„Nachrichten gelesen und geweint“ So leidet Martin Hinteregger auch nach dem Karriere-Aus

Martin Hinteregger ist niedergeschlagen nach der Partie gegen den SC Freiburg.

Martin Hinteregger nach der Partie von Eintracht Frankfurt gegen den SC Freiburg am 10. April 2022.

Der ehemalige Frankfurt-Star Marin Hinteregger feierte zuletzt sein Amateur-Debüt in der österreichischen Unterliga. Dennoch hängt dem Innenverteidiger immer noch seine Vergangenheit hinterher.

Mit gerade mal 29 Jahren entschied sich Martin Hinteregger (29) dafür, seine Profikarriere zu beenden. Zuletzt gewann er noch die Europa League mit Eintracht Frankfurt und kickt nun mit seinen Freunden bei SGA Sirnitz in der österreichischen Unterliga.

Am Wochenende feierte Hinteregger sein Debüt und lockte 1500 Zuschauer in die Jacques-Lemans-Arena. Die 0:3-Niederlage gegen den FC St. Veit konnte er nicht verhindern – jedoch überwog für ihn vor allem der Spaß.

Martin Hinteregger feiert Amateur-Debüt in der Unterliga Österreichs

„Ich war noch nie so happy“, sagte er gegenüber der „Kronen-Zeitung“. Er sei „noch nie so relaxed“ gewesen: „Es hat einfach Mega-Spaß gemacht.“ Als Trostpreis gab’s für den Ex-Bundesliga-Star Bier. „Die St. Veiter haben mir eine Kiste versprochen“, so der Ex-Profi, der bei seinem Amateur-Debüt vielen anwesenden Fans mit einem Autogramm eine Freude bereitete.

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„Hinti“, wie ihn viele nennen, gab dennoch zu: „Ich brauche noch Zeit, weil ich drei Monate wie ein Rentner gelebt und nur zweimal trainiert habe. Bin ich wieder voll fit, kommen die Tore.“

Am Tag danach gab es jedoch Ernüchterung beim ehemaligen Nationalspieler und seiner Familie. Wie sein Vater erzählte, haben „Österreichs Medien Martin gefeiert – aber in Deutschland wurde er wieder ins rechtsextreme Licht gerückt, als Problemboy abgestempelt.“

Zudem schlug Hinteregger Senior Alarm: „Martin hat in der Früh Nachrichten gelesen und geweint. Die ganze Familie ist fertig. Wann hört die mediale Hetze auf?“

Hinteregger hatte Beziehungen zur rechten Partei FPÖ

Noch immer beschäftigt die Öffentlichkeit einer der Auslöser für Hintereggers abruptes Karriereende. In einem Blog des Journalisten Michael Bonvalot, wurde Hintereggers Geschäftsbeziehung zum österreichischen Lokalpolitiker Heinrich Sickl von der rechten FPÖ thematisiert.

Sickl hatte 2018 für Schlagzeilen gesorgt, weil er in Graz Räumlichkeiten an die rechtsextreme Identitäre Bewegung vermietet hatte. Der ehemalige Frankfurter erklärte daraufhin, den Kontakt zum FPÖ-Gemeinderat abgebrochen zu haben und sich klar von rechtem Gedankengut zu distanzieren.

„Ich habe durch meine Zeit im Profifußball und auch privat Freunde auf der ganzen Welt, und weise Anschuldigungen, dass ich rechts orientiert bin, klar ab, und setze mich weiter gegen jegliche Art der Diskriminierung ein“, erklärte Hinteregger damals auf Social Media. (fr)

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