WM 2022 Neuer Skandal in Katar: Schwulen-Verbot in offiziellen FIFA-Hotels aufgedeckt

Ein Blick auf einen Teil der Skyline von Doha in Katar.

Die Skyline von Doha in Katar beinhaltet auch viele Hotels. Vor der WM 2022 müssen sich einige von ihnen jetzt bei der FIFA erklären.

Die Fußball-WM 2022 in Katar stand in der Vergangenheit bereits mehrfach in der Kritik. Nun gibt es den nächsten Skandal.

Neben den miserablen Arbeitsbedingungen rund um die WM 2022 in Katar zeigt sich das Gastgeberland nicht gerade weltoffen. Denn bei der Fußball-Weltmeisterschaft müssen Schwule und andere Menschen der LGBTQI+-Gemeinschaft damit rechnen, in Hotels keine Zimmer zu bekommen.

Das ergab eine gemeinsame Recherche der drei skandinavischen TV-Sender NRK (Norwegen), DR (Dänemark) und SVT (Schweden) zur WM 2022. Journalisten hatten sich demnach als schwules Paar ausgegeben und bei insgesamt 69 offiziellen WM-Hotels des Fußball-Weltverbandes FIFA nach einem Zimmer angefragt.

WM in Katar: Keine Akzeptanz für schwule Paare

Mit der Masche sich als schwules Paar auszugeben und die offiziellen WM-Hotels in Katar anzufragen, stieß man auf einen echten Skandal. Das Ergebnis: 59 Hotels antworteten, drei davon lehnten die Anfrage direkt ab. Als Begründung hieß es, dass man das Paar gemäß der Hotelrichtlinien nicht unterbringen könne oder dass man keine schwulen Paare akzeptiere.

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Ein Hotel antwortete, dass ein solcher Check-in nicht möglich sei. 20 weitere Hotels wollten demnach nicht, dass die Gäste offen ihr Schwulsein zeigen. 33 Hotels hatten keine Einwände, 13 antworteten nicht oder sind derzeit nur Corona-Quarantäne-Hotels.

FIFA reagiert auf Hotel-Kritik

„Die FIFA wird dafür sorgen, dass die genannten Hotels erneut auf unsere strengen Anforderungen in Bezug auf einen diskriminierungsfreien Empfang der Gäste hingewiesen werden. Hotels und anderen Dienstleistern, die mit der WM in Verbindung stehen, wird der Vertrag gekündigt, wenn sie die hohen Anforderungen der Organisatoren nicht erfüllen“, teilte die FIFA am Freitag auf Anfrage mit.

Das WM-Turnier findet vom 21. November bis 18. Dezember in dem arabischen Emirat statt. Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft. Mit den Werten der FIFA stimmt die Haltung Katars damit nicht überein. (dpa)

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