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Klartext zur Fortuna-KriseSportboss Arabi muss JETZT handeln!

Fortuna Düsseldorf hat nach dem völlig unerwarteten Abstieg einen krachenden Fehlstart in der 3. Liga hingelegt. Unser Autor erklärt, was sich aus seiner Sicht ändern muss. Eine Analyse.

Das gibt nichts mehr, das steht bereits nach zwei Spielen fest. Selbst die größten Optimisten wissen nach dem 0:2 gegen die Hoffenheim-Bubis, dass es in dieser Saison um ganz viel geht – aber ganz bestimmt nicht um den Wiederaufstieg.

Fortuna hat schon viel erlebt und einige Szenarien ausgeschlossen. Auch das, in Liga 4 abzusteigen. Passiert ist es trotzdem. Die Befürchtungen, dass das noch einmal passieren kann, sind spätestens seit Samstag riesengroß. Es muss sich ganz viel und ganz schnell ändern. Der EXPRESS-Klartext zur Fortuna-Krise!

Ende muss weg!

Schon nach seiner Verpflichtung fünf Spiele vor dem Schluss der letzten Saison wunderte man sich: Sein Debüt in Magdeburg war beim Stand von 0:2 bereits Mitte der ersten Halbzeit entschieden, am letzten Spieltag wurde Fortuna in Fürth blitzschnell abgeschlachtet und wehrte sich dabei nicht mal richtig. Bei vielen Spielern gar nicht mal so unverständlich, schließlich galten ja fast alle Verträge nicht für die 3. Liga.

In der vercoachte Ende die ersten beiden Spiele gnadenlos, enteierte gleich mehrere Spieler wie den als Führungsfigur verpflichteten Dominique Heintz, den er beim Auftakt in Mannheim zur Pause auswechselte und gegen Hoffenheims Bubis an seinem 33. Geburtstag erst mal auf der Bank schmoren ließ.

Transferfenster nutzen!

Das schnelle Aus für Ende ist allein deshalb ein MUSS, damit noch dringend notwendige Kaderveränderungen vorgenommen werden können. Fortunas Trainer ist ein begeisterter Anhänger eines 4-4-2 mit Raute, das spielt aber seit zwei Jahrzehnten fast keiner mehr und das ist auch längst entschlüsselt.

Am überzeugendsten zeigte das Dynamo Dresden gegen Münster, das Ende nach einer 0:6-Klatsche vor die Tür setzte, bevor einen Monat später der überraschende Anruf aus Düsseldorf kam. Ein neuer Trainer muss allein deshalb her, damit die letzten beiden Wochen des Transferfensters noch gescheit genutzt werden können. Fortuna braucht die von Ende abgeschafften Flügelspieler, mit dem Schnarchfußball wie gegen Hoffenheim werden die eigentlich guten Stürmer wie Schleusener und Hottmann verheizt.

Arabi darf sich keinen Doppelfehler leisten!

Ist lange her, aber vor 15 Jahren wartete Samir Arabi als Bielefelds Sportchef zehn sieglose Spiele nach dem Abstieg in Liga 3, ehe er Trainer Markus von Ahlen feuerte. Der Unterschied zu heute: Den hatte er damals selbst geholt, Ende ist ein Erbe von Mislintat. Diesmal wird er früher handeln müssen. Nach nur zwei Spieltagen fühlt sich die Stimmung in Düsseldorf noch explosiver als nach dem Abstieg an. Liegt in der Natur der Sache – die aktuell Verantwortlichen sind alle noch da.

Der Fisch stinkt vom Kopf!

Das mit Vorstand und Aufsichtsrat funktioniert in Düsseldorf schon lange nicht mehr – letzteres hat bei Fortuna sogar noch nie geklappt. Nachdem die neue Vereinsstruktur eingeführt wurde, wählten die Mitglieder den damaligen OB Joachim Erwin zum ersten Chef des Aufsichtsrats. Der übte das Amt aber dermaßen dominant und mit einer bissigen Referentin aus (Gott habe sie beide selig), dass sich seine Nachfolger mehr herausnahmen, als sie sollten.

Da wechselte man schon mal plötzlich ins nett bezahlte Präsidenten-Amt, da ließ sich einer als in Sachen Fußball komplett Ahnungsloser in den Doppelpass schalten oder ... – nein, das was aktuell ist, sollen die Mitglieder entscheiden. Aus meiner Sicht ist es unterirdisch und eine Schande für Fortuna.

Und der Vorstand? Leider hat sich eingebürgert, dass bei (fast) jedem Verein dort Leute arbeiten, denen ihr Arbeitgeber, und das Wort sagt schon alles, ein fettes Gehalt gibt. Braucht Fortuna hochbezahlte Vorstandsvorsitzende, die vorher das Schalker Lied gesungen haben oder begeisterte Wolfsburger und Gladbacher waren? Hat Düsseldorf niemanden, der das wie früher mit Herzblut und für eine Aufwandsentschädigung macht? Geht ja woanders auch, wobei man da natürlich größtenteils in ein ganz anderes Regal greifen muss.

Hände weg ohne Ahnung! Im November werden fünf der neun Aufsichtsratsmitglieder neu gewählt, laut EXPRESS-Informationen gibt es bereits mehr als 20 Bewerbungen, was eigentlich immer nur der Fall ist, wenn sich im Erfolgsfall Leute gerne ins Schaufenster stellen, um alles zu verschlimmbessern.

Fortuna-Trainer Alexander Ende gestikuliert an der Seitenlinie.
Schreibt Ende in Köln Geschichte?
F95 am Boden – Funkel-Zitat lässt tief blicken