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Massive Proteste Verzweifelte Forderung: Wird WM-Teilnehmer in Katar ausgeschlossen?

Hat die dramatische Lage im Iran auch Folgen für den Fußball? Die Frauenrechtsbewegung „Open Stadiums“ wünscht sich von der FIFA ein Zeichen und den Ausschluss des iranischen Nationalteams für die WM 2022.

Die Proteste für Frauenrechte im Iran haben längst auch den Fußball erreicht. Die Nationalmannschaft nutzte die zurückliegende Länderspielpause für ein Statement zugunsten der Frauen in der Heimat. Jetzt gibt es allerdings auch eine Forderung, ihr Schicksal an die kritische Lage im Land zu knüpfen.

Die iranische Frauenrechtsbewegung „Open Stadiums“ hat die FIFA aufgefordert, den Iran von der im November beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Katar auszuschließen. Das geht aus einem Brief der Organisation an den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino (52) hervor.

WM 2022: Ausschluss-Forderung nach Iran-Protesten

„Warum sollte die FIFA dem iranischen Staat und seinen Vertretern eine weltweite Bühne geben?“, heißt es im Schriftstück. „Open Stadiums“ fordert seit Jahren den freien und ungehinderten Zugang von Frauen zu Fußballstadien im Iran. Hintergrund des neuerlichen Vorstoßes sind die Vorfälle um den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini.

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Die Sittenpolizei im Iran hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. In Gewahrsam war die Frau als Folge von Misshandlung durch Einsatzkräfte ins Koma gefallen und am 16. September in einem Krankenhaus gestorben. Seitdem demonstrieren landesweit die Menschen gegen den repressiven Kurs der Regierung.

„Dieser Staat lehnt es nicht nur ab, Grundrechte und Menschenwürde zu respektieren. Er foltert und tötet sein eigenes Volk“, heißt es in dem Schreiben der Frauenrechtsbewegung weiter: „Wo sind die Grundsätze der FIFA-Statuten in dieser Hinsicht? Wir fordern die FIFA auf, den Iran unverzüglich von der WM 2022 in Katar auszuschließen.“

WM 2022: Nationalspieler im Iran positionieren sich

Mit Offensiv-Star Sardar Azmoun (27) von Bayer Leverkusen hatte sich zuletzt auch ein Bundesliga-Profi zu den Protesten geäußert und den Umgang des Regimes mit den sozialen Unruhen kritisiert. „Schämt euch alle, wie leichtfertig Menschen ermordet werden. Lang leben die iranischen Frauen“, schrieb Azmoun in seinem inzwischen wieder gelöschten Posting bei Instagram.

Auch im Fußball selbst war das Thema Frauenrechte in diesem Jahr bereits akut: Im abschließenden WM-Quali-Spiel gegen den Libanon (2:0) war Frauen am 29. März in Maschad eigentlich der Stadionbesuch erlaubt. Kurz vor Anpfiff folgte aber die Kehrtwende, enttäuschte Besucherinnen durften doch nicht auf die Tribünen.

Obwohl die FIFA den Iran zuvor dazu gedrängt haben soll, auch Frauen zu den Spielen zuzulassen, schritten Sicherheitskräfte ein, setzten sogar Tränengas ein, um die enttäuschten Frauen auseinander zu treiben. Damals hatten sich die iranischen Fußballer ebenfalls positioniert und den Umgang mit der weiblichen Bevölkerung kritisiert.

Auch die Frage nach möglichen FIFA-Sanktionen gegen den iranischen Fußballverband – bis hin zu einem WM-Aus – war damals aufgekommen, die erwartete Reaktion des Weltverbandes blieb allerdings lange aus. Erst im September wandte sich die FIFA dann an den iranischen Verband und forderte eine Erklärung für die Vorkommnisse, die anschließend von der Disziplinarkommission behandelt werden sollten.

Dass die politischen Unruhen den WM-Platz der Nationalmannschaft gefährden, gilt allerdings als nahezu ausgeschlossen. Bei der Endrunde trifft der Iran in der Vorrundengruppe B auf die USA, England und Wales. Das erste Spiel ist am 21. November die Begegnung gegen England. (dpa/bc)

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