Die Formel 1 kehrt nach Afrika zurück. Die Ruanda-Strecke soll der rheinische Star-Architekt Hermann Tilke bauen.
Afrika feiert ComebackRheinischer Star-Architekt baut neue Formel-1-Strecke

Die Formel 1 treibt ihren weltweiten Expansionskurs weiter voran. Nach vielen neuen Rennen im arabischen Raum und in den USA kehrt die Königsklasse des Motorsports nach Afrika zurück.
Aber es kommt nicht, wie schon öfter gemunkelt, zu einem Comeback in Südafrika, wo von 1967 bis 1993 in Kyalami gefahren wurde. Auserkoren wurde das kleine, ostafrikanische Land Ruanda, wo in der Stadt Bugesera eine neue Strecke entstehen und ab den „frühen 2030er Jahren“ der Große Preis von Afrika ausgetragen wird.
Hermann Tilke soll Ruanda-Strecke bauen
Die Piste in der für seine Sumpf- und Seenlandschaft bekannten Region 40 km südlich der Hauptstadt Kigali befindet sich seit 2025 in der Planung. Sie wird von der Firma des früheren Formel-1-Fahrers Alexander Wurz (52) entworfen und vom Aachener Streckenarchitekten Hermann Tilke (71) gebaut.
Die Firma WurzDesign teilt mit: „Die Strecke wird so konzipiert, dass sie sich harmonisch in die natürliche Landschaft einfügt. Dabei werden die Höhenunterschiede des Geländes genutzt, um ein einzigartiges und anspruchsvolles Rennerlebnis zu schaffen und den Fans gleichzeitig hervorragende Sichtmöglichkeiten zu bieten.“
Mit der Fertigstellung wird „zu Beginn des nächsten Jahrzehnts“ gerechnet. Ruanda hat zwar noch keine Strecke, dafür aber einen Vertrag über zehn Jahre.
Das freut Rekordweltmeister Lewis Hamilton (41), der über seinen Vater Anthony (66) afrikanische Wurzeln hat und sich bereits für die Rückkehr nach Afrika stark gemacht hat. Für ihn sei Afrika der „wichtigste“ und „schönste Kontinent“, sagte der Brite. „Wir sind auf allen anderen Kontinenten vertreten, nur nicht auf diesem, und dafür sollte es keinen Grund geben.“

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Die neue Formel-1-Strecke in Ruanda wird von der Firma des früheren Formel-1-Fahrers Alexander Wurz entworfen und vom Aachener Streckenarchitekten Hermann Tilke gebaut.
Diesen weißen Fleck auf der Weltkarte füllt die Formel 1 nun, indem sie wirkliche Traditionsstrecken wie Nürburgring, Imola und Spa durch horrende Antrittsgagen aus dem Kalender gedrängt hat. Auch der von neuen Investoren aufgemöbelte Hockenheimring kann oder will sich aktuell kein überteuertes Formel-1-Gastspiel leisten, wie Geschäftsführer Jorn Teske (58) jüngst bestätigte, weshalb eine Rückkehr des Großen Preis von Deutschland in den Sternen steht.
Da kann Stefano Domenicali (61) noch so oft betonen, wie wichtig ihm der Automarkt Deutschland sei und wie sehr er sich über eine Rotation von Hockenheim (z.B. mit Zandvoort) freuen würde. Jetzt freut sich der frühere Ferrari-Teamchef erstmal auf Ruanda: „Afrika war schon immer Teil der Zukunft der Formel 1. Von Anfang an war es unser erklärtes Ziel, auf die richtige Weise zurückzukehren.“

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Hermann Tilke soll die neue Formel-1-Strecke in Ruanda bauen.
Doch ob Ruanda das richtige Land für das Afrika-Comeback ist, darf bezweifelt werden. In der Hauptstadt Kigali herrscht seit 26 Jahren der Autokrat Paul Kagame (68), dem das sogenannte Sportswashing zur Image-Pflege und als Ablenkung von Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen wird. So holte seine Regierung vor drei Jahren den FIFA-Kongress nach Kigali, wo Präsident Gianni Infantino (58) wiedergewählt wurde, und richtete im Vorjahr die Radsport-WM aus.
Doch solche Bedenken scheren den Weltverband FIA nicht. Dessen durch einige Fehltritte schon auf Infantino-Niveau angekommener Präsident Mohammed Ben Sulayem (64) sieht die Formel-1-Rückkehr nach Afrika als Chance, „ein bleibendes Erbe zu schaffen, neue Generationen zu inspirieren, Talente zu fördern und neue Möglichkeiten für den Motorsport in Afrika und darüber hinaus zu eröffnen.“
