Hitzerennen in ÖsterreichReifenfresser-Ferrari durchgereicht – Antonelli zu spät zur Party

George Russell gewinnt die Hitzeschlacht von Spielberg, bei Ferrari gibt es Reifen-Frust und eine fragwürdige Strategie.

Geniestreich im heißen Qualifying, fehlerfrei im noch heißeren Rennen: George Russell (28) gelang mit dem Sieg im Österreich-GP ein Befreiungsschlag im Kampf um die Mercedes-Führung gegen seinen jungen Herausforderer Kimi Antonelli (19).

Der Brite hielt den nach seinem Qualifying-Crash vom fünften Startplatz wild attackierenden Max Verstappen (28) in Schach und verkürzte mit seinem zweiten Saisonsieg nach Melbourne seinen WM-Rückstand auf 40 Punkte. „Ja, ein schöner Sieg. Es hat ein wenig gedauert. Aber jetzt werde ich diesen Sieg genießen. Denn Max im Red Bull war unglaublich schnell dieses Wochenende“, sagte Russell.

Antonelli zahlt Lehrgeld

Nach Pleiten, Pech und Pannen auf seiner Seite der Garage und fünf Antonelli-Siegen in Serie fühlt er sich wieder wohler in seinem Silberpfeil: „Danke auch ans Team, das wieder in die Spur gefunden hat. Dieses Wochenende war sehr, sehr wichtig für mich, um mich daran zu erinnern, dass ich es schaffen kann. Jetzt geht es nach Silverstone, meinem Heimrennen, da will ich so weitermachen.“

Antonelli dagegen musste nicht nur im Qualifying Lehrgeld zahlen, als Russell nach dem Verstappen-Crash nur kurz vom Gas gegangen und noch auf die Pole gerast war, sondern auch beim Start. Gleich dreimal musste er die Strecke verlassen, hatte dadurch allerdings keinen Vorteil und kam glimpflich ohne Strafe davon.

„Ich war etwas zu aufgeregt in den ersten Runden, da habe ich paar Fehler gemacht“, gestand Kimi, der sich dann steigerte und in den letzten Runden Verstappen im Getriebe hing. „Nach dem Reifenwechsel war es dann besser, leider war es etwas zu spät, um Max noch zu überholen. Ich bin ein bisschen zu spät zur Party dazugestoßen. Hätte das Rennen noch zwei, drei Runden gedauert, wäre es noch spaßiger geworden. Aber ich muss noch an mir und meinen Fehlern arbeiten.“

Auch Verstappen hatte nach dem durch ein Problem am Auto ausgelösten Quali-Crash Spaß und feierte sein achtes Podium in Red Bulls Heimrennen: „Ja, es war ganz klar ein gutes Rennen. Die ersten Runden waren sehr spaßig. Das Auto war in einem guten Zustand. Dann gab es ein paar Probleme, die mich gehindert haben, den Rhythmus zu finden. Aber am Ende bin ich natürlich happy mit dem zweiten Platz.“

Sauer war dagegen das von den Plätzen zwei und drei gestartete Ferrari-Duo Charles Leclerc (29) und Lewis Hamilton (41), das durch ihre reifenfressende Rote Göttin auf acht und fünf durchgereicht wurde. „Diese sch... Reifen“, funkte Leclerc.

Hamilton, der sich ein rundenlanges Rad-an-Rad-Duell mit Verstappen lieferte, machte ein merkwürdiger Wechsel auf die weichen Mischungen die Hoffnungen auf das Podium zunichte. Dadurch verlor er sogar Platz vier an McLaren-Pilot Oscar Piastri (25). Dessen Teamkollege, Weltmeister Lando Norris (26), wurde nur Siebter und wird seinen Titel verlieren. Audi-Routinier Nico Hülkenberg (38) wurde hinter Teamkollege Gabriel Bortoleto (21) nur Zwölfter.

George Russell fährt über die Ziellinie, im Vordergrund ballt jemand die Faust.
Kräfteverhältnisse neu gemischt
Russell meldet sich im WM-Kampf zurück