Sheriff-Knipser sorgte für Real-K.o. Tiraspols Tor-Held Thill sah Traumtreffer mit Tattoo voraus 

Sébastien Thill von Sheriff Tiraspol reckt die Faust in die Höhe.

Sébastien Thill (Sheriff Tirsaspol) feiert mit den Teamkollegen sein Siegtor gegen Real Madrid am 28. September 2021.

Sébastien Thill verpasste mit seinem Traumtor für Sheriff Tirsaspol beim 2:1 in der 90. Minute Real Madrid den K.o.. Der Luxemburger mit dem Mini-Marktwert hat die Sensation vorhergesehen und per Tattoo auf seiner Wade verewigt.

Madrid. Es war dieser eine große Moment seiner Fußball-Karriere: Sébastien Thill (27), Nationalspieler Luxemburgs, stand unbewacht an der Strafraumgrenze im Estadio Bernabeu, zog ab und traf traumhaft in den Knick zum Siegtor für den krassen Außenseiter.

2:1 für Sheriff Tirsaspol – und das von einem Kicker, dessen Marktwert auf 400.000 Euro taxiert wird, der erst mit 26 Profi wurde und nach einer gescheiterten Leihe vom FC Progrès Niederkorn nach Russland (FK Tambow) nun in der Republik Moldau sein Geld verdient.

Eden Hazard kämpft gegen Sébastien Thill um den Ball.

Sébastien Thill (Tirsaspol) gegen Real-Star Eden Hazard beim 2:1-Sieg am 28. September 2021 im Estadio Bernabeu.

Der zentrale Mittelfeldspieler schaltete an diesem Tag Kicker wie Eden Hazard aus. Auch Weltmeister Toni Kroos (31), nach 66 Minuten erstmals nach langer Pause eingewechselt, konnte die Pleite nicht mehr verhindern. In seiner Heimat Luxemburg dürfte man sich bei dem Treffer vor allem an seinen Vater erinnert fühlen, denn Serge Thill (52) war berühmt für seinen strammen Schuss. 1997 schoss er das Tor des Jahres in Luxemburg – mit einem Treffer vom Anstoßpunkt.

„Es war das schönste und wichtigste Tor meiner Karriere, das ist mal sicher“, jubelte Thill junior nach dem Kracher in den Winkel, mit dem er Thibault Courtois im Real-Tor keine Chance ließ. „Wir haben so aufopferungsvoll gekämpft, bis zur letzten Minute und dann ist mir ein kleiner Hammer gelungen.“

Sébastien Thiell träumt vom Champions League-Pokal

Für Thill ging ein Traum in Erfüllung, ein Traum, den er sogar auf seiner Wade verewigt hat. Dort sieht man ihn im Trikot mit der Nummer 31 und dem Traum vom Champions League-Pokal.

Ein Blick auf die Tattoos an den Waden von Sébastien Thill von Sheriff Tiraspol.

Die Waden von Sébastien Thill beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Real Madrid am 28. September 2021.

Thill kommt aus einer sportlichen Familie, wie der Vater sind auch die drei Söhne Nationalspieler Luxemburgs und mitverantwortlich für den bescheidenen Aufschwung im Ländchen. Am 4. September stand er beim 2:1-Sieg in der WM-Qualifikation über Aserbaidschan auf dem Platz.

Sheriff träumt vom Überstehen der Gruppenphase

Dass es ihn bis in die Republik Moldau verschlägt, hätte der Luxemburger wohl auch nicht geglaubt - doch nach den Siegen über Schachtjor Donezk und Real Madrid können Thill und seine Kollegen vom Überstehen der Gruppenphase träumen. „Wir haben Spieler aus aller Welt, die bringen ihre Mentalität ein, das ist unsere Stärke.“

Findet auch der kolumbianische Sheriff-Kapitän Frank Castaneda (27), für den der Erfolg keine Eintagsfliege gewesen sein soll: „Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Wir sind hier hingefahren, um zu gewinnen. Und wir haben es geschafft. Jetzt bereiten wir uns auf Inter vor. Unser Ziel ist die K.o.-Runde!“

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