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Spieler für falsches Land im Einsatz? Nach Protest: WM-Teilnehmer zittert um Endrunden-Startplatz

Byron Castillo im Duell mit den beiden Chilenen Claudio Baeza und Jean Meneses

Ecuadors Byron Castillo (M.) im Duell mit Claudio Baeza und Jean Meneses beim Spiel der WM-Quali gegen Chile am 16. November 2021. Kostet sein Einsatz Ecuador die WM?

Verliert Ecuador seinen Platz bei der WM 2022 am Grünen Tisch? Wegen Unklarheiten zur Herkunft von Nationalspieler Byron Castillo hat Chile jetzt offiziell Protest gegen die WM-Quali in Südamerika eingelegt.

Die Qualifikation ist überstanden, die Auslosung mit den Gruppen-Gegnern Katar, Niederlande und Senegal lief ebenfalls recht glimpflich. Doch kaum steigt langsam aber sicher die Vorfreude auf die WM 2022, muss Ecuador womöglich doch noch um seinen Startplatz für die Endrunde in Katar zittern.

Mit Chile hat am Mittwoch (4. Mai 2022) ein Konkurrent aus der Südamerika-Qualifikation Einspruch gegen die Teilnahme eingelegt. „El Tri“ hatte in mehreren Spielen auf einen womöglich nicht spielberechtigten Akteur gebaut, dessen Geburtsdaten Fragen aufwerfen.

WM 2022: Chile protestiert gegen WM-Qualifikation von Ecuador

Die Fußball-Welt fragt sich: Wer ist Byron Castillo? Der 23-Jährige spielt noch in seinem Heimatland bei Rekordmeister Barcelona Guayaquil, absolvierte bislang acht Länderspiele für Ecuador. Allerdings sollen weder der offizielle Geburtsort noch das Alter des Rechtsverteidigers der Wahrheit entsprechen.

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Inzwischen hat die FIFA bestätigt, dass Chile daher offiziell Protest gegen die Wertung der WM-Qualifikation der CONMEBOL-Föderation eingelegt hat. Der Fußball-Weltverband wird den Fall nun eingehend prüfen. Die mehrseitige Klageschrift Chiles an die FIFA, die der „New York Times“ vorliegt, soll unter anderem eine Geburtsurkunde Castillos enthalten, aus der hervorgeht, dass der Verteidiger drei Jahre früher als eigentlich bekannt in Kolumbien geboren wurde.

WM 2022: Wirbel um Geburtsdaten von Byron Castillo

„Es existieren unzählige Beweise, dass der Spieler am 25. Juli 1995 in der kolumbianischen Stadt Tumaco geboren wurde und nicht am 10. November 1998 in General Villamil Playas in Ecuador“, begründete der chilenische Verband seinen Einspruch. Dabei beruft sich Chile auf Unregelmäßigkeiten im ecuadorianischen Zivilregister.

In Ecuador hatte es schon länger Unklarheit über die genauen Daten von Byron Castillo gegeben, erst 2021 wurde dem Zivilregister gerichtlich angeordnet, den Fußball-Profi unter den von ihm angegebenen Geburtsdaten als Ecuadorianer anzuerkennen. Eine Geburtsurkunde war in den Archiven der Behörden nicht auffindbar.

Als Siebter lag Chile in der WM-Quali zwar weit hinter Ecuador. Sollten aber alle Spiele annulliert werden, in denen Castillo auf dem Rasen gestanden hatte, würde das Team auf den direkten Quali-Platz vier vorrücken. In den beiden direkten Duellen, aus denen Ecuador vier Punkte einfuhr, hatte er einmal als Joker für gut 30 Minuten und einmal über die komplette Spielzeit mitgewirkt. (bc/sid)

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