Pleite-Start in die 3. LigaEigene Fans verhöhnen Fortuna Düsseldorf

Absteiger Fortuna Düsseldorf verliert auch sein zweites Spiel der Drittliga-Saison. Die Fans haben die Nase voll.

Oh je, Fortuna! Die Mannschaft von Trainer Alexander Ende (46) hat auch das zweite Spiel der neuen Saison verloren. Gegen die Reserve der TSG Hoffenheim gab es in der Merkur Spiel-Arena eine vollkommen verdiente 0:2-Niederlage.

Wegen des blutleeren Auftritts reagierten die Zuschauerinnen und Zuschauer mit Häme und Spott. Die Partie begann schon mit einer für die Arena ungewöhnlichen Stille. Das lag aber nicht nur am komplett leeren Auswärtsblock, sondern auch an einer Düsseldorfer Schweigeminute für einen verstorbenen Fan aus der aktiven Szene.

Fortuna kassiert wieder mal ein frühes Gegentor

So bedrückend, wie es auf den Rängen gestartet war, ging es dann auch auf dem Rasen weiter. Schon nach drei Minuten klingelte es zum ersten Mal im Fortuna-Kasten. Eine harmlose Flanke in den Strafraum konnte Verteidiger Steven van der Sloot nicht mit der Brust kontrollieren. Statt die Kugel einfach aus dem Sechzehner zu dreschen, spitzelte Hoffenheim-Angreifer Makanda den Ball zu Kollege Tiago Poller, der die Kugel aus rund zehn Metern im Kasten unterbrachte. Dem Keeper Lasse Rieß ließ der Stürmer dabei keine Chance. Was für ein Déjà-vu für die Fans! Denn auch gegen Ende der letzten Saison kassierten die Flingeraner verdächtig häufig in den ersten Minuten des Spiels einen Gegentreffer.

Nach rund 15 Minuten hatten dann aber die Hausherren ihre wohl beste Phase des Spiels. Nach Zuspiel von Paulina hatte Stürmer Schleusener eine gute Gelegenheit, doch der Schuss ging deutlich neben den Kasten. Unterbrochen wurde diese Phase des Aufschwungs jedoch von einer weiteren Hiobsbotschaft für die Mannschaft. Innenverteidiger Felix Meiser musste mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz verlassen. Coach Ende hatte den Abräumer wegen seines Geschwindigkeitsvorteils gegenüber Routinier Dominique Heintz aufgestellt. Nach nur einer halben Stunde war dieser Plan über den Haufen geworfen. Geburtstagskind Heintz kam in die Partie und Meiser musste das Stadion nach dem Spiel auf Krücken verlassen.

Die wohl beste Fortuna-Chance des Spiels hatte kurz vor dem Pausenpfiff dann noch Matthias Zimmermann. Der Rechtsverteidiger hatte sich mit nach vorne geschlichen, sein Schuss wurde aber noch in letzter Sekunde abgeblockt – so ging es mit deutlich vernehmbaren Pfiffen in die Pause.

Dort hatte sich die Mannschaft sicher viel vorgenommen, doch es kam noch dicker. Nach Fehlpass von Elias Arden landete der Ball bei Florian Micheler. Der Hoffenheimer zog einfach aus 25 Metern ab und setzte das Ding an den Pfosten. TSG-Talent Jakov Dedic schaltete am schnellsten und brachte den Abstauber zum 0:2 im Tor unter (52.). Teilweise ließen sich die Fortunen daraufhin überrennen. Die Hoffenheim-Bubis mit einem durchschnittlichen Alter von 18,7 Jahren in der Offensive hätten durchaus noch mehr Treffer erzielen können.

Andreas Müller und Fabian Schleusener stehen enttäuscht auf dem Rasen.

Copyright: IMAGO/DeFodi Images

Frust bei den Fans – und auch bei den Spielern.

Für den traurigen Höhepunkt sorgte dann allerdings ein Düsseldorfer. Ausgerechnet der gerade erst nach einer Rot-Sperre zurückgekehrte Kapitän Jorrit Hendrix ließ sich nach einem Fehlpass von Neuzugang Andreas Müller zu einer Notbremse verleiten. Dabei traf der Niederländer nur seinen Gegenspieler, weswegen Schiri Martin Wilke nicht lange zögerte und sofort Rot zeigte (79.)! Für die sowieso schon gebeutelten Fans in der Arena der Genickbruch. Neben vereinzelten „Ende raus“-Rufen reagierte ein Großteil der Zuschauerschaft mit Häme. Gleich mehrfach wurde ironisch „Die Fortuna ist wieder da!“ von den Fans angestimmt.

Trainer Ende bilanzierte nach dem Abpfiff ungeschönt: „Ich bin sehr enttäuscht und es tut mir sehr leid für die Zuschauer. Wir haben es nicht geschafft, annähernd an unsere Leistung zu kommen. Wir sind nie in das reingekommen, was wir uns für diese Saison an Fußball vorgenommen haben. Das Spiel heute war sehr ernüchternd.“

Nicht nur das Spiel, sondern der gesamte Saisonstart ist ernüchternd. Nach zwei Pleiten zum Auftakt steht die Fortuna schon wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Bleibt zu hoffen, dass die kommende Partie in der 1. Runde im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg für ein bisschen Ablenkung sorgt.

Jorrit Hendrix zeigt mit dem linken Arm nach oben.
Nach Kritik an der Aufstellung
Hendrix stärkt Fortuna-Coach Ende den Rücken