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„Dann hat er seine Nummer gewechselt“Özil macht ehemaligen Pressesprecher „fassungslos“

Harald Stenger arbeitete beim DFB lange mit Mesut Özil zusammen. Mittlerweile haben die beiden nach einer „unfassbaren Entwicklung“ keinen Kontakt mehr.

Erst der WM-Titel mit Deutschland, vier Jahre später der Rücktritt im Streit: Die Nationalmannschafts-Karriere von Mesut Özil (37) endete 2018 äußerst unschön.

Vor der WM in Russland war er wegen eines gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan massiv in die Kritik geraten. Bei seinem Rücktritt nach dem Turnier prangerte er seinerseits Respektlosigkeit und Rassismus beim DFB an.

Harald Stenger über Mesut Özil: „Eine der unfassbarsten Entwicklungen“

Dem Aufstieg und Fall des ehemaligen Nationalspielers widmet das ZDF nun eine dreiteilige Doku. „Mesut Özil – zu Gast bei Freunden“ ist ab 20. März in der Mediathek und am 31. März im linearen TV zu sehen.

Der ehemalige DFB-Mediendirektor und Pressesprecher der Nationalmannschaft Harald Stenger (75) kann derweil auch knapp acht Jahre später noch nicht glauben, wie sich die Wege zwischen Özil und DFB damals trennten.

„Es ist für mich nicht nur eine der traurigsten, sondern eine der unfassbarsten Entwicklungen“, sagte Stenger in einem „Sport1“-Interview.

Er habe lange ein gutes Verhältnis zu Özil gehabt. Doch seit Jahren haben die beiden keinen Kontakt mehr, berichtete Stenger: „Bis zu seiner Hochzeit hatte ich einen guten Draht zu Mesut, habe ihn freundschaftlich begleitet und konnte ihm auch manches Kritische sagen, obwohl er es nicht hören wollte – da war ich schon nicht mehr im Amt. Dann hat er seine Nummer gewechselt. Seitdem habe ich ihn nicht mehr erreicht.“

Mesut Özil, Harald Stenger und Oliver Bierhoff lachen bei einer Pressekonferenz.

Copyright: imago sportfotodienst

Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Mesut Özil, der damalige Pressesprecher Harald Stenger und Teammanager Oliver Bierhoff.

Özil hatte 2019 in Istanbul geheiratet, mit Erdogan als Trauzeuge. „Was mit Mesut passiert ist, stimmt mich fassungslos“, so Stenger.

2010 war Özil sogar mit dem Bambi für „Integration“ ausgezeichnet worden. Sein Rücktritt löste eine neue Integrationsdebatte aus.

Dazu sagte Stenger nun: „Solange er bei uns war, haben wir der Öffentlichkeit nichts vorgelogen – Stichwort Integration. Wer in Südafrika dabei war und gesehen hat, wie Mesut dort im übertragenen Sinne die deutsche Fahne hochgehalten hat, kann sich nicht erklären, dass es dann zu so einem Bruch kam. Eine unfassbar traurige Entwicklung.“

HSV-Trainer Merlin Polzin im Volksparkstadion.

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