VRS-Tickets Jetzt steht fest – so teuer wird das Bahnfahren ab 2023 in Köln und der Region 

Ex-Weltmeister beleidigte Hamilton Nelson Piquet reagiert auf Schock-Video: „Übersetzung nicht korrekt“

Lewis Hamilton und Max Verstappen gehen durch das Fahrerlager der Formel 1.

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (r.), hier am 15. Juli 2021 in Silverstone.

Die Formel 1 hat ihren nächsten Rassismus-Eklat. Der dreimalige Weltmeister Nelson Piquet beleidigte in einem Interview aus dem Jahr 2021 Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Piquet hat nun reagiert.

Schon wieder ein Rassismus-Vorfall in der Formel 1. Ein Video, das jetzt aufgetaucht ist, zeigt den ehemaligen Formel-1-Weltmeister Nelson Piquet (69) in einem Interview. Es geht um einen Vorfall zwischen Lewis Hamilton (37) und Max Verstappen (24) bei einem Rennen im Jahr 2021.

Im besagtem Video nennt der Brasilianer Hamilton einen „Neguinho“, ein Wort, welches im Deutschen dem „N-Wort“ entspricht – einem beleidigenden und diskriminierenden Ausdruck für eine dunkelhäutige Person.

Formel 1: Lewis Hamilton von Nelson Piquet rassistisch beleidigt 

Zur Situation: Im Interview ging es um eine Szene beim Rennen in Silverstone 2021, als Mercedes-Fahrer Hamilton nach einem Manöver Verstappen von der Strecke gedrängt hatte und dieser mit einer sehr hohen Geschwindigkeit in die Bande einschlug.

Alles zum Thema Lewis Hamilton

Zwischen 1978 und 1991 fuhr Piquet selbst in der Formel 1 und wurde dreimal Weltmeister. Seine Tochter Kelly ist zudem mit Max Verstappen liiert.

Der Brite reagiert nun auf die aufgetauchten Aufnahmen, schrieb empört auf Twitter: „Es ist mehr als Sprache. Diese archaischen Denkweisen müssen geändert werden und haben keinen Platz in unserem Sport. Ich war mein ganzes Leben lang von diesen Einstellungen umgeben. Es war genug Zeit, um zu lernen. Die Zeit zum Handeln ist gekommen.“

Die Formel 1 veröffentlichte ebenfalls nach dem Vorfall ein Statement und schrieb: „Diskriminierende oder rassistische Sprache in jeglicher Form ist inakzeptabel und hat keinen Platz in der Gesellschaft. Lewis ist ein unglaublicher Botschafter unseres Sports und verdient Respekt. Seine unermüdlichen Bemühungen, Vielfalt und Inklusion zu steigern, sind für viele eine Lehre und etwas, dem wir uns bei der Formel 1 verschrieben haben.“

Hier sehen sie das Interview mit der Video-Überschrift: „Nelson Piquet benutzt eine rassistische Wortwahl als er den Unfall von Hamilton mit Verstappen kommentierte.“

Unter anderem erzählt der Brasilianer im Interview mit dem Journalisten Ricardo Oliviera: „Der kleine N***** stellt das Auto so hin, weil er keine Chance hatte, in dieser Kurve zwei Wagen zu überholen. Es ist ein Witz! Er hat Glück, dass es nur Verstappen erwischt hat.“

Hamiltons Rennstall Mercedes steht auch hinter seinem Piloten und schrieb auf Twitter, dass sie ebenfalls „jegliche Art von rassistischer oder diskriminierender Sprache verurteilen.“ Und weiter: „Lewis hat die Bemühungen unseres Sports zur Bekämpfung von Rassismus angeführt und er ist ein wahrer Verfechter der Vielfalt auf und neben der Strecke.“

Hamilton beleidigt? Nelson Piquet meldet sich zu Wort 

Piquet selber meldete sich am Mittwoch (29. Juni) in einem Statement und wies einen rassistischen Hintergrund zurück: „Ich entschuldige mich von ganzem Herzen bei allen Betroffenen, einschließlich Lewis, der ein unglaublicher Fahrer ist, aber die Übersetzung in einigen Medien, die jetzt in den Sozialen Medien kursiert, ist nicht korrekt. Diskriminierung hat weder in der Formel 1 noch in der Gesellschaft etwas zu suchen, und ich freue mich, in diesem Zusammenhang meine Gedanken klarzustellen.“

Piquet erklärte sich weiter: „Was ich gesagt habe, war unbedacht, und ich wehre mich nicht dagegen, aber ich möchte klarstellen, dass es sich bei dem verwendeten Begriff um einen handelt, der weithin und historisch betrachtet im brasilianischen Portugiesisch umgangssprachlich als Synonym für ‚Kerl‘ oder ‚Person‘ verwendet wird, und nie beleidigend gemeint war.“

Er würde das Wort, das ihm in vielen Übersetzungen vorgeworfen worden sei, niemals verwenden: „Ich weise jede Vermutung entschieden zurück, dass ich das Wort mit dem Ziel verwendet habe, einen Fahrer wegen seiner Hautfarbe herabzusetzen.“

Kurz zuvor hatte es schon einen Rassismus-Vorfall beim Rennstall Red Bull gegeben, als Ersatzpilot Jüri Vips (21) sich auf der Plattform Twitch homophob und rassistisch geäußert hatte. In dem Video verwendete der Formel-2-Fahrer ebenfalls das N-Wort und bezeichnete die Farbe Pink als „schwul“. Der Niederländer ist mittlerweile entlassen.

Die FIA betonte derweil ihre Solidarität mit dem siebenmaligen Weltmeister Hamilton und verurteilte Rassismus. Ein Jahr nach dem umstrittenen Vorfall in Silverstone kehrt die Formel 1 am Wochenende (3. Juli/16 Uhr) für den zehnten Saisonlauf nach Großbritannien zurück. (fr/dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.