3

Polizei ermittelt nach Kreisliga-SkandalSpielabbruch nach Wrestling-Attacke auf den Schiri

Ein Spieler wirft einen Schiedsrichter per Schulterwurf zu Boden.

Copyright: privat

Diese körperliche Attacke auf einen Schiedsrichter sorgt in der Kreisliga für Entsetzen. (Spielernummer auf Hosenbein unkenntlich gemacht)

Aktualisiert:

Was für ein Skandal in der Kreisliga in Siegen-Wittgenstein! Einem 22-jährigen Kicker brennen die Sicherungen durch und er attackiert den Schiedsrichter.

Üble Szenen in der Kreisliga in Siegen-Wittgenstein. Ein Schiedsrichter wurde bei einem körperlichen Angriff durch einen Spieler verletzt.

Wie mehrere Medien, darunter „Siegener Zeitung“ und WDR, berichten, lief im Duell zwischen Gastgeber SC Siegen und dem SV Setzen 2 die Schlussphase, als ein Spieler der Gastgeber – offenbar aus Frust über eine Entscheidung des Schiedsrichters und den Gegentreffer zum 3:4 – völlig die Nerven verlor.

Polizei ermittelt nach Angriff auf den Schiedsrichter

Die darauffolgenden Ereignisse sind kaum zu fassen: Der Amateurkicker packte den Unparteiischen an der Taille, stemmte ihn hoch und schleuderte ihn rücklings auf den Rasen. Eine Bewegung, die an einen Wrestling-Move erinnert. Für den Unparteiischen war sie aber keine Show, sondern bittere Realität.

Er erlitt leichte Verletzungen und meldete den Vorfall sofort bei der Polizei, die daraufhin eine Untersuchung einleitete. Der Spieler aus Siegen muss im Falle einer Verurteilung mit mindestens einer Geldstrafe rechnen. Es sei laut Polizeiangaben jedoch prinzipiell auch eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren denkbar.

Neben möglichen strafrechtlichen Folgen hat der Ausraster auch sportliche Konsequenzen. Auch das Kreissportgericht wird in dem Fall tätig werden. Für den kommenden Donnerstag ist eine Verhandlung angesetzt. Das Spiel wurde nach der Attacke abgebrochen.

Ein Zeuge aus dem Umfeld des Gastvereins wird in der „Westfalenpost“ zitiert. „Es war schon ein recht hitziges Spiel, aber nicht unfair“, sagte er. Doch dann sei das Tor zum 4:3 für die Gäste gefallen und der Spieler ausgerastet. Er habe den Schiedsrichter zunächst bedroht. „Wenn du noch einmal gegen uns pfeifst, dann f *** ich dich!“ Als der Unparteiische daraufhin Rot zücken wollte, sei es zur Attacke gekommen: „Da hat er ihn schon gepackt und auf den Boden geworfen und wollte halt noch weiter auf ihn einhauen“, schilderte der Zeuge, der zudem berichtete, dass Mitspieler und Ordner noch Schlimmeres verhindert hätten. „Sowas habe ich noch nie am Fußballplatz gesehen“, so sein Fazit.

Der Vorstand des Siegener SC äußerte sich am Montag auf Social Media zu den Vorkommnissen. „Wir denken, mittlerweile hat jeder die Bilder vom vergangenen Sonntag gesehen. Auch vor Ort sah es nicht besser aus“, hieß es in einem Instagram-Post. Ein Video des Vorfalls hatte in etlichen WhatsApp-Gruppen im Fußball-Kreis die Runde gemacht.

Weiter hieß es in der Stellungnahme: „Wir möchten hiermit klarstellen, dass der Siegener SC jegliche Form von Gewalt und Respektlosigkeit auf das Schärfste verurteilt. Angriffe auf Schiedsrichter, Spieler, Trainer oder Zuschauer haben auf dem Fußballfeld keinen Platz und widersprechen unseren Vereinswerten. Wir hoffen sehr, dass es dem Schiedsrichter den Umständen entsprechend gut geht. Für die inakzeptablen Vorfälle entschuldigen wir uns beim Unparteiischen, beim SV Setzen und bei allen Beteiligten aufrichtig und in aller Form.“

Laut „Westfalenpost“ ist der Spieler nicht mehr Teil des Vereins. Der Klub selbst hat dies noch nicht offiziell bestätigt. „Über die Konsequenzen für den Spieler werden wir nach der am Donnerstagabend erfolgten Verhandlung vor dem Kreissportgericht ein Update geben. Gewalt und Unsportlichkeit werden bei uns nicht toleriert.“

Leere Plätze im Signal-Iduna-Park.
BVB-Spiel
Es ist Königsklasse – aber Tausende Plätze bleiben leer