WM-Revolution ausgebremst Schwerer Rückschlag für Pläne von FIFA-Präsident Infantino

Gianni Infantino, Präsident der FIFA, spricht in einer Talkrunde.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (hier in Buenos Aires am 18. Oktober 2021) will die WM im Zwei-Jahres-Rhythmus. 

Eine mögliche Weltmeisterschaft im Zwei-Jahres-Rhythmus wird derzeit kontrovers diskutiert. Die FIFA und deren Präsident Gianni Infantino hatten angekündigt, bis zum Jahresende Klarheit haben zu wollen.

Zürich. Die Debatte, die Fußball-WM ab 2026 im Zwei-Jahres-Rhythmus austragen zu lassen, nimmt immer mehr Fahrt auf – doch das Vorhaben an sich wird vorübergehend ausgebremst.

Auf einem außerordentlichen FIFA-Kongress am 20. Dezember 2021 wollte FIFA-Präsident Gianni Infantino (51) bereits über den Plan abstimmen lassen. Dies soll er den 37 Ratsmitgliedern – darunter DFB-Co-Interimspräsident Peter Peters (59) – angekündigt haben. Doch daraus wird offenbar nichts.

WM alle zwei Jahre: Rückschlag für FIFA-Boss Gianni Infantino

Laut „Bild“ habe der Rat eine endgültige Abstimmung über die WM-Pläne noch in diesem Jahr abgelehnt – einstimmig! Stattdessen soll kurz vor Weihnachten nur über den Vorstoß beraten werden, um die Stimmungslage vor einer tatsächlichen Abstimmung im kommenden Jahr auszuloten. Infantinos Hoffnung, die WM-Revolution im Eilverfahren durchzuboxen, ist damit wohl geplatzt.

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Ohnehin ist der Gegenwind für das Vorhaben gewaltig: Mehr als ein Dutzend Verbände aus Europa erwägen, die Mitgliedschaft im Weltverband als letzte Option zu beenden. Infantino hatte am Dienstag (19. Oktober 2021) mit zahlreichen europäischen Verbandschefs über die Reform für den internationalen Spielkalender der Männer ab 2024 gesprochen.

Die Kontinentalverbände Europas und Südamerikas lehnen die WM alle zwei Jahre kategorisch ab. Aleksander Ceferin (54), Präsident der UEFA, drohte mit Boykott aus Europa. Zuletzt hatten die nordeuropäischen Verbände von Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Färöer in einem gemeinsamen Statement ihre Position gegen eine WM alle zwei Jahre verdeutlicht.

DFB positioniert sich auch klar gegen die WM-Pläne der FIFA

„Im schlimmsten Fall und als letzte Option“ könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbände aus Protest aus der FIFA austreten, hieß es in einer Mitteilung des dänischen Verbands. Der DFB hat sich zuletzt auch schon öffentlich gegen das Vorhaben positioniert, weil so die EM abgewertet und die Spieler überlastet würden.

Ein möglicher Austritt von Mitgliedsverbänden ist in Artikel 18 der FIFA-Statuten geregelt. Demnach kann ein Austritt zum Ende eines Kalenderjahres erfolgen, eine entsprechende Erklärung muss spätestens sechs Monate vor Jahresende abgegeben werden. Dies könnte also nicht mehr 2021 erfolgen. Teams aus den jeweiligen Ländern könnten danach nicht mehr an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, als UEFA-Mitglied jedoch weiterhin noch an Wettbewerben des europäischen Kontinentalverbands.

Auch wenn sich Europa und Südamerika gegen den irren Infantino-Plan positionieren, gibt es immer noch eine deutliche Mehrheit. Die Verbände aus Asien, Afrika, Ozeanien, Nord-/Mittelamerika und der Karibik wittern in der WM-Inflation die Chance auf Mehreinnahmen. (msw/dpa)

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