Formel-1-Überraschung RTL-Experte Danner wechselt zu Sat.1

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TV-Experte Christian Danner, hier am 8. September 2019 in Monza, wechselt von RTL zu Sat.1. 

Köln – Zeit, dass sich was dreht für Sebastian Vettel (33).

Beim ersten Großen Preis der Türkei in Istanbul (Sonntag, 11.10 Uhr, RTL & Sky) nach neun Jahren hat der leidende Ferrari-Star zum viertletzten Mal Gelegenheit, seinen angekratzten Ruf zu reparieren.

Darüber sprach EXPRESS nun mit RTL-Experte Christian Danner (62), der nach dem Formel-1-Ausstieg des Kölner Senders in die Formel E und zu Sat.1 wechseln wird.

Sie gehören seit 1998 zu RTLs Formel-1-Team. Nur noch vier Rennen, dann endet diese Ära – obwohl Mick Schumacher 2021 debütieren wird. Wie viel Wehmut ist dabei?

Danner: Das war natürlich eine lange und schöne Zeit. RTL hat sich nun entschieden, dieses Pfund aus der Hand zu geben. Aber das Rad der Zeit dreht sich weiter und ich werde weiter im Motorsport präsent bleiben.

Wie wir erfahren haben werden Sie künftig für Sat.1 die Formel E kommentieren. Können Sie das schon bestätigen?

Das ist die beste Möglichkeit, aber das muss ProSieben/Sat.1 verkünden. Ich kann nur sagen: Ich bin in der Formel 1 und E gut aufgestellt. Ich war damals in Peking sogar beim ersten Formel-E-Rennen dabei, habe die Formel E von Anfang an unterstützt.

Ich habe mich nie lustig darüber gemacht. Es ist auch ein Rennauto, mit was das angetrieben wird, ist mir Wurst. Hauptsache du hast Rauch an der Kette und kannst Gas geben. Derzeit ist E-Motorsport eine Erweiterung unserer Sportart, aber in der Zukunft fährt sicher auch die Formel 1 elektrisch oder mit Wasserstoff.

Kommen wir zur aktuellen Formel 1. Da dauert Sebastian Vettels Leidenszeit bei Ferrari noch vier Rennen. Ramponiert er sich da gerade seinen Ruf?

Ich weiß nicht, ob man das eine Leidenszeit nennen sollte. Er muss halt schauen, dass er das irgendwie gebacken kriegt, das er mit dem Auto schnell fährt. In Imola war er im Rennen ja ziemlich schnell, da hat ihm nur der vermasselte Boxenstopp ein gutes Ergebnis verhagelt. Er muss nur das Qualifying besser hinkriegen, da fehlten ihm immer fünf Zehntel auf Charles Leclerc.

Die eine schnelle Runde wird auch in Istanbul haarig mit der berüchtigten Vierfach-Kurve 8. Aber der Sebastian kennt das ja, der hat ja 2011 das letzte Rennen dort gewonnen.

Wird Vettel 2021 mit dem Aston Martin ein Auto haben, mit dem er Ferrari schlagen kann?

Das denke ich schon, denn das Auto basiert ja auf dem diesjährigen und bekommt noch das aktuelle Mercedes-Heck.

Aber ganz doof ist Ferrari auch nicht. Die sind halt mit ihrem Beschiss um den ganzen Motor-Krams aufgeflogen. Deshalb hat Teamchef Binotto einen neuen Motor angekündigt. Es würde mich wundern, wenn sie nicht den Anschluss an die Spitze wieder herstellen können. Das jetzt ist alles schon schlimm genug, aber das wäre eine Blamage.

Kann Vettel im Aston Martin sogar Lewis Hamilton im Silberpfeil gefährlich werden?

Der nächste Schritt, um sukzessive ums Podium mitzufahren, wird der schwierigste. Da ist Mercedes, da ist Red Bull und dann wird Ferrari auch irgendwann wieder vorne mitfahren. Also ich glaube, 2021 wird es für Aston Martin und Vettel zäh.

2021 wird Mick Schumacher (21) im Haas debütieren. Sie hatten sich auf Alfa Romeo festgelegt, warum hat sich Ferrari für Haas als Ausbildungsteam entschieden?

Dass Mick fix bei Alfa Romeo fährt, da bin ich falsch zitiert worden. Bei denen war klar, dass Fiat, nicht Ferrari, einen Italiener im Auto wollte und deshalb fährt Antonio Giovinazzi. Denn wer zahlt, schafft an.

Ich hatte den Schumacher eher bei Haas gesehen. Und mit dem Russen Nikita Mazepin bildet er dann ein Juniorteam. Das einzig blöde ist, dass sie wahrscheinlich um den letzten Platz fahren.

Das dürfte bei 70 Prozent Ferrari-Teilen im Haas auch von deren Antriebsstrang abhängen.

Na ja, da hinten fährt derzeit ein Williams-Mercedes, der eher nach vorne ausgerichtet ist. Und ein Alfa Romeo, der ist definitiv besser aufgestellt als der Haas. Die Chance, dass die Schlusslicht werden nächstes Jahr, ist relativ groß.

Aber selbst große Fahrer wie Fernando Alonso und Mark Webber haben in einem Minardi angefangen, das ist völlig wurscht. Hauptsache er fährt, das würde mich wahnsinnig freuen.

Mick brauchte ja bisher in jeder Klasse ein Lehrjahr.

Der muss es von der Pike auf lernen. Einen Schritt nach dem anderen gehen, das ist das richtige für den Burschen, der kriegt das schon gebacken. 

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