Während Kimi Antonellis Mercedes-Dominanz bröckelt, ziehen Verstappen, Russell und Hamilton nach. Der Vierkampf um die WM spitzt sich zu – und die Formel 1 bekommt endlich wieder Spannung.
Verstappen lacht über SilverstoneFormel 1 wird zum heißen Vierkampf

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Max Verstappen ist gut gelaunt und sorgt in der Formel 1 wieder für mächtig Spannung.

Die Formel 1 kommt an ihre Geburtsstätte Silverstone. Und aus der One-Man-Show von Mercedes-Wunderkind Kimi Antonelli (19) ist ein heißer Vierkampf geworden.
Der Österreich-Sieg des zur Nummer zwei degradierten George Russell (28) brachte ihn auf 40 Punkte an seinen jungen Teamkollegen heran. Aber vor allem die furiose Fahrt von Max Verstappen (28) im runderneuerten Red Bull sowie die Leistungen von Altmeister Lewis Hamilton (41) im verbesserten Ferrari machen Hoffnung auf eine spannende WM.
Der Silberpfeil ist das beste Auto, doch die Konkurrenz kommt näher
Das gefällt den Fans und den Fahrern. „Ich hätte gerne einen großen Kampf. Man will die besten Fahrer, die besten Teams, alle dabei haben. Je mehr, desto besser.“ Für sein Heimrennen (Sonntag, 5. Juli 2026, 16 Uhr, Sky) hat er auch Erzfeind Verstappen auf dem Zettel: „Diese Saison hat so viele Unbekannte mit sich gebracht: Es kann sein, dass wir beide nach Silverstone gehen und ein großartiges Wochenende haben, es kann sein, dass wir hinfahren und Max obenauf ist. Ich gehe einfach mit einer offenen Einstellung hinein.“
Aber Russell will natürlich siegen und seinen Heim-Fluch endlich brechen. Am nächsten dran war er 2024, als er von der Pole-Position startete, das Rennen aber wegen eines Wasserlecks vorzeitig beenden musste. Den Sieg staubte mal sein damaliger Mercedes-Kollege Hamilton ab, der sein Heimrennen bereits neunmal gewann.
Der Silberpfeil ist auch aktuell das beste Auto (sieben von acht Rennsiegen), doch die Konkurrenz kommt näher. In Barcelona feierte Hamilton seinen ersten Sieg im Ferrari, in Spielberg kam Verstappen nur 1,6 Sekunden hinter Russell ins Ziel und wittert nach langer Schwächephase im runderneuerten Red Bull seine Chance: „Das Befriedigende war, dass ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, wirklich um den Sieg kämpfen zu können.“
Doch das gute Spielberg-Gefühl wich einer gewissen Silverstone-Skepsis. „Ich liebe die Strecke, aber ich bin ein paar Runden im Simulator gefahren und musste anfangen zu lachen“, berichtet Verstappen. Er erklärt: „Es fühlte sich ehrlich gesagt wie eine andere Strecke an, du hast kaum Batterie über die Runde, es ist einfach ständig Vollgas.“
Damit meint er das neue Fahrgefühl durch den neuen Hybrid-Antrieb. Die Motoren beziehen beinahe 50 Prozent Leistung von der Batterie und die muss ständig wieder aufgeladen werden. „In Spielberg hast du lange Geraden, dann starke Bremszonen, in denen du die Batterie laden kannst. In Silverstone hast du lange Geraden, aber dann zum Beispiel eine schnelle Kurve, so dass du die Batterie nicht wirklich laden kannst, und auf der nächsten Geraden hast du dann nicht viel zum Einsetzen. Das wird hart.“
Red Bull tat in den vergangenen Wochen allerdings alles, um seinen Starfahrer zufrieden zu stellen und speckte den RB22 um einige Kilos ab. Und damit wäre der im Heimrennen auch zum Sieg gerast, wäre er nach seinem unverschuldete Quali-Unfall von weiter vorne als Platz fünf gestartet und im rundenlangen Rad-an-Rad-Duell mit Hamilton aufgehalten worden.
Teamchef Laurent Mekies (49) freut sich über „einen Schritt in die richtige Richtung“. Aber: „Das ist jetzt gerade mal der Beginn des Kampfes. Jeder entwickelt weiter, jeder wird weitere Updates bringen.“ Auch Verstappen stapelt noch tief: „Für einen WM-Titel haben wir noch zu viele Probleme.“
Wie groß die Diskrepanz zwischen zwei Rennplätzen sein kann, zeigt Ferrari. Nach dem Hamilton-Sieg in Barcelona entpuppte sich der SF-26 in der Hitze von Spielberg als Reifenfresser. Die Folge: Er und Charles Leclerc (29) wurden auf die Plätze fünf und acht durchgereicht auch wegen falscher Boxenstopp-Entscheidungen. „Wir haben bei der Strategie überreagiert“, kritisierte Teamchef Fred Vasseur (58). „Das ist sehr schade, denn da fehlen uns Punkte im WM-Kampf.“
Hamilton liegt 46 Punkte hinter Antonelli und fordert: „Wir müssen das nächste Upgrade so schnell wie möglich ans Auto bringen. Wenn man gegen Mercedes kämpft, fühlt es sich nicht so an, als würde nur Leistung fehlen. Es geht vielmehr darum, die Energie über die gesamte Runde verfügbar zu haben. Mercedes scheint dort einfach einen Vorteil zu besitzen. Genau das müssen wir verbessern.“
