Deutschlands Rad-Hoffnung Lipowitz probt für die Tour de France – ausgerechnet in der Heimat von Rivale Tadej Pogacar.
Lipowitz will mehr PowerDeutschlands Rad-Hoffnung vor Härtetest in Pogacars Heimat

Copyright: Nicolás Carvalho Ochoa/dpa
Lipowitz will sich in Slowenien den letzten Schliff für die Tour holen. (Archivbild)
Deutschlands Radsport-Talent Florian Lipowitz sucht sich für die finale Vorbereitung auf das Saison-Highlight einen besonderen Ort aus: die Heimat von Tour-Beherrscher Tadej Pogacar. Der 25-Jährige startet ab Mittwoch beim weniger bekannten Etappenrennen in Slowenien. Er setzt auf eine konzentrierte Vorbereitung, da Pogacar selbst die anspruchsvollere Tour de Suisse bestreitet. „Wir erhoffen uns, dass die Rundfahrt ein bisschen ruhiger ist, ohne allzu große Erwartungen, ohne zu viel Stress“, äußert sich der letztjährige Dritte der Frankreich-Rundfahrt, welche dieses Jahr am 4. Juli startet.
Doch die Vorstellung, bei seiner Generalprobe für die Tour in der deutschen Radsportszene unbeobachtet zu bleiben, ist vermutlich eine Illusion. Das Aufsehen, das er durch seine bisherigen Erfolge erzeugt hat, ist einfach zu gewaltig. Die Hoffnungen sind immens, dass er auch dieses Jahr in Frankreich zur Spitze zählt. Der ehemalige Biathlet startet in Slowenien als Top-Anwärter auf den Sieg. Die Route ist zwar profiliert, hat aber kaum extrem schwere Steigungen und kein richtiges Ziel am Berg.

Copyright: Mosa'ab Elshamy/AP/dpa
Schafft es Lipowitz (r) wieder auf das Tour-Podium? (Archivbild)
Schon im Frühling in Bomben-Form
Der Deutsche wartet zwar noch auf seinen allerersten Gesamtsieg bei einem Etappenrennen der Profis, doch die Entscheidung für Slowenien fiel nicht wegen vermeintlich besserer Siegchancen. „Ich will am Ende einfach Rennen fahren, für mich das Beste geben und dann wird sich zeigen, ob am Ende mal ein Sieg irgendwo dabei rauskommt“, stellt der 25-Jährige klar.
Seine beeindruckenden Fähigkeiten am Berg hat Lipowitz bereits in diesem Jahr demonstriert. Er erreichte den dritten Platz bei der Katalonien-Rundfahrt. Im Baskenland wurde er Zweiter, nur geschlagen von Frankreichs aufstrebendem Talent Paul Seixas (19). Bei der Tour de Romandie musste er sich lediglich dem Dominator Tadej Pogacar beugen. „Ich kann super happy mit dem Frühjahr sein bis jetzt, auch wenn die Vorbereitung bis Katalonien ein bisschen holprig verlief. Grundsätzlich konnte ich mich von Rennen zu Rennen weiterentwickeln“, so Lipowitz.
Kampfansage: Lipowitz will noch mehr Power
Unmittelbar vor der 113. Tour de France meiden sich die Top-Fahrer. Pogacar ist in der Schweiz aktiv. Der dänische Profi Jonas Vingegaard regeneriert nach seinem Giro-Sieg, und auch Remco Evenepoel, Lipowitz' Partner in der Kapitänsrolle, bestreitet kein weiteres Rennen. Seixas kam nach einem exzellenten Frühling bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes zu Fall und musste aufgeben. Das junge Talent wird nun einige Tage aussetzen, ehe das Training für die Tour fortgesetzt wird.
Lipowitz schätzt seine eigene Verfassung als stärker im Vergleich zum Vorjahr ein: „Ich glaube, dass ich mich insgesamt als Fahrer weiterentwickelt habe. Zum anderen sind natürlich die Werte auch noch mal einen Tick besser geworden.“ Er habe bei der Tour de Romandie bereits eine Form bewiesen, die an seine Leistung bei der letztjährigen Frankreich-Rundfahrt erinnert. Seine Attacken auf dem finalen Teilstück nötigten sogar Pogacar Anerkennung ab. „Als er das zweite Mal attackiert hat, war das ziemlich beeindruckend“, urteilte der Weltmeister.

Copyright: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
Bei der Tour de Romandie forderte der Deutsche (l) den Radsport-Dominator heraus. (Archivbild)
Zudem ist Lipowitz überzeugt, dass bei ihm noch Luft nach oben ist. „Deshalb hoffe ich natürlich, wenn jetzt die Vorbereitung gut läuft, dass ich da noch mal das eine oder andere Watt drauflegen kann“, meint er. Doch genügt das, um Pogacar und Vingegaard herauszufordern? „Es ist natürlich schwierig. Ich hoffe, dass ich noch nicht an meinem Leistungsmaximum bin.“
Team-Harmonie mit Millionen-Star Evenepoel
Welchen Part Lipowitz einnehmen kann, hängt entscheidend davon ab, wie das Zusammenspiel mit dem teuren Neuzugang Evenepoel bei Red Bull klappt. „Man hat in Katalonien gesehen, dass wir gut zusammen funktionieren. Die Stimmung ist immer gut, wenn wir zusammen unterwegs sind“, berichtet der deutsche Fahrer. Kürzlich absolvierten die beiden gemeinsam ein Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada.

Copyright: Clara Margais/dpa
Überlässt Evenepoel (r) gerne das Rampenlicht: Florian Lipowitz. (Archivbild)
Lipowitz selbst ist sowieso kein Freund des gewaltigen Trubels um ihn und genießt es daher, im Windschatten des nach außen gekehrten Belgiers zu agieren. Im Anschluss an das Rennen in Slowenien plant der Deutsche, sich mit seiner Freundin zur Erholung und für ein weiteres Höhentraining ins Kühtai zurückzuziehen. „Dann kann ich mich da noch gut auf die Tour vorbereiten“, sagt er. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
