Gegen Jerome Boateng wurde ein Strafbefehl erlassen. Da sein Rechtsbeistand Einspruch eingelegt hat, wird es für den Ex-Fußballprofi wohl vor Gericht gehen.
Strafbefehl gegen Skandal-ProfiJerome Boateng muss wieder vor Gericht

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Gegen den ehemaligen Fußballprofi Jerome Boateng wurde ein Strafbefehl erlassen.
Für Jerome Boateng braut sich erneut juristisch was zusammen. Dem 76-fachen Nationalkicker wurde ein Strafbefehl zugestellt. Der Vorwurf: Er saß am Steuer trotz eines Fahrverbots. Aber der frühere Star des FC Bayern gibt nicht klein bei: Seine Anwälte haben Widerspruch eingelegt. Deswegen landet die Sache wohl bald vor dem Münchner Amtsgericht.
Das Amtsgericht in München hat dies auf Anfrage von „t-online“ bestätigt: Der Strafbefehl gegen den Fußballer wurde am 1. Juli 2026 ausgestellt. Nur sieben Tage danach, am 8. Juli, kam prompt der Widerspruch seiner Rechtsbeistände.
Jerome Boateng soll trotz Fahrverbots am Steuer gesessen haben
Gerichtssprecher Martin Swoboda erklärte gegenüber „t-online“: „Seitens der Pressestelle des Amtsgerichts München kann bestätigt werden, dass durch das Amtsgericht München in dem genannten Verfahren am 1.7.2026 ein Strafbefehl wegen Fahrens trotz Fahrverbots erlassen wurde. Gegen den Strafbefehl wurde von der Verteidigung am 8.7.2026 Einspruch eingelegt.“ Einen Termin für die Hauptverhandlung gibt es aber noch nicht.
Der ganze Zirkus begann mit einer Polizeikontrolle am 6. November 2025. Damals wurde Boateng, wie die „Bild“-Zeitung zuerst meldete, in seinem aufgemotzten Mercedes G63 gestoppt. Das passierte auf der Leopoldstraße in München-Schwabing. Den Polizisten soll dabei aufgefallen sein, dass der ehemalige Abwehr-Star eigentlich ein einmonatiges Fahrverbot hat.
Die Staatsanwaltschaft München I machte kurz nach dem Zwischenfall die Untersuchungen öffentlich. Oberstaatsanwältin Juliane Grotz sagte damals zu „t-online“: „Ich kann bestätigen, dass wir gegen B. ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrens trotz Fahrverbots führen. Aufgrund einer vorangegangenen Ordnungswidrigkeit bestand gegen ihn zum Zeitpunkt der Kontrolle am 6.11.2025 ein einmonatiges Fahrverbot“.
Seine Fußballschuhe hat Boateng im September 2025 an den Nagel gehängt. Zuvor kickte er noch für den Linzer ASK in Österreich. Seitdem plant der Weltmeister von 2014 seine Karriere als Coach. Die B-Lizenz hat er schon in der Tasche. Ein Praktikum bei seinem Ex-Klub FC Bayern München platzte aber letztes Jahr wegen lauter Fan-Proteste.
Falls er für schuldig befunden wird, könnte es für Boateng richtig ungemütlich werden. Der Vorwurf, trotz Verbots gefahren zu sein, kann eine saftige Geldstrafe nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall droht ihm sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.
Weil seine Anwälte Widerspruch eingelegt haben, kommt es jetzt zu einem öffentlichen Prozess. Wann genau der stattfinden wird, ist aber noch unklar. Bis ein endgültiges Urteil fällt, gilt für Jerome Boateng die Unschuldsvermutung.
Noch im vergangenen Jahr stand der Ex-Profi zuletzt aufgrund eines Ermittlungsverfahrens vor Gericht. Gegenstand der Ermittlungen waren mutmaßliche Vorfälle in München und Berlin, bei denen Boateng seiner ehemaligen Partnerin Kasia Lenhardt gegenüber gewalttätig geworden sein soll. Lenhardt hatte 2021 in Berlin Suizid begangen.
Die Staatsanwaltschaft München I hatte wegen Körperverletzung, Nötigung und Verleumdung gegen Boateng ermittelt, doch die Ermittlungen wurden im März 2025 nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ eingestellt. (red)
