Während die Experten im deutschen Fernsehen bestens zu harmonieren scheinen, bietet sich in den USA ein ganz anderes Bild.
„Gern geschehen, Amerika“Zlatan lässt Experten-Kollegen brutal auflaufen

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Zlatan Ibrahimovic scheint einen seiner Experten-Kollegen nicht ernstzunehmen.

Die deutschen TV-Experten haben sich bei der WM bislang höchstens Ärger mit Julian Nagelsmann eingehandelt – für die „Noch“-Affäre entschuldigte sich Jürgen Klopp bekanntlich öffentlich und persönlich beim Bundestrainer.
Untereinander scheint bei den Teams der diversen Sender aber Harmonie pur zu herrschen – die freundschaftlichen Kabbeleien zwischen Christoph Kramer und Per Mertesacker oder Bastian Schweinsteiger und Moderatorin Esther Sedlaczek lassen jedenfalls nicht auf ernsthafte Ressentiments zwischen den Beteiligten schließen.
Ibrahimovic und Henry: Nehmen sie ihren Experten-Kollegen nicht ernst
Die WM-Zuschauerinnen und -Zuschauer in den USA machen derzeit andere Erfahrungen. Denn innerhalb der hochkarätig besetzten Expertenrunde bei Fox Sports knirscht es gewaltig. Der Sender setzt bei der WM unter anderem auf ein Trio: Der frühere US-Nationalspieler Alexi Lalas, der schon seit Jahren im US-Fernsehen tätig ist, analysiert die Spiele an der Seite von Thierry Henry und Zlatan Ibrahimovic. Und das sorgt für ordentlich Zündstoff.
Hier die beiden Superstars des Weltfußballs, dort der Amerikaner, der in seiner Karriere hauptsächlich in der heimischen US-Liga gespielt hat. Henry wurde mit Frankreich Welt- und Europameister, Ibrahimovic in vier verschiedenen europäischen Ligen nationaler Meister, zudem Klub-Weltmeister und Europa-League-Sieger. Lalas kommt zwar immerhin auch auf 95 Länderspiele, hat aber nie bei einem europäischen Topklub gespielt.
Wenn man sich Highlights der Übertragungen bei Fox Sports anschaut, könnte man durchaus auf die Idee kommen, dass Henry und Ibrahimovic ihren Experten-Kollegen nicht immer ernst nehmen. Und natürlich ist es vor allem der selten um einen Spruch verlegene Schwede, der Lalas das besonders spüren lässt.
Als Lalas nach dem 3:1-Sieg der Franzosen gegen Senegal eine Aussage von Landon Donovan aufgriff und die erste Halbzeit der Equipe Tricolore als „arrogant“ bezeichnete, schoss Ibrahimovic scharf: „Unwissende Leute nennen es Arroganz, intelligente Leute nennen es Selbstbewusstsein“, sagte der Schwede. Rumms! Lalas, der Frankreichs Leistung übrigens trotz des Wortes Arroganz in den höchsten Tönen gelobt hatte, reagierte kaum. Dafür sprach der schockierte Gesichtsausdruck von Henry Bände.
Beim zweiten Spiel der USA saßen Henry und Ibrahimovic dann ohne Lalas im TV-Studio. Der war nach Seattle gereist, um aus dem Stadion seine Einschätzungen abzugeben. „Jungs, Alexi hat uns verlassen“, sagte Moderatorin Rebecca Low. „Wer?“, fragte Ibrahimovic, um dann zu ergänzen: „Gern geschehen, Amerika.“
In der Tat hat Lalas, der sich schon bei der EM 2012 beim US-Sender immer wieder Rededuelle mit dem damaligen Experten Michael Ballack lieferte, auch bei den Zuschauerinnen und Zuschauern einen schweren Stand und hat wenig Aussichten auf den Titel als beliebtester WM-Experte. „Wenn er für immer wegbleibt, ist das der beste Moment der WM“, schrieb ein Zuschauer bei X.
Doch auch Ibrahimovic trifft mit seiner polarisierenden und manchmal ungehobelten Art nicht den Geschmack aller US-Fans. Manche gehen sogar so weit, den Umgang von Ibrahimovic und Henry mit Lalas als Mobbing zu bezeichnen. Viele finden die Dynamik zwischen den drei Experten, die natürlich auch Teil der Show und nicht immer ganz ernst gemeint ist, aber durchaus amüsant. „Großartiges Fernsehen. Und danke, Zlatan“, schrieb ein User bei X.
