Kardiologin des 1. FC Köln erklärt So gefährlich ist Corona für das Herz der Fußball-Profis 

Alphonso Davies (Bayern München) war mit Corona infiziert.

Alphonso Davies (Bayern München), hier am 22. November 2021 im Training, war mit Corona infiziert, hat nun eine Herzmuskelentzündung.

Wie groß ist die Gefahr einer Corona-Infektion für das Herz-Kreislauf-System von Profisportlern? Bei Alphonso Davies und Pierre-Emerick Aubameyang gibt es Probleme. FC-Kardiologin Dr. Bettina Kuper über die Gefahren.

Herz-Probleme nach einer Corona-Infektion -  derzeit häufen sich die Fälle, in denen Profis nach Auffälligkeiten gebremst werden. Während Anfang Januar 2022 beim Afrika-Cup Arsenal-Star Pierre-Emerick Aubameyang (32) mit Herzproblemen nach einer Corona-Infektion ausfällt, muss der FC Bayern auf unbestimmte Zeit auf Alphonso Davies (21) verzichten.

Aubameyang und dessen Landsmann aus Gabun, Mario Lemina, sind  vorzeitig aus Afrika abgereist. Beide Fußballprofis mussten zurück zu ihren Klubs nach Europa - der frühere Dortmunder Aubameyang zum FC Arsenal nach London, Lemina zu OGC Nizza. Bei ihren Vereinen sollen sie sich nach Mitteilung des Fußball-Verbands von Gabun weiteren medizinischen Untersuchungen unterziehen.

Linksverteidiger Davies meldete sich zwar via Instagram zu Wort, dankte allen Unterstützern und will „möglichst bald wieder meinen Sport machen, den ich so sehr liebe.“

Doch Bayern-Coach Julian Nagelsmann (34) bremst. „Da gibt es ganz unterschiedliche Statistiken, weil man nicht sagen kann, wie schnell das ausheilt. Von vier Wochen mindestens bis unbestimmte Zeit x ist alles möglich. Wichtig ist, dass wir die Untersuchungen machen, die wir sehr penibel machen, sehr ausführlich machen“, sagte der Coach auch mit Blick auf die zahlreichen Corona-Fälle im Kader der Münchner. „Die Gesundheit steht über allem.“

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Dr. Bettina Kuper ist die Kardiologin des 1. FC Köln

Das würde auch Dr. Bettina Kuper (47) gleich unterschreiben. Die Kardiologin mit ihrer Praxis Kardimed im Kölner Mediapark hat als Mannschaftsärztin die Herzen der Profis und des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Köln im Blick.

Mannschaftsärztin Dr. Bettina Kuper vom 1. FC Köln.

Mannschaftsärztin Dr. Bettina Kuper vom 1. FC Köln hat die Herzen der FC-Profis im Blick.

Und sie weiß um die Gefahr, die von Virusinfekten ausgeht. „Wir beobachten gerade bei einigen Patienten, dass nach Corona-Infektionen Herz-Rhythmus-Störungen, Leistungsminderung und Kurzatmigkeit unter Belastung auftreten. Bislang gibt es noch wenig verlässliche Daten, aber es gibt eine Studie aus 2021 mit Athleten. Bei rund drei Prozent wurde nach einer Corona-Infektion eine Herzmuskelentzündung im Kardio-MRT festgestellt. Und das, obwohl ein Teil der Untersuchten sogar symptomfrei war.“

Kuper: So heilt man eine Virusinfektion aus

Kuper betont, dass mit solchen Infektionen nicht zu spaßen ist: „Meist richtet das der Körper von selbst. Aber es gibt natürlich auch immer wieder Fälle, wo im Verlauf Probleme auftreten können. Bei Corona gilt wie bei anderen Virusinfektionen wie etwa der richtigen Grippe: Man muss sie gut ausheilen, da ist absolute Ruhe angesagt. Gerade auch Hobby-Sportler sind da oft Harakiri-mäßig unterwegs. Einen Virusinfekt läuft man nicht raus, den kuriert man aus.“

Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang klagt über die Folgen der Corona-Infektion.

Pierre-Emerick Aubameyang, hier am 6. Dezember 2021 im Trikot des FC Arsenal, hat nach seiner Corona-Infektion Herzprobleme.

Doch weil einige Corona-Infektionen ohne oder mit milden Beschwerden verlaufen, könnte hier gerade bei Profisportlern eine versteckte Gefahr lauern. „Zum Glück wurde der gesamte Profi-Sport durch den Fall Christian Eriksen noch einmal sensibilisiert“, erinnert die Herz-Spezialistin an den tragischen Moment bei der EM 2021, als der dänische Nationalspieler in Kopenhagen wegen lebensbedrohlicher Rhythmusstörungen minutenlang reanimiert werden musste. „Mit Corona hat sich das Verhalten der Profis schon geändert, sie sind vorsichtiger geworden, auch wenn sie immer noch möglichst schnell ins Training zurückwollen.“

So geht Kuper beim 1. FC Köln nach einer Corona-Infektion vor

Bei den Spielern des 1. FC Köln wird jedenfalls genau hingeschaut. „Gerade nach einer Corona-Infektion achten wir genau darauf, ob auch das Herz in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Wir machen eine Herz-Ultraschall-Untersuchung, spezielle Laboruntersuchungen sowie ein Belastungs-EKG mit Spiroergometrie, bei der ich die Herzfunktion, die Lungen- und Herzkreislaufparameter in Ruhe und unter Belastung beurteilen kann. Gibt es Auffälligkeiten, so folgt in der Regel ein MRT, das eine Herzmuskelentzündung aufdecken würde.“

Dabei liefern die Daten der jährlichen sportärztlichen Untersuchung Vergleichs-Werte, woran die Kardiologin sieht, ob die Herzen der kölschen Fußballer wieder bei voller Leistungsfähigkeit sind.  Die Herz-Gefahr durch Corona – zumindest beim FC tut man alles, um sie zu minimieren!

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