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WM-Beben um IranTrump-Berater will das Team durch Italien ersetzen

Irans Nationalspieler

Copyright: Riza Ozel/AP/dpa

Iranische Nationalspieler zeigen Bilder von Kindern, die bei einem Angriff der USA und Israels auf den Iran getötet worden sein sollen. (Archivbild)

WM-Zoff um Iran: Platzt die Teilnahme wegen der USA?

Dieses eine Gruppenbild kam für FIFA-Chef Gianni Infantino nicht zustande. In Vancouver lächelte er zwar mit den asiatischen Verbandschefs in die Kamera, deren Nationen bei der WM dabei sind. Aber ein Platz blieb leer: der des iranischen Delegierten. Das facht nur sechs Wochen vor dem Anpfiff die hitzige Debatte an: Wird der Iran tatsächlich zur Weltmeisterschaft ins Land des politischen Gegners USA reisen dürfen?

Die Macht über diese Entscheidung haben die Fußballorganisationen schon lange nicht mehr allein. Der Fokus richtet sich stattdessen auf Donald Trump, den Präsidenten der USA. Bereits im März hatte er dem Iran nahegelegt, nicht teilzunehmen, und verwies auf Sicherheitsrisiken. Ein Waffenstillstand ist zwar momentan in Kraft, aber die Gespräche für eine beständige Friedenslösung kommen nicht voran.

Visum-Hürde für Iran: US-Regierung blockiert

Marco Rubio, der US-Außenminister, betonte zwar, dass der Iran selbst entscheiden müsse. Allerdings fügte er eine deutliche Einschränkung hinzu: „Das Problem mit dem Iran wären nicht die Sportler. Es wären einige der anderen Leute, die sie mitbringen wollen.“

Das ist der entscheidende Punkt. Die große Frage ist: Erhalten außer den Athleten auch Offizielle wie Verbandschef Mehdi Tadsch eine Einreisegenehmigung für die Vereinigten Staaten? Ihm wurde bereits die Einreise zur WM-Gruppenauslosung in Washington im Dezember verweigert.

Donald Trump, Gianni Infantino, Marco Rubio

Copyright: Evan Vucci/AP/dpa

Wer hört auf wen? In der Frage zur WM-Teilnahme des Iran kommt es auf US-Präsident Donald Trump (l), Außenminister Marco Rubio (r) und FIFA-Präsident Gianni Infantino an. (Archivbild)

Die Abwesenheit der iranischen Offiziellen nun auch beim Kongress in Vancouver ist laut Angaben des iranischen Verbandes ebenfalls auf Schwierigkeiten mit Visa zurückzuführen. Weil der Iran in Kanada keine diplomatische Vertretung unterhält, war eine Antragstellung in einem anderen Land nötig – was das Risiko einer Zurückweisung barg. Aktuell haben anscheinend nur die Sportler und der Trainerstab Anspruch auf ein Visum.

Verrückter Plan: Italien statt Iran bei der WM?

Kurz bevor der FIFA-Kongress begann, sorgte ein Sondergesandter von Trump für zusätzlichen Zündstoff. Paolo Zampolli schlug vor, anstelle des Irans einfach Italien nachrücken zu lassen, obwohl das Team die Qualifikation verpasst hat. Er gab an, die Chance hierfür stehe bei mehr als „50 Prozent“. Dazu seine bissige Bemerkung: „Wenn man Leute schickt, die in den Vereinigten Staaten nicht willkommen sind, ist es besser, sie kommen gar nicht erst.“

Unterdessen bemüht sich die FIFA um Deeskalation. Der Präsident des Weltverbandes, Infantino, erklärte die Angelegenheit zu seiner persönlichen Priorität und teilte vor zwei Wochen mit, dass die Teilnahme des Irans „auf jeden Fall“ gesichert sei. Sollte das Vorhaben misslingen, würde dies als sein privater Misserfolg gelten.

Iran bleibt cool: Vorbereitung läuft auf Hochtouren

Aus dem Iran selbst sind ebenfalls keine Signale für einen Boykott zu vernehmen. Zum Beginn des Trainingscamps verkündete ein Sprecher der Regierung, die Mannschaft bereite sich auf eine „stolze und erfolgreiche Teilnahme“ vor. Das Team veröffentlicht auf Instagram eifrig Fotos von den Trainingseinheiten. Verbandsboss Tadsch bekräftigte ebenfalls: „Stand jetzt nehmen wir teil“.

Der Ticketverkauf durch den iranischen Verband ist sogar bereits angelaufen. In Teheran gehen Beobachter jedoch davon aus, dass aufgrund der politischen Lage, der komplizierten Visa-Situation und der kostspieligen Tickets nur wenige Anhänger direkt aus dem Iran die Reise antreten werden.

Der WM-Poker: Wie geht es weiter?

Auf der offiziellen Agenda des FIFA-Kongresses taucht die Causa Iran nicht auf. Die Diskussionen gehen im Hintergrund aber weiter. Der Sondergesandte von Trump, Zampolli, hat angekündigt, dass er die Angelegenheit mit Infantino am Rande des Formel-1-Grand-Prix in Miami erörtern möchte.

Falls der Iran letztendlich doch von der WM ausgeschlossen wird, ist das Tauziehen damit noch nicht beendet. Ein solcher Fall ist in den Regelwerken der FIFA nicht eindeutig festgelegt. Nach Auskunft des Weltverbandes wäre zwar ein Ersatz für die Mannschaft erforderlich – aber nach welchen Maßstäben ein Nachfolger ausgewählt werden würde, steht völlig in den Sternen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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