kein Mensch

Novak Djokovic, Tennis-Profi aus Serbien, reagiert während des Spiels. Djokovic darf nicht an den Australian Open teilnehmen und muss Australien verlassen. Das hat das Bundesgericht in Australien am 16.01.2022 entschieden. Der Einspruch Djokovics gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums wurde abgelehnt.

Tennis-Profi Novak Djokovic, hier am 13. Juli 2018, muss das Australien verlassen.

Novak Djokovic muss Australien verlassen. Nun will er sich erst einmal zurückziehen. Keine schlechte Idee, denn so eine Nummer 1 der Tennis-Welt braucht kein Mensch, findet unser Autor in seinem Kommentar.

Nun ist das Drama also zu Ende und Novak Djokovic muss Australien verlassen! Es war die vorhersehbare und einzig richtige Entscheidung, die das Gericht in Down Under treffen konnte. Denn abseits aller Verfahrensfragen: Der Serbe mag noch so ein Ausnahme-Sportler und Tennis-Gigant sein – aber so eine Nummer 1 braucht wirklich keiner, weder bei den Australian Open noch anderswo.

Und das nicht nur wegen seiner Haltung zu Corona. Aber gerade da wurde deutlich, was etwa den Schweizer Gentleman Roger Federer oder den spanischen Stier Rafael Nadal vom „Djoker“ abhebt: Haltung und Größe, gerade in gesellschaftlichen Fragen.

Novak Djokovic unter Corona-Leugnern und Ultra-Nationalisten

Djokovic hatte schon bei der Adria-Tour im Sommer 2020 gezeigt, was er von den Regeln und dem Kampf gegen Corona hält: Im Zweifel gar nichts und damit hat er natürlich auch Wasser auf die Mühlen der Leugner und Skeptiker gegeben.

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Der Serbe ist mit seiner Nähe zu ultrarechten Nationalisten, Pseudohistorikern und Leugnern des Völkermords im Balkan-Krieg in den 90ern aber nicht erst seit der Pandemie eine mehr als fragwürdige Gestalt in der Tennis-Elite. Neben dem Tennis-Platz scheint er sich in einer Welt der Schwurbler und Verschwörungstheoretikern verloren zu haben.

Novak Djokovic verhielt sich unverantwortlich

Dass er ohne größere Folgen eine erste Corona-Infektion überstand, scheint ihn völlig sorglos gemacht zu haben. Das mag ja für sich persönlich sein gutes Recht sein, genau wie der Fakt, dass er sich nicht impfen lässt.

Aber dass er dann im Dezember noch Interviews durchführte und Podiumsdiskussionen abhielt, obwohl es da schon einen positiven PCR-Test gegeben haben soll, zeigt dann doch: Für Djokovic scheinen die Regeln für die „Normalsterblichen“ nicht zu gelten. Entweder war nämlich der Test eine Fälschung oder er hat wissentlich andere Menschen in Gefahr gebracht, beides ein absolutes No-Go.

Australien gibt keine gute Figur ab

Dass die australische Regierung aufgrund von Verfahrensfehlern nachher ein Veto des Einwanderungsministers brauchte, lässt auch sie in keinem guten Licht dastehen.

Doch der große Verlierer bleibt Novak Djokovic. Er kann nun in diesem und voraussichtlich in den drei nächsten Jahren seinen zehnten Titel in Melbourne nicht mehr einfahren und hat viele Sympathien in der Tennis-Welt eingebüßt. So eine Nummer eins braucht kein Mensch.

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