„Jedes Wochenende“ Formel 1 plant offenbar dauerhafte Einführung von Sprintrennen

Das Feld der Formel 1 kurz nach dem Start des Sprintrennens in Silverstone.

Max Verstappen führt das Feld am 17. Juli beim ersten Sprintrennen der Formel 1 in Silverstone an.

Die Sprintrennen sorgen in der Formel 1 weiter für Diskussionen. Nach einem vielversprechenden ersten Start überlegen die Macher sogar schon, den neuen Modus dauerhaft einzuführen.

Budapest. Wird die kleine Revolution in der Formel 1 künftig zum Standard? Beim Renn-Wochenende in Silverstone Mitte Juli wurde das Qualifying am Samstag (17. Juli) zum ersten Mal durch ein Sprintrennen über 100 Kilometer ersetzt.

Dort wurde die Startaufstellung für das Rennen am Folgetag herausgefahren, für das Spitzentrio gab es außerdem drei, zwei und einen Punkt für die WM-Wertung. Bei zwei weiteren Rennen soll der in der Formel 2 bereits etablierte Modus in dieser Saison noch getestet werden – und wird künftig womöglich zum Standard.

Formel-1-Boss Stefano Domenicali sieht Zukunft für Sprintrennen

Denn F1-CEO Stefano Domenicali (56) verriet der „Gazzetta dello Sport“: „Es gibt die Überzeugung, jedes Wochenende mit diesem Format zu fahren. Wir werden das Thema am Ende des Jahres studieren, aber wir haben überhaupt keine Eile.“

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Stefano Domenicali spricht am Rande eines Rennens der Formel 1 mit Hollywood-Star Tom Cruise.

Formel-1-CEO Stefano Domenicali (r.), hier beim Silverstone-Rennen am 18. Juli mit Hollywood-Star Tom Cruise.

Der frühere Ferrari-Boss erklärte, dass er den Wunsch verspüre, Events mit Sprint-Rennen so gut es geht zu fördern. Die Premiere in Großbritannien habe ihn jedenfalls überzeugt: „Wir haben neue Inhalte geboten, außerdem ist die Tatsache, dass die Ergebnisse an allen drei Tagen wichtig sind, ein neues Element.“

Anders als bei traditionellen Rennen, an denen der Freitag für zwei freie Trainingseinheiten reserviert war, gibt es an Renn-Wochenenden mit dem neuen Sprint-Format bereits am Freitagabend das Qualifying für das verkürzte Rennen am Samstag. Das zweite Training findet samstags statt, das dritte freie Training entfällt.

Formel 1 geteilter Meinung über Sprintrennen statt Qualifying

Derart überzeugt sind bislang allerdings nicht alle Teams und Fahrer in der Formel 1. Schon vor der Einführung des neuen Modus, der in Silverstone Premiere feierte, hatte es Kritik gegeben. Auch nach den ersten 100 Kilometern im neuen Format hatten sich nicht alle Zweifel zerstreut.

Bedenken gibt es etwa um die Frage, wie groß das Risiko für die Teams ist. Red-Bull-Pilot Sergio Pérez (31) etwa flog beim Sprintrennen von der Strecke ab und musste beim wichtigen Rennen als Letzter aus der Box starten. Entsprechend gibt es Befürchtungen, dass die Teams nur wenig ins Risiko gehen und die Sprint-Rennen begrenzten Unterhaltungswert bieten.

In Silverstone gab es dagegen die erhoffte Action auf der Strecke, weil Max Verstappen (23) Lewis Hamilton (36) beim Start düpierte und einen knappen Vorsprung verteidigte.

„Auch beim Halo (dem Sicherheitsbügel über dem Cockpit, Anm. d. Red.) waren viele Leute dagegen und inzwischen zieht es keiner mehr in Zweifel“, zeigte sich Domenicali im Hinblick auf bestehende Zweifel entspannt. (bc)

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