Bahnt sich in der Formel 1 ein spektakulärer Wechsel an?
Verhandlungen mit TeamchefMax Verstappen will zu Mercedes wechseln

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Toto Wolff und Max Verstappen – sind sie bald im selben Team?

Es ist wieder Murmeltiertag in Montréal. Während die putzigen Nager an der High-Speed-Piste auf der Île-Notre-Dame herumlümmeln, kochen die Gerüchteköche im Fahrerlager ihr Süppchen.
Weil Jos Verstappen (54) im Vieraugengespräch mit Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54) erwischt wurde, nehmen die Spekulationen über einen Wechsel von Sohn Max (28) zu den Silberpfeilen vor dem Grand Prix von Kanada (Sonntag, 24. Mai 2026, 22 Uhr, Sky) wieder Fahrt auf.
Anzeichen auf Verstappen-Wechsel
Verstappen will Mercedes fahren. Diese Aussage ist angesichts seines nicht ausbalancierten und deshalb langsamen Red Bull RB22, des überlegenen Silberpfeils von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (19) und seines Fahrspaßes mit dem GT3-Mercedes im 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nicht von der Hand zu weisen. Und Verstappen könnte dank einer Leistungsklausel aus seinem bis 2028 laufenden Vertrag, ist er doch als WM-Siebter mit 74 Punkten Rückstand auf Antonelli nicht in der Position, die er sich juristisch hat zusichern lassen.
Die Anwesenheit und Mercedes-Offensive von Verstappen senior wird von Insidern als untrügliches Zeichen für einen sich anbahnenden Wechsel gewertet. Zu viel ist bei Red Bull in den vergangenen Jahren durch die Intimfoto-Affäre von Teamchef Christian Horner (52), Flucht von Designguru Adrian Newey (67) zu Aston Martin und weiterer Top-Techniker sowie der Ausbootung seines Mentors Dr. Helmut Marko (83) passiert.
Bei Mercedes müsste bei einer Verstappen-Verpflichtung natürlich George Russell (26) weichen. Der Brite ist ohnehin von Wunderkind Antonelli deklassiert (nach vier Rennen 20 Punkte zurück) und als Erzfeind des Niederländers als Teamkollege unvorstellbar. Aktuell muss Verstappen aber mit seinem RB22 Vorlieb nehmen und da sieht er dank der Reduzierung des Elektroanteils wieder Land.
Einen vorzeitigen Rücktritt schloss er in der Medienrunde aus: „Ja, definitiv. Ich habe immer gesagt, dass es mir nicht darum geht, ob ich selbst ein gutes Auto habe. Ich will, dass die Formel 1 ein gutes Produkt ist. Und das wird mit Sicherheit das Produkt verbessern.“
Auch das von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem (64) angekündigte PS-Doping für den V6-Turbo sieht Verstappen positiv: „Das geht definitiv in eine positive Richtung. Das war das Minimum, auf das ich gehofft hatte, und es ist schön, dass sie das jetzt machen möchten. Ich denke, dass es das ist, was der Sport braucht.“
Den Irrweg Hybridmotor verlässt die FIA aber viel zu spät, findet Altmeister Fernando Alonso (44): „Leider haben wir diese Phase, in der wir ein Jahrzehnt oder mehr echten Rennsport verloren haben.“ Der Spanier glaubt auch nicht an eine deutliche Verbesserung der Rennfahrens: „Die DNA dieser Antriebseinheiten wird immer gleich bleiben, sie wird immer belohnen, wenn man in den Kurven langsam fährt.“ „Warten“ sei daher angesagt, auf den nächsten Reglementzyklus ab 2030. Dann will Ben Sulayem ein V8-Comeback mit einem geringeren Elektronanteil. Doch dann dürfte Alonso schon in Rente sein.
