Rewe-Rückzug bei der WM DFB setzt jetzt ein Zeichen bei den Pressekonferenzen

Die Werbetafel mit den Sponsoren im Medienzentrum der Nationalmannschaft.

Auf der Sponsoren-Wand im DFB-Pressezentrum in Katar ist am Freitag (25. November 2022) das „One-Love“-Logo zu sehen.

Das Ende der Zusammenarbeit zwischen Rewe und dem DFB sorgt für Wirbel bei der Nationalmannschaft. Der Handelsriese forderte, sein Logo von der Sponsorenwand bei den Pressekonferenzen zu entfernen. 

Das Ende der Zusammenarbeit zwischen Rewe und dem DFB hat Konsequenzen für die Nationalmannschaft in Katar. Denn dort prangte bisher das Logo des Einzelhandelsriesen neben den anderen Sponsoren des DFB-Teams auf der Wand bei der Pressekonferenz im Quartier in Al Ruwais – und da wollte der Konzern nicht mehr auftauchen.

Man habe den DFB gebeten, das Logo schnellstmöglich zu entfernen, hieß es aus der Kölner Konzernzentrale auf unsere Nachfrage. Die DFB-Verantwortlichen haben die Ankündigung schnell umgesetzt.

DFB plant keine weiteren Protestaktionen: „Geht jetzt um Fußball“

Am Freitag (25. November 2022) war die Änderung sichtbar. Nach dem Rewe-Rückzug hat der Deutsche Fußball-Bund dessen Logo auf der Werbetafel im WM-Medienzentrum der Nationalmannschaft nun mit dem „One-Love“-Symbol ersetzt.

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Die Mannschaft plant vor dem wichtigen Spiel gegen Spanien am Sonntag offenbar keine weiteren Protestaktionen gegen das One-Love-Verbot durch die FIFA. „Wir haben unsere Position klargemacht in den letzten Tagen. Es ist hart für mich, darüber wieder zu sprechen, aber unser Fokus ist zu 100 Prozent auf dem Fußball“, sagte Kai Havertz (23). „Wir haben gesagt, was wir denken, und jetzt geht es um Fußball“.

Nationalspieler Kai Havertz (l) und Julian Brandt nehmen an einer PK teil.

Kai Havertz und Julian Brandt waren am Freitag (25. November 2022) die ersten Spieler, die vor der umgestalteten Werbewand Platz nahmen.

„Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität“, hatte Konzern-Boss Lionel Souque (51) gesagt. „Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel.“

Was jedoch vielen – auch im deutschen Lager – aufstößt: Der Rewe-Vertrag wäre ohnehin nach der Weltmeisterschaft zum 31. Dezember ausgelaufen. Alle Zahlungen sind getätigt, die Entscheidung, die Kooperation nicht zu verlängern, steht seit Längerem fest. Ein billiger Versuch, auf den PR-Zug aufzuspringen, sei dies, heißt es hinter vorgehaltener Hand in Katar.

Während des Turniers wollte man aber trotzdem noch Partner sein, brachte wieder die beliebten Sammelkarten auf den Markt. Die sorgten zwar bis zum Wochenende für Ärger wegen eines Problems bei der Android-App, doch die Software-Probleme sind inzwischen behoben.

Rewe spendet Profit aus Sammelkarten-Aktion

Ein Geschäft will Rewe aus den Sammelkarten aber nicht mehr machen: Die Sammelalben werden ab sofort kostenlos abgegeben, die Kosten dafür trage das Unternehmen. Alle Profite wird der Hauptsponsor des 1. FC Köln einem guten Zweck spenden.

Der DFB muss damit erfahren, dass der Rückzug der „One-Love“-Binde für ein massives Image-Problem gesorgt hat und Sponsoren fürchten, dass sich die negative Wahrnehmung auf die eigene Marke abfärbt. 

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