Meistertitel? Wiegert verzichtet diesmal auf neue Haare
Magdeburg greift zuGegen Flensburg reicht schon ein Punkt für den Meistertitel.

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Der SC Magdeburg könnte schon am Donnerstag wie zuletzt 2024 den deutschen Meistertitel bejubeln. (Archivbild)
Keine neue Haarfarbe für Bennet Wiegert! Der Trainer des SC Magdeburg verzichtet auf eine Färbe-Aktion, sollte der Titelgewinn dieses Mal klappen. Anders als nach dem Champions-League-Sieg im Vorjahr ist kein großes Fest geplant, falls der souveräne Spitzenreiter der Handball-Bundesliga am Donnerstag (20.00 Uhr/Dyn) im Duell mit Verfolger SG Flensburg-Handewitt den vierten gesamtdeutschen Meistertitel nach 2001, 2022 und 2024 vorzeitig perfekt macht.
„Wer mich kennt, weiß, dass es da nichts geben wird“, sagte Wiegert vor dem entscheidenden Duell mit dem Tabellenzweiten. Die Ausgangssituation ist eindeutig: Mit sieben Zählern Vorsprung auf den Rivalen aus dem Norden genügt dem SCM schon ein Unentschieden für die Meisterschaft. „Wir haben ein ganz großes Ziel vor Augen, was man jetzt wirklich sehen und auch schon ein bisschen greifen kann“, fügte Wiegert zur Ausgangslage hinzu.

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Trainer Bennet Wiegert gilt als Vater des Magdeburger Erfolges. (Archivbild)
Das soll im Team „nochmal Energie freisetzen, mehr Kraft geben und noch mehr Freude verspüren lassen“, hofft der 44-Jährige. Er persönlich fühle seit einigen Tagen eine „gewisse Anspannung. Wir müssen auf alles gefasst sein und 60 Minuten unseren besten Handball spielen, um uns zu belohnen“, betonte Wiegert. Der Erfolgscoach würde den Meistertitel sogar höher bewerten als den Sieg in der Champions League: „Die Bundesliga hat für mich die größte Wertigkeit. Es ist unheimlich hart, die stärkste Handball-Liga der Welt zu gewinnen.“
Bundestrainer beeindruckt von Magdeburger Beständigkeit
Die Stärke der Magdeburger in dieser Spielzeit ist ihre bemerkenswerte Konstanz. „Abgesehen von der Pokal-Finalrunde haben sie stets ihre Leistung gebracht“, würdigte Bundestrainer Alfred Gislason die Leistung und listete weitere Gründe für den Erfolg auf: „Sie haben viel Breite in ihrem Kader, sind einfach überragend besetzt. Die Abwehr ist stark und vorn machen sie wenig Fehler.“
Der Coach aus Island ist sich daher sicher, dass die Wiegert-Auswahl den Titelkampf frühzeitig für sich entscheiden wird. „Es sieht ganz gut aus für eine Meisterparty am Donnerstag. Ich denke, Magdeburg lässt sich das nicht mehr nehmen“, so die Prognose von Gislason.
Pokal-Pleite als Weckruf
Dabei hatte Wiegert nach dem bitteren Pokal-Wochenende Mitte April negative Folgen für den Endspurt der Saison befürchtet. Damals war der große Favorit im Halbfinale am Bergischen HC gescheitert und verlor danach auch noch das Spiel um den dritten Platz gegen den TBV Lemgo Lippe.
Aber das Gegenteil trat ein. Seitdem überzeugt sein Team wieder mit dem gefürchteten Hochgeschwindigkeits-Handball. „Mich macht es sogar stolzer, wenn man hinfällt und dann wieder aufsteht. Das haben wir eindrucksvoll bewiesen“, lobte Wiegert seine Mannschaft.

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Lukas Mertens möchte mit dem SCM vorzeitig die deutsche Meisterschaft perfekt machen. (Archivbild)
Für den Nationalspieler Lukas Mertens war „der Pokal-Dämpfer ein Wach-Rüttler. Danach haben wir überragende Spiele gemacht. Manchmal ist Handball auch eine Kopfsache.“ Die Enttäuschung aus dem Pokalwettbewerb sei nicht leicht zu verkraften gewesen. „Aber wir haben jetzt eine noch größere Mission - das ist die deutsche Meisterschaft. Darauf haben wir hingearbeitet. Dass es so früh kommen kann, ist natürlich super für uns“, sagte Mertens.
Flensburg will die Meister-Sause sprengen
Dementsprechend riesig ist die Vorfreude des Linksaußen auf das Spitzenduell. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, in die Arena zu kommen und zu wissen, etwas Großes erreichen zu können. Dafür gehst du jeden Tag in die Halle zum Training, dafür spielst du Handball“, erklärte Mertens.
Ein Selbstgänger wird der letzte Schritt zur Meisterschaft allerdings nicht. Die Flensburger möchten nämlich lieber als Spielverderber auftreten statt als höfliche Gratulanten. „Wir wissen, dass das eines der schwersten Auswärtsspiele in der Bundesliga ist und Magdeburg die Meisterschaft perfekt machen kann. Deshalb ist das eine große Herausforderung“, sagte Nationalspieler Johannes Golla. „Aber wenn etwas zu holen ist, wollen wir da sein.“ (dpa/red)
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