„Euch brennt wohl der Helm“ Hamburger Polizei simuliert Fan-Krawalle – Dynamo Dresden reagiert erbost

Berittene Polizisten üben für den Einsatz mit randalierenden Fans am Volksparkstadion.

Auch Polizisten auf Pferden wurden bei der Übung am Hamburger Stadion am 4. Mai 2022 eingesetzt.

Die Hamburger Polizei hat einen Einsatz mit randalierenden Fußball-Fans geübt. Die „Schauspieler“ skandierten dabei immer wieder „Dynamo Dresden“. Das verärgerte die Verantwortlichen des Zweitligisten.

Fans, die grölend auf das Hamburger Volksparkstadion zulaufen, dabei Pyrotechnik zünden und von zahlreichen Polizisten begleitet werden. Während die HSV-Profis am Mittwoch (4. Mai 2022) trainierten, kam es vor dem Stadion zu diesen Szenen.

Was verdammt ernst aussah, entpuppte sich aber nur als Probe-Einsatz der Polizei. Mehr als 100 Beamtinnen und Beamte, darunter viele Auszubildende, nahmen an der Übung in der Ecke Süd/West vor dem Stadion teil – dort, wo sich der Eingang zum Gästeblock befindet. Ziel des Einsatzes: Eine möglichst authentische Situation, um die jungen Kolleginnen und Kollegen an die Gegebenheiten vor Ort zu gewöhnen.

Skurril: Die angeblichen „Fans“, die der Polizei zu schaffen machten, simulierten Anhänger von Dynamo Dresden, skandierten auf ihrem Weg Richtung Stadion „Scheiß HSV“ und „Ost-Ost-Ost-Deutschland“. Klang täuschend echt, war es aber nicht.

Alles zum Thema Polizeimeldungen
  • Fall aus Bonn schlug Wellen Opfer (17) in Parkhaus vergewaltigt: Polizei meldet Durchbruch
  • Drogen-Fund in Köln Mutmaßliche Dealer festgenommen – Polizei entdeckt aber noch mehr
  • Nach „Aktenzeichen XY“ Neue Hinweise: Was ist mit der jungen Scarlett (26) aus NRW passiert?
  • Vermisstenfall in NRW 13-Jähriger möglicherweise in Köln – Polizei bittet um Mithilfe
  • Demo in Köln Feuerwehr löst festgeklebte Menschen von der Straße – Aktivisten geben Statement ab
  • Schwer verletzt nach Motorradunfall Kölner (25) mit Rettungshubschrauber abtransportiert
  • Schock-Fund Leiche aus der Rur in Düren geborgen – Hintergründe unklar
  • Waghalsiges Überholmanöver Mann (21) verursacht Unfall in Köln – Polizei hat klaren Verdacht
  • Messerangriff in Köln Streit vor Imbiss eskaliert – Kölner (31) geht auf 40-Jährigen los
  • Räuberbande „Pink Panther“ Schwer bewaffnete Polizisten bewachen spektakulären Prozess in Köln

Dass die schauspielernden Krawallos ausgerechnet lauthals „Dynamo Dresden“ skandieren und als aggressive Gästefans dargestellt wurden, sorgt bei den Dresdnern nun für Unmut. Deshalb hat der Verein auf Twitter bereits reagiert.

„Liebe Polizei Hamburg, schön, dass Ihr auch fest in der nächsten Saison mit uns in der 2. Bundesliga plant“, heißt es in dem Tweet vom offiziellen Dynamo-Kanal. „Aber bitte unterlasst bei Euren Übungen sowohl Vorverurteilungen als auch Stereotypen gegenüber unserem Verein & unseren Fans.“ Hinter dieser Aufforderung heißt es außerdem noch in einem Hashtag „Fußballfans sind keine Verbrecher.“

Vor allem die Dynamo-Fans reagierten entsetzt. „Dümmste Polizei-Aktion ever“, schrieb einer bei Twitter. Ein anderer forderte den Verein auf, über eine Klage wegen Rufschädigung nachzudenken. „Euch brennt wohl der Helm“, schrieb ein weiterer Fan.

Polizei Hamburg reagiert auf Kritik am Übungs-Einsatz

Dresden kämpft in der 2. Bundesliga noch um den Klassenerhalt, der Hamburger SV hofft auf den Aufstieg. Gut möglich also, dass die Dynamo-Fans im kommenden Jahr gar nicht das Volksparkstadion ansteuern werden.

Die Hamburger Polizei reagierte auf die Kritik. „Übungen wie diese sind unverzichtbar, eine böse Absicht dahinter gab's nicht. Die Mannschaft & ihre friedlichen Fans sind in Hamburg stets willkommen. Wie auch immer die Würfel am Saisonende gefallen sein werden, wir gehen unvoreingenommen in den nächsten Besuch“, twitterte die Behörde am Freitag.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.