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„Keine Rote Karte“Mats Hummels fordert Regeländerung

Aktualisiert

Borussia Dortmund verliert mit 0:2 bei Tottenham Hotspur. Nach einem Platzverweis spielt der BVB über eine Stunde in Unterzahl. Eine Szene sorgte für Diskussionen.

Es war die Szene des Spiels gegen Tottenham Hotspur, das der BVB mit 0:2 verlor: Daniel Svensson traf mit gestrecktem Bein und offener Sohle im Zweikampf seinen Gegenspieler.

Der Profi von Borussia Dortmund hatte zunächst die Gelbe Karte gesehen, nach VAR-Einsatz korrigierte der Schiedsrichter die Entscheidung jedoch und zeigte dem Schweden in der 25. Minute Rot!

Mats Hummels: „In der Entstehung rechtfertigt das keinen Platzverweis“

Nach der Champions-League-Niederlage hagelte es Kritik an der Entscheidung. BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl sauer: „Ich finde, dass die Rote Karte sehr hart ist.“

Der Grund: „Am Ende trifft er den Ball zunächst und ja, dann ist der Kontakt an der Wade da“, räumte Kehl ein. „Wenn man sich das auf einem Standbild anschaut, dann kann man sagen, das ist eine Rote Karte. Aber für mich fehlt in dieser Aktion jegliche Intention, jegliche Intensität. Daher war die Rote Karte für mich nicht richtig.“

In der Expertenrunde nach dem Spiel betonte zwar der ehemalige Top-Schiedsrichter Wolfgang Stark, dass es in Anbetracht der Szene kaum eine andere Handhabe für den VAR geben konnte.

Doch sofort widersprach auch TV-Experte und Ex-BVB-Profi Mats Hummels. Aus Spieler-Sicht sei die Entscheidung falsch. „Für mich ist es keine Rote Karte“, so Hummels, der die TV-Bilder wie Kehl als trügerisch bewertet.

Der ehemalige Weltklasse-Fußballer Mats Hummels am Mikrofon für Amazon Prime.

Der ehemalige Weltklasse-Fußballer Mats Hummels am Mikrofon für Amazon Prime.

„Das ist eine klassische Standbild-Rote Karte. In der Entstehung und Dynamik rechtfertigt das keinen Platzverweis“, ist sich der ehemalige Weltklasse-Verteidiger sicher, der deshalb auch für eine Änderung der Regel-Auslegung ist. „Ein Platzverweis ist viel zu entscheidend, um für so eine Situation angwendet zu werden.“

Kehl über mangelhafte BVB-Leistung: „Die erste Halbzeit war schlecht“

Über die mangelnde Leistung des BVB konnte die strittige Szene allerdings nicht hinwegtäuschen. Auch Kehl wollte da nichts beschönigen: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen“, sagte er. „Wir werden das sicherlich auch mit der Mannschaft sehr kritisch besprechen. Die erste Halbzeit war schlecht - wenig Zweikämpfe geführt, wenig direkte Duelle einfach gewonnen, wenig Intensität. Und die Chancen, die wir heute hatten, haben wir damit in der ersten Halbzeit fahrlässig verspielt.“

Cristian Romero (14. Minute) und Dominic Solanke (37.) trafen in der ersten Hälfte für die Spurs, die seit Wochen in der Krise stecken und gegen Dortmund ihren ersten Sieg in diesem Jahr feierten. Die Pleite wäre vermeidbar gewesen, sagte Kehl. „Denn wir haben jetzt nicht gegen eine Mannschaft aus Tottenham gespielt, die in überragender Form ist und die gerade vor Selbstvertrauen strotzt. Wir haben uns hier deutlich mehr erhofft und erwartet.“

Vor dem letzten Spiel der Ligaphase in der kommenden Woche gegen Inter Mailand deutet sehr vieles darauf hin, dass der BVB für den Einzug in die Runde der besten 16 Teams den Umweg über die Play-offs nehmen muss. „Das wird jetzt womöglich nicht mehr für die besten Acht reichen“, sah auch Kehl ein. (mit dpa)

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